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Magic of Movie VI - American Dreams (2013)

Von Maggus3 |

Datum: 13.03.2013 | zuletzt geändert: 14.03.2013, 22:52 Uhr


"Was, schon wieder Magic of Movie?" Das mag dem einen oder anderen jetzt durch den Kopf gehen. Immerhin ist es jetzt schon die sechste Auflage und davon habe ich, dieses mit eingerechnet, 5 Konzerte gesehen. Bisher waren alle Konzerte großartig und daher freute ich mich riesig auf Numero 6. Wird das nachfolgende also nur eine Wiederholung von Bekanntem? Ja und nein, aber lest selbst.


Wie auch schon die Jahre zuvor wird die Philharmonie Merck von Wolfgang Heinzel geleitet. Seine Qualitäten als Dirigent sind ohne zweifel erhaben und auch sein Klavierspiel ist gut, aber nicht bemerkenswert. Insbesondere seine eigenen Interpretationen von bekannten Stücken stößt nicht immer auf viel Gegenliebe.

Sein Führungsstil wird oft als extremst streng beizeichnet und so kommt es, dass Musikern, die einen falschen Ton spielen, der Angstschweiß geradezu ins Gesicht geschrieben steht. Dieses Mal wird ein Blechbläser sich wohl ein paar Takte anhören dürfen, denn er spielte während einem Lied gleich drei falsche Töne direkt hinter einander. Alle anderen Lieder waren jedoch, mit Ausnahme der, nennen wir sie interessanten, Interpretation von Porgy und Bess (Gershwin) durch Wolfgang Heinzel, einwandfrei gespielt und klangen so, wie die Songs eben klingen sollten.

Wenn man sich den Namen des Abends "American Dreams" anschaut, denkt so mancher sicher an die Gründerzeit und Filme darüber oder zumindest die Anfangszeit des modernen Films, sprich die 40er und 50er Jahre oder zumindest Filme, die den Amerikanischen Traum zum Thema haben. Doch weit gefehlt. Bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel die Cowboys mit John Wayne in der Hauptrolle - übrigens einer der wenigen Filme, in denen er stirbt, wie uns Moderator Juri Tetzlaff erklärte - und der Musik von John Williams, waren die meisten Filme eher jüngeren Datums.

Vor allem aber war es ein Abend im Zeichen von John Williams. Neben seinen typischen Werken wie StarWars - hier wurden das Main-Theme und das Love-Theme gespielt, aber wie immer nicht erwähnt, dass das Love-Theme aus der neuen Trilogie stammt, da die bekanntermaßen zu Recht totgeschwiegen wird - gab es auch die Musik von Harry Potter.

Ignorieren wir einmal an dieser Stelle, dass nur die Bücher eine Heptalogie sind, aber die Filme eine Oktologie, und Juri Tetzlaff das irgendwie durch einander warf, was er anscheinend selbst merkte, da er kurz stockte, sich aber dann für einfach weitermachen entschied. Genau genommen sind auch nur die ersten drei Filme von ihm mit Musik hinterlegt worden und danach nahm man andere Komponisten, die seine Stücke jedoch interpretierten und erweiterten.

Hier spielte man das Hauptthema "Harrys wonderous World" (was ich immer verwirrend fand, dass dies das Hauptthema ist, da "Hedwigs Song" der bekanntere und häufiger verwendete ist), die Musik, die beim Beginn eines Quidditsch-Turnieres gespielt wird und das Stück, welches für Voldemort geschrieben wurde, aber mir gerade der Name nicht zu einfällt.

Hier zeigte sich bereits, dass das Konzert in etwas abgewandelter Form auch für Kinder gemacht wird, da irgendwie diese Filmreihe bisher sehr oft vorkam.

Dem stand als krasser Gegenentwurf "Toccata und Fuge" von Bach entgegen. Dieses Stück wurde in dem Disney-Klassiker Fantasia (anscheinend wohl damals ein finanzieller Flop und er wurde erst in den Sechzigern von den Hippies zu einem Meisterwerk erhoben) verwendet. Erkannt haben ihn nur wenige (ich zum Beispiel nicht, da ich mich nicht gerade als Fan von Bach bezeichne) und bei den jüngsten Zuschauern, seltsamerweise unter Zehnjährige, die unter der Woche um halb Acht auf ein Konzert gehen, sorgte diese einleitende Stück des Abends dafür, dass diese den Saal verließen, um draußen mit ihrem DS zu spielen.

Das Medley zu Forrest Gump, die Musik stammt von Alan Silvestri, gehört meiner Meinung nach zu den Highlight des Abends. Zum Einen, weil die Geschichte um Forrest Gump tatsächlich einer Art Traum entspricht, da er überall auftauchte, wo Geschichte geschrieben wird, und zum Anderen, weil die Musik das Beste an dem gesamten Film ist.

Ebenfalls erwähnenswert sind die Ausführungen die Juri Tetzlaff zu dem Film JFK - Tatort Dallas von Oliver Stone. Hier bekamen wir erklärt, welche Kritik an dem Film geäußert wurde und welche Probleme Oliver Stone damit hatte, diesen Film so überhaupt zeigen zu dürfen. Während mir dieser Teil noch bekannt war, war mir nicht bewusst, dass er das Drehbuch veröffentlichte und jede Textzeile mit Quellenangaben versehen hatte, auf dass man ihm nun glaubte, dass er tatsächlich recherchiert hätte. Die Musik zu dem Film stammt übrigens, wer hätte es gedacht, von John Williams.

Zwischendrin kam immer mal wieder ein anderer Komponist zu Wort. So zum Beispiel John Barry (immerhin auch ein John) mit seiner Musik zu "Der mit dem Wolf tanzt". Ein Film der meiner Meinung nach einer der am meisten überschätztesten Filme aller Zeiten ist. Interessant ist hier die Bemerkung zu den Oscars. Während der Film für 12 Oscars nominiert wurde und immerhin 7 davon gewann, ging davon zwei Stück an Kevin Costner. Logischerweise nicht für seine schauspielerischen Leistungen. Dass das auch das Orchester, Juri und das Publikum so sah, merkte man an Juris Pause und dem Grinsen in den Gesichtern der Leute.

Ebenfalls aus dem Western-Genre, jedoch viele Jahre früher gedreht, ist die Winnetou-Reihe mit Piere Brice, der zwar nie auch nur ansatzweise ein guter Schauspieler war, aber immerhin damit zur Legende wurde und meine Elterngeneration im Kino verzückte. Die Musik stammt von Martin Böttcher. Ein Musiker, der zwar zig Filme vertont hat, aber irgendwie nie damit Geschichte geschrieben hat. Was an sich schade ist, denn die Musik von Winnetou ist an sich echt hörbar und schaffte es sogar in die Charts.

Etwas ganz anderes war Tschaikovski. Ein Name, der wenn überhaupt nur Ballet- und Klassik-Fans etwas sagen dürfte. Und auch die wissen nicht immer, dass er zum Beispiel für Schwanensee verantwortlich war. Seine Musik wurde zum Einen gespielt, da es in seinen Werken immer um das Streben nach einem Traum geht und zum anderen, weil es durchaus ja auch in jüngster Vergangenheit einige Filme gab, die auf seiner Musik aufbauten. Dies war eine willkommene Abwechslung. Gerne mehr davon.

Doch bevor wir zu lange John Williams fern bleiben, machen wir mit der" unheimlichen Begegnung der dritten Art" weiter. Warum dieser Film so heißt, ist mir bis heute ein Rätsel. Denn weder war die Begegnung unheimlich noch war sie irgendwie besonders. Am Ende versöhnen sich sogar Aliens und Menschen und gehen gemeinsam auf Entdeckungstour durchs Alls. Die Musik ist Geschmackssache und meinen trifft sie nicht. Dennoch war sie, wie alle anderen Stücke auch, sehr gut gespielt.

Bis zum Ende hatte ich Hoffnung, dass ein Song nicht vorkommt: Fluch der Karibik. Dieser Traum wurde jäh zerstört, als er als zweite Zugabe gespielt wurde. Ernsthaft: Ja, Klaus Badelt hat sich damit selbst übertroffen, aber so langsam kann ich dieses Stück nicht mehr hören. Wo steht eigentlich geschrieben, dass jedes Filmmusikkonzert dieser Erde auf Gedeih und Verderb diesen Song spielen muss? Es ist ja sogar immer das gleiche Medley. Warum? Nur weil der Film ein Kassenschlager war? Naja, letzten Endes übersteht man auch das irgendwie.



Fazit:

An sich ein hervorragendes Konzert, welches ich jedem empfehlen kann. Doch nun kommt das Aber. Es zeigen sich so langsam die Probleme des Konzeptes. Einmal haben sie versucht, nur klassische Musik zu spielen, die in Filmen verwendet wurde. Das kam nicht sonderlich gut an. Folglich spielt man nun das, was die Massen wollen. Und das ist halt immer John Williams und Klaus Badelt. Hier würde etwas Abwechslung und vielleicht eine Aufteilung in zwei Konzerte sehr gut tun. Vielleicht aber auch einfach mal ein Jahr Pause.

Dennoch werde ich nächstes Jahr erneut hingehen und euch erneut mit einer Kritik dazu erfreuen.

http://www.maggus-desire.de/2013/03/13/4243/magic-of-movie-vi-staatstheater-darmstadtphilharmonie-merck2013-american-dreams/

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