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The Expendables 2 (2012)

Von Maggus3 |

Datum: 08.09.2012 | zuletzt geändert: 15.10.2012, 16:42 Uhr


Diesen Film zu reviewen bereitet mir enorme Kopfzerbrechen. Das was der Film will, macht er sehr gut. Bewertet man ihn jedoch nach objektiven Maßstäben ist er totaler Mist. Wie gehe ich also vor? Jeder Abschnitt wird mit der rein subjektiven Meinung eingeleitet und spiegelt auch meine Empfehlung wider. Danach wird der Film nach allen Regel der Kunst abgeschlachtet. Damit werde ich, so denke ich, dem Kritiker und dem Fan von Action-Filmen gerecht.
Doch zuerst einmal die Fakten:

Originaltitel: The Expendables 2
Erscheinungsjahr: 2012
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li, Chuck Norris, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme, Terry Crews, Randy Couture, Liam Hemsworth und Nan Yu
imdb-Wertung (Stand 08.09.2012): 7,6

Story:
Die Story dient nur einem einzigen Zweck: Alle Action-Größen (es fehlt eigentlich nur noch Mr. Bauer alias Kiefer Sutherland) jagen gemeinsam den alten Ostblock in die Luft. Das Ganze hat herrlichen B-Movie-Charme und soll ja auch so sein.
Nüchtern betrachtet ist aber genau das der größte Pferdefuß des gesamten Filmes. Zwar stirbt einer der Söldnertruppe, aber es ist jedem schon nach 10 Minuten Film klar, wer dies sein wird. Daraus entspinnt sich eine Rachegeschichte, in dessen Verlauf die Expendables auch noch die Welt retten. Das ergibt einfach keinen Sinn und man fragt sich, welche Drogen der gute Stallone genommen hat, als er sich die Geschichte ausgedacht hat. Zudem steigt sehr früh in der Geschichte Jet Li aus. Keine Angst, er stirbt nicht. Aber das alles passiert ohne viel Worte und er wird danach nicht einmal mehr erwähnt. Der Auftritt von Jet Li war zwar im ersten Teil schon sehr schwach, aber das dürfte die schlechteste Leistung seiner Karriere sein. Da wäre es besser gewesen, wenn er das Opfer hätte spielen dürfen.

Schauspieler:
Man merkt einfach jedem, außer Liam Hemsworth und Jet Li an, dass sie Spaß bei der Sache haben. Ständig sieht man ein Grinsen hinter der grimmigen Fassade und zudem machen sie sich ständig über sich selbst lustig. Chuck Norris zum Beispiel ist der wandelnde Witz über sich selbst. Ohne auch nur eine KRatzer erledigt er eine gesamte Gruppe Gegner plus Panzer oder taucht aus dem Nichts auf und rettet jemanden die Haut. Als Krönung gibt es sogar einen Chuck Norris Witz im Film. Welchen verrate ich aber nicht. Doch auch Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger haben eine geniale Szene in einem Smart. Erst reist Arnie die Tür aus den Angeln und beschwert sich, dass selbst sein Schuh größer sei und dann tritt Bruce die andere Tür einfach ebenfalls weg. Im Fahren sterben dutzende Gegner und der eine oder andere Gag fällt auch noch.
Davon abgesehen machen alle genau das was sie können. Nämlich faktisch nichts. Bruce Willis könnte zwar schauspielern, macht es aber nicht. Der Rest hat vielleicht einmal jemanden beobachtet, wie Mimik funktionieren könnte, dachte sich dann aber eher, er könnte noch einmal in die Muckibude gehen. Denn das ist wirklich beeindruckend, wie stahlhart diese alten Säcke noch aussehen. Man hat geradezu das Gefühl, dass unter jeder Gesichtsfalte noch ein Muskel liegt, der einen umbringen könnte.
Soviel also zu den Männern. Dann gibt es noch die weibliche Hauptrolle namens Maggie (gespielt von Nan Yu). Ihr nimmt man den Besuch einer Schauspielschule zwar ab, aber Leistungen, die erinnerungswürdig sind, liefert auch sie nicht ab. Positiv anzumerken ist jedoch, dass auch sie austeilt und zu keinem Zeitpunkt irgendwie gerettet werden muss. Nein, sie rettet sogar Stallone mehrmals die Haut. Auch eine möglicherweise angedeutete Liebesgeschichte ist so unauffällig, dass sie wahrscheinlich nur der Einbildung heraus entspringt, dass ein Actionfilm so etwas fast immer bietet.
Insgesamt ist Der Cast zwar Namensstark, aber schauspielerisch eine Katastrophe. Doch mal im Ernst: Wen interessiert das bei so einem Film?

Effekte und Ton:
Zuerst einmal sei gesagt, dass ich zur Bildqualität nichts sagen kann, da ich vermute, dass das Dauergriseln und schwammige Bild von unserem Kino kommt. Die Technik hier ist zwar angeblich neu, aber man hat das Gefühl, als würde man eine DVD auf Großbildleinwand schauen. Mit Bildqualität hat das nichts zu tun. Da passt es ins Bild, dass auch der Ton gnadenlos übersteuert war und man schon bei der Magnum-Werbung einen Gehörschaden erlitten hat.
Doch nun zum Film. Diesen Teil kann man rein objektiv betrachten, da es genau das ist, was der Film liefern will. Hier gibt er sich nahezu keine Blöße. Zwar fragt man sich, ob das Waffenverhalten wirklich genau so ist und ob ein Mensch bei ca. 7 Litern Blut im Körper zwanzig verlieren kann, aber das sind Kleinigkeiten. Hier rummst und scheppert es an jeder Ecke. Der Sound ist trotz alledem (bezogen auf unser Kino) eine Wucht und bläst einen in den Sessel. Brian Tylor schrieb einen Soundtrack, der sehr eingängig ist und perfekt zum Erlebnis des Filmes passt.

Fazit:
Welche Wertung hat der Film nun verdient? Rein objektiv betrachtet verdient der Film nicht einmal ein Ausreichend, dafür sind Drehbuch und schauspieler einfach zu schlecht. Doch darauf kommt es hier gar nicht an. Ein Cineast, der am liebsten anspruchsvolles Dialogkino bevorzugt, sieht sich so einen Film sowieso nicht an. Warum also einen Film wie diesen überhaupt so bewerten?
Für Fans von Hirn-Aus-Action und Gags, die allesamt Anspielungen auf die Filmklassiker der Darsteller sind, ist der Film genau richtig. Sogar meine Freundin hatte ihren Spaß. Generell schien der Film sehr Frauenkompatibel zu sein, da rund die Hälfte des Kinopublikums aus eben solchen bestand.
Daher mein Urteil: Anschauen und zwar im Kino.

http://maggus-desire.de/index.php/reviewsnavi/kinofilm-kritiken/590-the-expendables-2-2012

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Avatar Sehnerv
Sehnerv
#1 | 08. Sep 2012, 15:27
Sollte ich es jemals schaffen, vor solch einem Film sitzen zu bleiben, dann nur, weil ich in den ersten fünf Minuten vor Langeweile gestorben bin. Hört sich zwar komisch an, angesichts dieser Action, ist aber so. Meinen Geschmack treffen solche Filme einfach nicht, und dann diese Schauspieler, igitt.

Das beeinflusst natürlich nicht meine Bewertung deines Blogs, denn der ist wirklich sehr, sehr gut geschrieben. Wenn bei deiner anschaulichen Beschreibung der potenzielle Kinogänger keine Lust verspürt den Film zu schauen, also dann weiß ich auch nicht.
Somit, grüner Daumen, ist doch klar. :)
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Avatar Clawhammer
Clawhammer
#2 | 09. Sep 2012, 15:33
Wenn man sich bewust macht das es ein Stallone film ist mit allen ecken und Kanten und auf sowas steht ist er gut.
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Avatar Tsabotavoc
Tsabotavoc
#3 | 09. Sep 2012, 17:27
"Der Phosphor... Er muss wohl feucht geworden sein!"

"Genau Gunnar..."

"Oder du bist Scheisse."

Nicht so der Blog. Daumen rauf
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Avatar Karrash
Karrash
#4 | 10. Sep 2012, 10:00
"Zuerst einmal sei gesagt, dass ich zur Bildqualität nichts sagen kann, da ich vermute, dass das Dauergriseln und schwammige Bild von unserem Kino kommt."

Wenn du nicht zufällig, wie ich, im Cinespace in Bremen den Film gesehen hast, ist es durchaus möglich das die Bildqualität tatsächlich so gräuslich ist.
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Avatar aForce
aForce
#5 | 10. Sep 2012, 10:28
Der Film ist wirklich klasse, super das du den Film nach Story und "Inhalt" getrennt hast, wie du sagtest wird der Film seinem Zweck absolut gerecht so reiht er sich in mein Archiv von super Action Klassikern ;)

Zitat von Karrash:
... Bildqualität ... schwammige Bild ...

Kann ich bestätigen (Neues Kino)
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Avatar Maggus3
Maggus3
#6 | 10. Sep 2012, 17:58
Das ist ja seltsam mit der Bildqualität. Denn der erste Teil hatte doch ein super Bild. War vielleicht dann die erste Auslieferung fehlerhaft?

Kann mir echt nicht vorstellen, dass der Film wirklich so aussieht.


An alle: Danke fürs Lob.
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