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Onlinegame?!

Von nachtnebel |

Datum: 06.03.2013 | zuletzt geändert: 10.03.2013, 22:22 Uhr


SimCity ist da, zumindest auf der anderen Seite des großen Teiches, und damit auch die Diskussion über AlwaysOn und die Frage, wann ein Spiel denn ein Onlinegame ist und wann nicht.

Viele Publisher und Entwickler sind der Meinung, ein Spiel ist dann ein Onlinegame wenn sie es sage und, zum Schaden der Community, teilen viele Spieler diese Meinung scheinbar auch. Einen eindrucksvoller Beweis für diese These liefern zB einige Kommentare zu SimCity - Probleme beim US-Start: Stundenlange Server-Wartezeiten. Hier wird SimCity als Onlinegame verteidigt, die Startschwierigkeiten abgetan und Gegenargumente mit Phrase wie "da kannst du drumherum quatschen so lange du willst, aber das neue Sim City IST nunmal ein onlinespiel, genauso wie Diablo 3 ein onlinespiel ist" abgetan.
Versteht mich nicht falsch, ich mag diese Denkweise, denn auch wenn ich nicht in der Spieleindustrie arbeite, so profitiere ich auch davon. Menschen, die alles schlucken was einem der Verkäufer erzählt sind einfach super, leicht zu manipulieren da kein Interesse vorhanden ist, sich eine eigene Meinung zu bilden. Man schluckt lieber das, was einem vorgesetzt wird.

Echte Online- oder Multiplayergames zeichnen sich dadurch aus, dass die Spielmechanik um diesen Modus herum gestrickt wurde, er ist elementarer Bestandteil des Spiels und macht dessen Reiz aus. Ein Titel wird nicht zum Onlinegame nur weil Publisher oder Entwickler entschieden haben, eine zentrale Kombonente künstlich von einer Internetanbindung abhängig zu machen.
Dota 2, Planetside 2, WoW, Tera, GuildWars 2, Dungeonland, das sind alles Beispiele für echte Onlinegames, manche von ihnen funktionieren zwar auch als Singleplayer, aber das ist nur eine Dreingabe, nicht das Herz des Spiels.
Ein Anno 2070 oder Heros of Might and Magic sind keine Onlinegames, sie funktionieren ohne eine Internetanbindung nur nicht vollständig. Auch ein Diablo 3 wird durch den Zwang zum Battlenet sowie das Auktionshaus nicht zum Onlinetitel, nur weil Blizzard das gern hätte, es funktioniert auch im Singleplayer perfekt.
Auch SimCity ist im Grunde nur ein Singleplayer Titel welche durch die Integration von "Social Features" sowie einem Itemshop künstlich zum Onlinegame gemacht wird. Allerdings gehen EA u nd Maxis hier noch einen Schritt weiter als es D3, Anno und HoMM denn sie schränken die Singleplayererfahrung drastisch ein um den Multiplayer zu rechtfertigen bzw. sogar zu erzwingen. Selbst wenn man in einer privaten Region spielt und jeden Bauplatz selbst übernimmt funktioniert das Spiel noch nicht richtig, da immer nur die Stadt simuliet wird, die man gerade betrachtet, die anderen sind passiv und entwickeln sich nicht weiter.

Das, was uns in letzter Zeit als Onlinegames verkauft wird ist nur deshalb auf eine Internetverbindung angewiesen weil die Publisher sich damit einen besseren Schutz gegen Raupkopierer versprechen *lach* und weil sich auf diesem Weg über einen Itemshop super mehr Geld verdienen lässt.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen dieses System, so lange es sich dabei um F2P Spiel oder zumindest um einen Titel der unteren Preisklasse (max 15 Euro) handelt, alles darüber ist aber eine Frechheit. 60€ für ein SimCity dass ich nur online spielen kann, mir einen Itemshop aufzwingen will und dann noch nicht einmal mir gehört, sind einfach viel zu viel.

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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#1 | 06. Mrz 2013, 23:17
Blizzard hats halt vorgemacht und die Masse hat den Onlinezwang akzeptiert!

Es war vorraususehen, dass nun andere Entwickler/ Publisher auf den Zug aufspringen würden!
Hatten wir ja auch schon beim DRM der ersten Generation genauso.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Leute, die "Steam und keinen Schritt weiter" vertreten einen Fehler gemacht haben:
Indem sie Steam unterstützt haben, wurde gleichzeitig der Weg für weitere DRM-Maßnahmen geebnet!

Indem die Userzahlen von Steam stiegen wuchs auch die Massenakeptanz und damit auch die Menge an Spielern, die bereit ist auf noch mehr zu verzichten!

P.s.: Uuhh, da bin ich wohl einigen Steam-Fans geörig auf den Schlips getreten ;)
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TheVG
#2 | 07. Mrz 2013, 07:25
Jetzt hast du schon Blog Nr. 2 dazu geschrieben, allmählich ist es mal gut, oder?

Ist alles schön und gut, dass das Spiel und seine Features nicht fair sind, aber - wie so oft - gibt es hier auch wieder nur die Lösung: NICHT KAUFEN. Aufregen und Herzinfarkt abwarten bringt´s einfach nicht. Dafür gibt es wichtigere Dinge.
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Avatar nachtnebel
nachtnebel
#3 | 07. Mrz 2013, 09:01
Zitat von TheVG:
Jetzt hast du schon Blog Nr. 2 dazu geschrieben, allmählich ist es mal gut, oder?

Ist alles schön und gut, dass das Spiel und seine Features nicht fair sind, aber - wie so oft - gibt es hier auch wieder nur die Lösung: NICHT KAUFEN. Aufregen und Herzinfarkt abwarten bringt´s einfach nicht. Dafür gibt es wichtigere Dinge.

Es dreht sich hier weniger um SimCity an sich als um die Unart der Spieleindustrie in letzter Zeit alles als Onlinegame zu bezeichnen nur um einen Itemshop integrieren und Kundengängelung betreiben zu können.
Zugegeben, ich schließe mit SimCity, aber das ist nur der Fall, weil dieses Spiel nunmal den aktuellen Tiefpunkt dieses Trends darstellt. Hier wird ein eindeutiges Singleplayerspiel zum Onlinetitel pervertiert ohne dass dem Spieler dadurch ein erkennbarer Mehrwert entsteht.
Anno 2070 ging von Anfang an auch Semi-Offline - wenn auch mit Einschränkungen - in Diablo 3 spielt man durchaus zusammen und auch StarCraft 2 dreht sich, für viele, primär um den Multiplayer. Bei all diesen Titel kann man das fehlen eines Offline-Modus noch verkraften.
Bei SimCity hingegen findet kaum eine Interaktion mit anderen Spielern statt, selbst wenn man sich mit ihnen in der gleichen Region tummelt. Wer das nicht glaubt, kann sich in den nächsten Tagen selbst davon überzeugen oder einfach die Videos der Press Beta ansehen.
Die Tendenz ist das Problem, nicht das Spiel an sich. Himmel, wollen wir in ein paar Jahren Solitär nur noch im Multiplayer spielen können weil wir einen anderen Spieler brauchen um die Karten vorher zu mischen?
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Avatar TheVG
TheVG
#4 | 07. Mrz 2013, 10:18
Zitat von nachtnebel:

Es dreht sich hier weniger um SimCity an sich als um die Unart der Spieleindustrie in letzter Zeit alles als Onlinegame zu bezeichnen nur um einen Itemshop integrieren und Kundengängelung betreiben zu können.
Zugegeben, ich schließe mit SimCity, aber das ist nur der Fall, weil dieses Spiel nunmal den aktuellen Tiefpunkt dieses Trends darstellt. Hier wird ein eindeutiges Singleplayerspiel zum Onlinetitel pervertiert ohne dass dem Spieler dadurch ein erkennbarer Mehrwert entsteht.
Anno 2070 ging von Anfang an auch Semi-Offline - wenn auch mit Einschränkungen - in Diablo 3 spielt man durchaus zusammen und auch StarCraft 2 dreht sich, für viele, primär um den Multiplayer. Bei all diesen Titel kann man das fehlen eines Offline-Modus noch verkraften.
Bei SimCity hingegen findet kaum eine Interaktion mit anderen Spielern statt, selbst wenn man sich mit ihnen in der gleichen Region tummelt. Wer das nicht glaubt, kann sich in den nächsten Tagen selbst davon überzeugen oder einfach die Videos der Press Beta ansehen.
Die Tendenz ist das Problem, nicht das Spiel an sich. Himmel, wollen wir in ein paar Jahren Solitär nur noch im Multiplayer spielen können weil wir einen anderen Spieler brauchen um die Karten vorher zu mischen?


Kann ich durchaus nachvollziehen, aber ich habe immer mehr den Eindruck, dass die Spielerschaft da mittlerweile gegen eine Wand anrennt. Sich hier zu beschweren, ist eine Sache, aber gebracht hat das bis jetzt nur wenig. Im Falle von EA sieht man doch, dass ihnen das herzlich egal ist, was ihre Spieler dazu zu sagen haben. Wenn die Hardcore-Gamer meckern, dann nimmt man sich eben die, die sich nicht auskennen oder eben nicht meckern. Da wird eben rumkalkuliert, und das rechnet sich im Moment wohl noch für EA. Also, muss man eher mal überdenken, wirklich was effektives zu unternehmen, anstatt nur im stillen Kämmerlein zu jammern und die Welt zu verfluchen.

Ich spreche da nur für mich, aber ich verfolge irgend ein Spiel immer so lange, wie sich das in vielerlei Hinsicht entwickelt. Sim City kann mir gestohlen bleiben wegen den offensichtlichen Gängelungen, und ich kann dann gut mit leben, dass ich EA nicht noch Geld in den Rachen schmeiße. Das ist mein Teil, den ich dazu beitrage. Punkt.

Wenn sich andere genau so verarscht fühlen, aber dann noch 60 € hinlegen, weil sie irgendwie nostalgie- oder sammelgesteuert in den Laden rennen, kann ich das nicht mehr verstehen. Vor allem, wenn dann noch die offensichtlichen Dinge wie Boykottaufrufe stillschweigend ignoriert werden. Dann frage ich mich wohl zu Recht, wem ich da die Schuld geben soll.
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Avatar Takamisakari
Takamisakari
#5 | 07. Mrz 2013, 10:39
Man kann es halten wie man will. Wichtig ist eine zusätzliche Bezeichnung, die auf den Internet-Zwang hinweist. Vereinfacht sagt man stattdessen, dass es ein Onlinespiel ist, auch wenn es das im eigentlichen Sinne eben nicht so ist. Jedenfalls täuscht man somit nicht darüber hinweg, was mit dem Spiel unweigerlich verbunden ist.
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