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"Kono Oozora ni, Tsubasa wo Hirogete" erscheint auf englisch

Von NeoAragorn |

Datum: 20.05.2013 | zuletzt geändert: 04.08.2013, 13:08 Uhr


Hallo,

mein erster Blog-Eintrag wird sich um ein recht spezielles Thema drehen, nämlich Visual Novels (Kurzform: VNs) bzw. (aus gegebenem Anlass) um eine ganz bestimmte VN.

Zu Beginn vielleicht etwas zu Visual Novels im Allgemeinen:

Obwohl es schon seit vielen Jahren Versuche gibt, VNs im Westen bekannter zumachen, kommt man nicht umhin zu denken, dass in unserem Kulturkreis im BESTEN Falle gar nicht darüber berichtet wird (und falls doch eine Berichterstattung stattfindet, ist diese fast immer einseitig negativ ). Das haben diese Spiele aber einfach nicht verdient und ich möchte dazu beitragen, das zu ändern. Also: Was sind Visual Novels nun eigentlich ? Laut Wikipedia:

"A visual novel is an interactive fiction game, featuring mostly static graphics, most often using anime-style art or occasionally live-action stills (and sometimes video footage). As the name might suggest, they resemble mixed-media novels."

und

"Visual novels are distinguished from other game types by their extremely minimal gameplay. Typically the majority of player interaction is limited to clicking to keep the text, graphics and sound moving (most recent games offer "play" or "fast-forward" toggles that make even this unnecessary)"

Jetzt höre ich schon die ersten Kritiker: "Was soll denn das für ein Spiel sein ohne Gameplay ?!?" oder "Dann kann ich ja gleich 'n bebildertes Buch lesen!"... ... Nun ja, es gibt sicherlich Menschen, die es tatsächlich mal "ausgetestet" haben, die aber mit der Materie wirklich so gar nichts anfangen können. Aber ich denke ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster wenn ich sage, dass ich glaube, dass die Mehrzahl der Videospieler noch keine wirklich gute VN gespielt hat und wahrscheinlich auch nicht unbedingt weiß, was VNs positiv von anderen Spielen abhebt. Aber bei einer derart einseitigen (wenn überhaupt vorhandenen) Berichterstattung ist das leider nur zu verständlich. Auch ich selbst habe diese Spiele lange ignoriert, bis ein Freund mir mal einen entsprechenden Tipp gegeben hat. Im Prinzip ist das genau dasselbe (nur in "kleiner"), was RTL und Co. bis vor einiger Zeit z.B. durch Berichte über die Gamescom noch glaubten mit der Gamer-Community als Ganzes machen zu können (nämlich: Möglichst aus den Massenmedien raushalten, aber WEHE falls mal was Schlimmes passiert, für das man Spiele verantwortlich machen kann! Dann tauchen sie auf einmal, natürlich unter Ignorierung aller positiven Aspekte, vermehrt in den Medien auf).

Aber das will ich ja gerade ändern! Also:

Was in meinen Augen gute Visual Novels auszeichnet, sind zum Beispiel Dinge wie

- eine derart emotionale Geschichte, dass selbst die diesbezüglich so hochgelobten Bioware-Plots (von denen ich eine ganze Menge kenne, so dass ich den Vergleich habe) dagegen mitunter ziemlich blass wirken.
- wunderschöne, handgezeichnete Bilder, die einen ganz eigenen, einzigartigen Charme besizten und die sich darüber hinaus hinter den vielfach etwas steril wirkenden 3D-Bildern/Videos aus westlichen Spielen in Sachen Charme und Atmosphäre nicht zu verstecken brauchen. Wer glaubt, dass es toller 3D-Grafik bedarf, um Atmosphäre zu generieren, der irrt.
- Entscheidungsfreiheit. Die meisten (aber nicht alle ) Visual Novels haben eine ganze Reihe von Entscheidungsmöglichkeiten, die sich teils MASSIV auf das Spiel auswirken (derart massiv, dass selbst ein "The Witcher 2" da nicht mehr mithalten kann)
- Vielfalt. Entgegen des oben zitierten Wikipedia-Artikels gibt es inzwischen sehr wohl eine ganz Reihe von VNs MIT Gameplay. Aber das ist nicht alles: Ob Fantasywelt oder Science Fiction - Szenario, ob "Slice of Life" oder etwas ernster, ob linear oder weit verzweigt, ob mit viel, wenig oder gar keinem erotischen Content: Für alle ist etwas dabei!
- eine sehr große Textmenge: Es gibt eine ganze Reihe von VNs, die > 100.000 Textzeilen besitzen. Das entspricht in etwa einem SEHR textlastigen RPG (In der Region von BG2). Der Text hilft enorm dabei, sich wirklich mit den Figuren zu identifizieren, mit ihnen zu fühlen etc.

Man sieht also: Da steckt sehr viel mehr dahinter, als man denkt! Visual Novels sind mehr als die "kranken Porno-Spiele aus Japan", als die sie nur zu gerne dargestellt werden! SEHR viel mehr.

Und nun zum "gegebenen Anlass":

Eine der besten Visual Novels des Jahres 2012, nämlich "Kono Oozora ni, Tsubasa wo Hirogete" von Pulltop, wird Ende Juni als "If my heart had wings" auf englisch erscheinen.

Die Nachricht kam wie aus heiterem Himmel. Niemand, selbst innerhalb der VN-Szene, hatte das auf dem Zettel, als das Spiel plötzlich bei einem Versandhändler auftauchte.

Ich jedenfalls freue mich schon darauf und ich hoffe, dass diese Veröffentlichung dabei hilft, Vorurteile abzubauen und VNs im Westen bekannter zu machen.

Mehr Infos (und eine Demo) findet man z.B. auf moenovel.com

Ich hoffe der/die eine oder andere schaut sich das jedenfalls mal vorurteilsfrei an und gibt dem Spiel eine faire Chance, denn jedenfalls das hat es verdient, finde ich.

So long,

NeoAragorn

EDIT: Über Kommentare würde ich freuen. Besonders von denjenigen, denen das offenbar nicht gefgallen hat, würde ich gerne wissen, warum das so ist.

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Avatar Bethoniel
Bethoniel
#1 | 21. Mai 2013, 10:47
Mach dir keine Gedanken über den Roten Daumen, einer Pro Blog ist schon fast normal und das es dafür keine Begründung gibt auch. Du wirst merken wenn ein Blog allgemein keinen Anklang findet, dann gibt es nämlich mehr als einen Daumen und meistens auch mehr als genug negative Kommentare.

Ansonsten, schöner Beitrag, und viel Glück bei deinem Versuch Visual Novels etwas bekannter zu machen, wobei ich sagen muss das dieses Genre doch schon zu den etwas spezielleren gehört. Viele Spieler sind einfach nicht willens sich den vielen Text durchzulesen. Es hat schon so seinen Grund warum auch in RPGs immer weniger Dialoge zwischen PC und Random NPCs möglich sind, die wenigsten lesen die und es macht zu viel arbeit die zu schreiben.
Man muss halt bedenken das eine Visual Novel einfach nur eine Geschichte erzählt und das mal mehr mal weniger interaktiv. Etwa so wie Fahrenheit oder Heavy Rain, nur mit 100000% mehr Text.
Nicht jeder mag diese Form von Spielen, und aufgrund des Verbreitungsgrades ähnlicher Spiele in Europa und Amerika ist es unwahrscheinlich bis unmöglich das sich diese Form der Spiele langfristig etabliert.

Trotzdem Viel Glück bei deinem vorhaben.
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