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Alle hassen EA! Warum eigentlich?

Von Relix |

Datum: 07.04.2013 | zuletzt geändert: 19.08.2013, 01:03 Uhr


Die Wahl zur "Worst Company" in den USA ist im vollen Gange und wieder einmal hat es EA ins Halbfinale geschafft und völlig unabhängig davon ob EA den Sieg nachhause trägt oder nicht, ist es auf jeden Fall ein Armutszeugnis (Oder Zeichen schlechter Public Relations) überhaupt so weit zu kommen. Dabei muss man der Fairness halber sagen, dass die Wahl zur Worst Company alles andere als ein "gerechter" Wettkampf mit sorgfältig ausgewählten Qualitätskriterien ist. Im Endeffekt geht es um Sympathie, Meinungen, Emotionen und schlicht ergreifend Schadenfreude einem scheinbar übermächtigen Konzern etwas heimzuzahlen. Dabei muss man zugeben, dass EA alles in allem keine besonders gefährliche Firma ist. EA stellt Unterhaltungsprodukte her, von denen wir nicht abhängig sind und soweit ich das beurteilen kann übt EA auch keinen politischen Einfluss aus. Ganz nüchtern betrachtet ist Google da weitaus gefährlicher, denn mit ihrem Informationsmonopol übt diese Firma eine Kontrolle über Meinungen und Wissen aus die äußerst bedenklich ist. Warum ist Google dann schon in der ersten Runde raus gefolgen? Ich vermute ganz einfach deswegen, weil uns Google emotional nicht berührt. Google überwacht uns kontrolliert uns und manipuliert uns, aber im Gegenzug liefert es exzellenten Service unzählige Features und das alles völlig gratis. Google mag im Hintergrund eine graue Eminenz sein, aber richtig wütend gemacht, hat es zumindest mich noch nie. Die Sache mit EA ist dagegen eine persönliche. Warum das so ist, dazu hier einige Standpunkte.

Was die Leute an EA nicht mögen:
(Hinweis: Es geht hier um eine Sammlung von Eindrücken, Argumenten und Vorwürfen die rund um EA immer wieder in Erscheinung treten. Manche dieser Vorwürfe mögen unbegründet oder sogar falsch sein, nichts desto trotz beeinflussen sie die öffentliche Meinung Die Frage „Stimmt nicht“ oder „Stimmt doch“ soll hier nicht gestellt werden, es geht vielmehr darum warum es zu diesen Standpunkten oder Vorwürfen kommt.

1. Eindruck: EA ruiniert alles, was es übernimmt.
Manchmal kommt es einem doch wirklich so vor, als wäre vor EA alles besser gewesen. EA kauft ein erfolgreiches Studio nach dem anderen auf und macht sie teilweise dicht. Plötzlich werden aus erfolgreichen Marken wie C&C oder Sim City brutale Flops. Andere Marken wie die Sims oder Need for Speed werden bis zum Erbrechen ausgebeutet und man fühlt sich als bekäme man immer das gleiche Game nur in neuer Schachtel. Die wenigen guten Spielmarken die unter EA Leitung tatsächlich entstanden sind scheinen hingegen unter der Krankheit zu leiden, dass sie Käufer plötzlich wie aus heiterem Himmel maßlos enttäuschen. Dragon Age Origins: Super Dragon Age2 Naja… Mass Effect 3. Tolles Spiel und dann das Ende ein Schlag in den Magen für viele Fans. American McGees Alice: Super Madness Returns: Ganz Okay.
Rein objektiv betrachtet kann man nicht wirklich feststellen, ob EA tatsächlich schuld an den Mängeln/Niedergängen dieser Spiele und Studios ist, oder ob die Probleme ganz woanders liegen. Fakt ist nur, dass die Fälle mit EA in Verbindung gebracht werden.

2. Eindruck: EA ist maßlos Geldgierig.
Bleiben wir mal realistisch: Spielentwicklung kostet ein Schweinegeld und muss wirtschaftlich erfolgreich geführt werden, damit sie große Projekte überhaupt finanzieren kann. Geldverdienen und Spiele machen sind zwei Seiten einer Münze, die man nicht trennen kann, die Frage ist nur welche Seite oben liegt. Niemand kann feststellen was die Leute wirklich denken, doch während Firmen wie CD Projekt sich so präsentieren können, dass sie: „Gute Spiele machen wollen und damit Geldverdienen“ Bekommt man von EA ständig den Eindruck ihnen ginge es nur um das Geldverdienen und Spiele seien das Mittel zum Zweck. Erst kommt der Aktionär, dann der Kunde als Geldgeber und zum Schluss das Personal.

3. Persönlicher Eindruck: EA nimmt den Kunden nicht für voll und will ihn für dumm verkaufen.
Hierbei handelt es sich um einen persönlichen Eindruck von mir, den ich immer wieder dann bekomme, wenn EA öffentliche Statements macht. Das fängt schon bei den Lizenzverträgen an, in denen ich einfach so geduzt werde und die im Tonfall derartig von oben herab formuliert werden, dass es zum kotzen ist. Von mir aus kann mich jeder auf der Straße oder im Internet mit Du ansprechen kein Problem, aber ich erwarte mir, dass mich eine Firma als Geschäftspartner ernst nimmt und nicht wie ein Kind behandelt, dem man Vorschriften macht. Das gleiche passiert wenn mir EA mit derartig fadenscheinigen Ausreden kommt, dass es lächerlich ist. Hier auszüge aus dem Statement zu: We can do better:
Some people think that free-to-play games and micro-transactions are a pox on gaming. Tens of millions more are playing and loving those games
Wer sagt, dass sie die Spiele lieben oder das okay finden, was man mit ihnen macht?
In the past year, we have received thousands of emails and postcards protesting against EA for allowing players to create LGBT characters in our games. This week, we’re seeing posts on conservative web sites urging people to protest our LGBT policy by voting EA the Worst Company in America.
Ja klar ihr werdet zur Worst Company gewählt weil ihr euch für Homosexuelle eingesetzt habt, das hättet ihr wohl gern.
Many continue to claim the Always-On function in SimCity is a DRM scheme. It’s not. People still want to argue about it. We can’t be any clearer – it’s not. Period.
Äh und warum läuft das Spiel dann auch ohne Internet und krepiert erst nach 30min durch eine Codezeile. Selbst wenn es kein DRM ist, ist der onlinezwang alles andere als notwendig.

4. Eindruck Ea versucht mit DLC den Kunden auszubeuten und verschachert Spiele mit Release Date DLCs Stückchenweise.
Nichts spricht dagegen ein Spiel später mit zusätzlichen Inhalten zu versorgen und dafür Geld zu verlangen. Wobei es Firmen wie CD Projekt gibt(Ja ich gebe zu ich lobe diese Leute sehr hoffentlich bereue ich es nicht irgendwann) die das gratis machen. Doch dafür, dass aus dem Grundspiel Teile herausgeschnitten werden um sie extra zu berechnen ist nicht fair oder?
Machen wir gar nicht, sagt EA. Wir lassen nur Platz im Spiel damit die Contents nachher lückenlos eingebaut werden können. Der richtige DLC wird von einem anderen Team entwickelt während das Hauptspiel schon zertifiziert wird. Zufällig sind dann halt beide zur gleichen Zeit fertig.
Nachzulesen: http://www.forbes.com/sites/erikkain/2012/03/12/bioware-and-ea-respond-to-dlc-controversy/
Viele Konsumenten glauben das vielleicht sogar es ändert sich nur nichts. So wie ich die Entwicklung großer Spiele verstehe und bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, gibt es eine Kreative Gesamtleitung die alles koordiniert und viele kleine Teams die nebeneinander her arbeiten. Zwar werden sich Programmierer, Grafiker, Leveldesigner und Komponist irgendwann zusammensetzen damit alles ein stimmiges Ganzes ergibt, aber ich glaube kaum, dass der Programmierer dem Komponisten sagt welche Instrumente er nehmen soll und der Komponist wird in der Regel nicht am Quellcode herum fummeln.
Kurz gesagt: Jedes große Spiel besteht aus Einzelkomponenten die auf einander abgestimmt und zusammengefügt werden. Ob Firmenintern ein anderes Team am DLC arbeitet oder nicht ist mir und wohl auch anderen Spielern völlig schnuppe. Wenn ich ein Auto kaufe rechne ich auch nicht mit jeder Firma die daran beteiligt war einzeln ab.
Zugegeben was ein Extra ist und was nicht lässt sich bei einem Spiel nur schwer beurteilen, aber ich glaube die Mehrheit der Spieler stimmt mit mir überein, dass ein Teil der Handlung der für das Verständnis der Geschehnisse vorheriger Games wichtig ist nicht unter die Kategorie Extras fällt.

5. Eindruck EA macht falsche Versprechen, und enttäuscht.
Über Enttäuschungen habe ich vorher bereits kurz geschrieben. Es ist sicherlich klar, dass man es nicht jedem Recht machen kann und kreative Konzepte können auch manchmal in die Hose gehen. Heute weiß jeder, dass Gummiband KI nicht sonderlich toll ist oder, dass zu viel Realismus wie die Notwendigkeit des Spielers in GTA zu essen für manche den Spielspaß mindert. Dennoch ist solche Experimentierfreudigkeit ist zu loben vor allem da die Resultate bei manchen Leuten sogar Anklang finden. Dumm ist nur wenn man Dinge ankündigt und dann nicht einhält (Genaue Simulation von Städten viele verschiedene Enden. Ebenso schlimm ist es, wenn man Fehler macht, die selbst einem Laien so unglaublich vermeidbar erscheinen, dass man sich einfach nur fragt, was sich die Entwickler dabei gedacht haben? Die Kartengröße in Sim City war von Anfang an ein Kritikpunkt. Warum haben die Entwickler nicht auf die Community gehört? Keiner mag onlinezwang warum um jeden Preis einen machen auch wenn es angelblich kein DRM ist. Und nicht zuletzt die Serverausfälle. EA ist nicht die Garagenfirma aus der Nachbarschaft sondern ein Megakonzern. Da sind solche Kinderkrankheiten nur peinlich.

6. Eindruck EA bietet den schlechteren Service:
Über Valves Steam lässt sich viel diskutieren. Klar ist, dass die Accountbindung der Spiele und das Unterbinden von Wiederverkäufen, Probleme mit sich bringt. Auch ist schwer einzusehen warum ein Offlinespiel wie BS Infinite unbedingt an Steam gebunden sein muss. Doch im Gegenzug wird einem bei Steam wirklich etwas geboten. Es gibt regelmäßig Aktionen bei denen einem Games zu Schleuderpreisen nachgeworden werden und da sind oftmals Top Titel dabei. Brandaktuelle Titel sind bei Steam zwar auch nicht billiger als woanders aber wenn Steam eine Rabbataktion macht, dann ist es wirklich eine und kein Halbherziges Lockangebot. Von Origin weiß ich auf der anderen Seite überhaupt nicht was es bringen soll. Wenig Titel, wenig Angebote und manche der Aktionen sind ein Witz: Ein Beispiel ist das ultimative Command&Conquer Bundle mit allen Spielen zusammen für unter 30€. Faires Angebot es sei denn man hat schon einige der Titel (auch auf Origin) und möchte eigentlich nur noch ein zwei Teile um die Sammlung zu vervollständigen. Bei Steam kann man bei solchen Aktionen meist auch nur Teile kaufen oder überflüssige Codes weitergeben, bei Origin sind die Spiele einfach doppelt und werden auch doppelt Accountgebunden.
Zusammenfassung:
Wie bereits am Anfang gesagt geht es in diesem Blogeintrag in erster Linie um Meinungen und vielleicht auch um viele Vorurteile, die so im Detail nicht stimmen müssen. Sicherlich ist EA für Vieles überhaupt nicht verantwortlich oder es gab Ereignisse die Außerhalb der Kontrolle des Unternehmens lagen. EA hat auch viel Gutes für die Spieler getan und tolle Titel geliefert an denen wir viel Freude hatten. Ob die Spielewelt ohne EA besser dran wäre, darüber lässt sich sicher diskutieren dennoch glaube ich, dass es genug gute Gründe gibt EA nicht zu mögen.

P.S. Ich weiß, dass meine Rechtschreibung mies ist Sorry!

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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#1 | 07. Apr 2013, 12:51
"P.S. Ich weiß, dass meine Rechtschreibung mies ist Sorry!"

Da mussten wir schon viel schlimmeres ertragen!
Schöner gewählte Absätze, mehr Interpunktion und korrekte Groß-/Kleinschreibung würden dem ansonsten wirklich guten Blog guttun!
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Avatar TheVG
TheVG
#2 | 07. Apr 2013, 17:08
Egal wegen der Rechtschreibung, jedenfalls finde ich es toll, dass du da einen differenzierteren Einblick gewährst als die meisten.

"EA stellt Unterhaltungsprodukte her, von denen wir nicht abhängig sind" - dieses Zitat widerspricht sich nur mir in der Betrachtung von selbst. Mal ehrlich, wenn du schon die Kommentare liest und was sonst noch so über EA geunkt wird, dann ist diese Stelle eher die Erklärung dafür, wie abhängig nicht wenige davon zu sein scheinen. Das hat nichts mehr mit Hobby frönen zu tun, sondern eher mit der Situation Firma/Kunde, die uns auch im privaten Bereich das Leben schwer macht. EA wird eben wie der Megakonzern gesehen, der eine Vormachtsstellung einnimmt und auch gerne annimmt. Da ist dann nichts mehr mit Hobby, sondern mit Kosten/Nutzen-Faktor, Kundenköpfe-Tätscheln oder im schlimmsten Fall auch das Sich-durch-die-Täler-manövrieren-egal-wie.

Zum Glück gehen solche Firmen für meine Bedürfnisse immer die Wege, die mir am besten passen. Ist Erfolg da, werden sie gierig und machen schlampige Spiele, die vorher noch eine Art Überzeugungstat waren. Im Moment werden wieder nur Serien neu aufgelegt, und da zahle ich bestimmt keinen Vollpreis für. Und da aus dem Hause EA für mich nichts brauchbares rauskommt, erledigt sich auch der Herzkasper - vorausgesetzt, ich will mich überhaupt aufregen.
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Avatar Richard S.
Richard S.
#3 | 09. Apr 2013, 19:03
Toller Blog und vergleichsweise wesentlich objektiver als das Meiste, was über EA geschrieben wird. Hätte mich selber wohl wesentlich mehr reingesteigert.
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Avatar Takamisakari
Takamisakari
#4 | 10. Apr 2013, 16:09
Jeder Blog, der gegenüber fragwürdigen Publishern aufklärt, hilft der Spiele-Szene. Die Wirkung ist jedoch recht gering. Leider gelangt dies kaum in die Medien und an relevante Stellen des Handels. Auch wenn es für uns nur ein Hobby ist, so hängt daran ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig, bei dem es die guten Publisher verdient haben, weitermachen zu können. Dazu gehört auch, dass über die Produkte aufgeklärt wird, dass sie ggf. auch mal ein Gütesiegel bekommen (statt Pseudo-Wertungen von diversen Magazinen), was nicht nur hilft, gute von schlechten Spielen zu unterscheiden, sondern auch unbekannte Spiele stärker in den Fokus rückt, sodass letztendlich die Überzeugung des Produktes den Gewinn des Publishers bestimmt, und nicht die Größe der Marketingkampagne, der Missbrauch von Namen erfolgreicher Serien usw.
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Avatar soulreaver683
soulreaver683
#5 | 11. Apr 2013, 08:08
Sind wir doch mal ehrlich,
Jeder hast angeblich irgend ein Spielekonzern, sei es EA oder Ubisoft usw.
Es ist wie mit der Bildzeitung jeder schimpft drauf, keiner liest sie aber sie haben den größten Umsatz.Und genau so ist es mit den Spielekonzernen. Nehmen wir EA (FIFA) jedes Jahr das gleiche Spiel, es wird geschimpft das es keine großartigen Neuerungen gibt, Hallo man kann Fussball nun mal nicht neu erfinden. Der Konzern muss ja irgendwo alles richtig machen, denn die zahlen stimmen ja bei denen. Das heist nicht das man alles gut finden muss was EA macht , aber nur schimpfen wie doof oder schlecht sie sind und dann trotzdem ihre Games kaufen ist wohl nicht der richtige weg dem Konzern zu sagen so nicht.

PS: Meine Meinung
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