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Managergehälter

Von slihs |

Datum: 07.04.2013 | zuletzt geändert: 26.04.2013, 17:21 Uhr


Wirtschaftskrisen fördern bekanntermaßen kreative und populistische Denkweisen. Mischt sich unter diese, für sachliche Denkweise, nicht sehr förderliche Stimmung noch das Wahlkampfgetöse wie momentan in Österreich und Deutschland, reiht sich eine stimmenwirksame Forderung an die nächste.

Vor allem in Hinsicht auf eine mögliche kommende Niederlage, mit dem Rücken zur Wand stehend, greift man gerne Spielbälle auf, um sie in extremerer Abwandlung unters Volk zu bringen. Da kam Peer Steinbrück der Vorschlag von EU-Binnenmarktkommissar Barnier, auf mehr Mitsprache der jeweiligen Hauptversammlung bei der Vergütung ihrer Führungsriege gerade recht. Doch diese Initiative, die durchaus auf sachlicher Basis beruht und unterstützendswert ist, ging dem SPD-Spitzenkandidaten nicht weit genug. Dem Ganzen fehlte noch eine Priese Populismus, bevor es unter das wartende Volk geworfen werden konnte. Treu der Ideologie und im Wissen, dass das Wecken von Gier und Eifersucht beim überwiegenden Teil der Bevölkerung auf Gegenliebe stößt, fordert Steinbrück eine gesetzliche Obergrenze für Managergehälter, nicht nur bei (teil-)staatlichen Betrieben, auch bei privaten.

Wie zu erwarten war, stößt dieser Vorschlag im ersten Moment beim Großteil der Bevölkerung auf Gegenliebe. In Zeiten wo überall der Sparstift angesetzt wird, sei es doch ungerecht, dass jemand eine Prämie von ihrem Geld bekommt. Stopp. Da war doch ein Fehler im Satz. Seit wann ist es das Geld der Steuerzahler, was rein private Unternehmen ihren Chefs bezahlen? Ist es nicht das Geld der Eigentümer? Seit wann, werden diese vom Staat vertreten?

Anstatt die eigenen Bezüge zu überdenken, und ich meine damit nicht sie zu erhöhen, will die gesammelte Linke Europas privaten Betrieben vorschreiben, wie sie mit dem selbst erwirtschafteten Gewinn umgehen sollen, ganz dem kommunistischen Motto „Alles für Alle, Nichts für den Einzelnen“. Ein Bekenntnis zur Demokratie und sozialen Marktwirtschaft verlangt auch, dass es den Unternehmen innerhalb den Gesetzen frei gestellt sein muss, über ihren erwirtschafteten Gewinn zu verfügen, wie es Ihnen beliebt. Wenn VW-Chef Martin Winterkorn mittlerweile das dritte Jahr in Folge einen Rekordgewinn einfährt, sei es ihm gegönnt, und vor allem die Entscheidung des Unternehmens, ihm 17 Millionen € Prämie, 0,1 % des erzielten Gewinnes, zu zahlen. Ob das gerechtfertigt sei, ist nicht vom Staat zu bewerten, denn es geht ihn schlichtweg nichts an.

Die Gehälter von Managern sind noch immer reine Angelegenheit derer die sie bezahlen und dass sind bei nicht verstaatlichten Betrieben, noch immer private Arbeitgeber. Aber bei so einer „Ungerechtigkeit“ wie teilweise absurd hohen Bezügen muss der Staat doch Eingreifen, um das System vor sich selbst zu retten, schallt es aus dem Elysee Palast. Come on!

Hat sich dieser Herr oder andere aus seiner Gesinnungsgemeinschaft je darüber beschwert, dass ein ein Lionel Messi 33 Millionen im Jahr für ein bisschen Fußballspielen bekommt? Nein? Zieht das leicht bei den Wählern nicht? Könnte es sein, dass hier auf einmal das ganze aus der Sicht dieser Personen wieder eine Angelegenheit des privaten Klubs ist?

Vielleicht sollten diese Herren anstatt die Populismuskeule zu schwingen, über ihre eigenen Gehälter nachdenken? Ist es gerecht das ein österreichischer Bundespräsident 100.000 € im Jahr mehr Verdient als sein amerikanisches Gegenüber, bei bedeutend weniger Verantwortung und Leistung?

Aber wie es mit dem Neid halt so ist, lieber gegen die Anderen Hetzen, als vielleicht mal an sich selbst zu denken .

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ChrissiSch
#1 | 08. Apr 2013, 07:00
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
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TheVG
#2 | 08. Apr 2013, 08:17
Ganz ehrlich: Bist du jetzt für oder gegen diese Managergehälter?
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slihs
#3 | 08. Apr 2013, 08:20
Zitat von TheVG:
Ganz ehrlich: Bist du jetzt für oder gegen diese Managergehälter?


Ich bin dagegen dass der Staat in private Unternehmen eingreift indem er Managergehälter begrenzt.
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TheVG
#4 | 08. Apr 2013, 09:46
Dann unterstützt du auch Maßlosigkeit. In welchem Verhältnis ist das zu sehen, wenn ein Unternehmen Rekordumsätze einfährt und der normale Angestellte sieht davon keinen Cent, nur dass sich die Chefs ihre Jahresgehälter NOCH mehr aufstocken können (wo ist der Unterschied zwischen 2 Millionen jährliches Einkommen und zusätzlichen Boni in Millionenhöhe? Kann man den Privatjet dann nicht in einem Jahr abbezahlen...)? Aufträge an Land zu ziehen ist nur ein Bindeglied in einer Kette des Erfolgs, und mich wundert es nicht, wenn dann viele nach Intervention schreien. Wenn man selbst als Personenmasse nichts mehr erreicht, dann muss auch mal jemand einspringen, der was erreichen kann, und sei es "nur" die Politik. Was hinten rauskommt, ist dann wieder eine andere Sache. Diese Lass-jeden-tun-was-er-will-Einstellung ist jedenfalls nur bedingt unterstützbar, weil es ein Zerrbild dessen ist, was jeder einzelne hätte erreichen können, und das durch solche Umverteilungen von Geld versagt bleibt.
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Cyrotek
#5 | 08. Apr 2013, 10:42
Zitat von TheVG:
Dann unterstützt du auch Maßlosigkeit. In welchem Verhältnis ist das zu sehen, wenn ein Unternehmen Rekordumsätze einfährt und der normale Angestellte sieht davon keinen Cent, nur dass sich die Chefs ihre Jahresgehälter NOCH mehr aufstocken können (wo ist der Unterschied zwischen 2 Millionen jährliches Einkommen und zusätzlichen Boni in Millionenhöhe? Kann man den Privatjet dann nicht in einem Jahr abbezahlen...)? Aufträge an Land zu ziehen ist nur ein Bindeglied in einer Kette des Erfolgs, und mich wundert es nicht, wenn dann viele nach Intervention schreien. Wenn man selbst als Personenmasse nichts mehr erreicht, dann muss auch mal jemand einspringen, der was erreichen kann, und sei es "nur" die Politik. Was hinten rauskommt, ist dann wieder eine andere Sache. Diese Lass-jeden-tun-was-er-will-Einstellung ist jedenfalls nur bedingt unterstützbar, weil es ein Zerrbild dessen ist, was jeder einzelne hätte erreichen können, und das durch solche Umverteilungen von Geld versagt bleibt.


Also möchtest du, das der Staat privaten Unternehmen vorschreibt, was diese mit ihrem erwirtschaftetem Gewinn machen?
Kaum ein Unternehmen wird das durch eine Begrenzung frei gewordene Geld an ihre Mitarbeiter umverteilen.
Ergo muss der Staat privaten Unternehmen aufdiktieren, was diese mit ihren Gewinnen machen dürfen und was nicht. Sehe nur ich hier das Problem?

Mal davon abgesehen das dies bedeutet, sich von der freien Marktwirtschaft zu verabschieden.
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TheVG
#6 | 08. Apr 2013, 12:53
Zitat von Cyrotek:


Also möchtest du, das der Staat privaten Unternehmen vorschreibt, was diese mit ihrem erwirtschaftetem Gewinn machen?
Kaum ein Unternehmen wird das durch eine Begrenzung frei gewordene Geld an ihre Mitarbeiter umverteilen.
Ergo muss der Staat privaten Unternehmen aufdiktieren, was diese mit ihren Gewinnen machen dürfen und was nicht. Sehe nur ich hier das Problem?

Mal davon abgesehen das dies bedeutet, sich von der freien Marktwirtschaft zu verabschieden.


Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ihr gegen ein Stück von Kontrolle habt. Es geht nicht darum, gleich ein anderes Extrem einzuführen, sondern auch mal an die zu denken, die dafür sorgen, dass Produkte auch funktionieren. Es kann nur einfach nicht sein, dass ein Großteil einer Belegschaft auf der Stelle treten muss, nur weil ein paar Einzelpersonen den Geldsack noch weiter aufmachen wollen. Es geht nicht nur um Kontrolle, sondern auch um Verpflichtungen, die in einer solchen Hierarchie mittlerweile mit zweierlei Maß gemessen wird.

Gefälligkeiten und Bückling spielen nach oben, und Druck aufbauen nach unten. Warum haben wir denn so einen hohen Krankenstand wegen psychischer Probleme? Warum leidet die Qualität von Produkten tendenziell so stark? Ganz sicher nicht, weil sich alle so wohl in ihrem Job fühlen. Ihr könnt gerne auf sowas wie Freiheit pochen und der ach so tollen freien Marktwirtschaft huldigen. In dem Zusammenhang reden wir ja nicht nur von Managergehältern. Wer A sagt, muss auch B sagen, und wer auf Occupy-Bewegungen steht und diese Freiheit propagiert, darf sich nicht wundern, wenn man ihn nicht ernst nimmt.

Wir hatten früher auch mal ein anderes System. Nannte sich soziale Marktwirtschaft. In solch einem wurde zum Beispiel der Begriff "Made in Germany" geprägt und weiterentwickelt, Arbeitslosigkeit war niedrig, das Lohnniveau sehr angemessen, ergo war unser Lebensstandard bedeutend höher.
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slihs
#7 | 08. Apr 2013, 13:02
Zitat von TheVG:


Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ihr gegen ein Stück von Kontrolle habt. Es geht nicht darum, gleich ein anderes Extrem einzuführen, sondern auch mal an die zu denken, die dafür sorgen, dass Produkte auch funktionieren. Es kann nur einfach nicht sein, dass ein Großteil einer Belegschaft auf der Stelle treten muss, nur weil ein paar Einzelpersonen den Geldsack noch weiter aufmachen wollen. Es geht nicht nur um Kontrolle, sondern auch um Verpflichtungen, die in einer solchen Hierarchie mit zweierlei Maß gemessen wird.

Gefälligkeiten und Bückling spielen nach oben, und Druck aufbauen nach unten. Warum haben wir denn so einen hohen Krankenstand wegen psychischer Probleme? Warum leidet die Qualität von Produkten tendenziell so stark? Ganz sicher nicht, weil sich alle so wohl in ihrem Job fühlen. Ihr könnt gerne auf sowas wie Freiheit pochen und der ach so tollen freien Marktwirtschaft huldigen. In dem Zusammenhang reden wir ja nicht nur von Managergehältern. Wer A sagt, muss auch B sagen, und wer auf Occupy-Bewegungen steht und diese Freiheit propagiert, darf sich nicht wundern, wenn man ihn nicht ernst nimmt.


Wer sagt, das Cryotek oder ich auf Occupy-Kundgebungen steht. Persönlich habe ich diee neue Bewegung stets kritisch gesehen und mich auch klar von ihr distanziert.

Zum Thema Burn-Out:
Geld ist zwar auch ein Faktor des Berufes aber kein Faktor, der dazu führt das psychische Probleme entstehen, da spielen Druck und fehlendes Interesse an dem Job selbst eine gewichtigere Rolle.

Und bleiben wir kurz bei meinem VW-Beispiel. Wie ich ja bereits geschrieben habe, macht die Prämie 0,1 % des Gewinnes aus. Bei ca. 550.000 VW-Mitarbeitern weltweit würde jeder ca. 34 € mehr Gehalt bekommen, wenn diese Prämie an die Mitarbeiter ausbezahlt wird.

Werden 34 € Jahresprämie deiner Meinung nach psychische Probleme bei einigen Mitarbeitern lösen?
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slihs
#8 | 08. Apr 2013, 13:03
Zitat von ChrissiSch:
Bist du den ganzen Tag nur am heulen?


Kannst du eigentlich etwas anderes als Blödsinn verzapfen?
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TheVG
#9 | 08. Apr 2013, 13:32
Zitat von slihs:


Zum Thema Burn-Out:
Geld ist zwar auch ein Faktor des Berufes aber kein Faktor, der dazu führt das psychische Probleme entstehen, da spielen Druck und fehlendes Interesse an dem Job selbst eine gewichtigere Rolle.

Und bleiben wir kurz bei meinem VW-Beispiel. Wie ich ja bereits geschrieben habe, macht die Prämie 0,1 % des Gewinnes aus. Bei ca. 550.000 VW-Mitarbeitern weltweit würde jeder ca. 34 € mehr Gehalt bekommen, wenn diese Prämie an die Mitarbeiter ausbezahlt wird.

Werden 34 € Jahresprämie deiner Meinung nach psychische Probleme bei einigen Mitarbeitern lösen?


Nur mal so: Geld=Sicherheit=Zufriedenheit=Motivation (egal, was an welcher Stelle steht). Jobgarantien, Kaufkraft, Sicherheit, Zusammenhalt - das sind Faktoren, die Leute motivieren, und nicht Entfremdung/Individualismus, Risikomanagement, Erpressertum.

Und wo hast du diese Prämienrechnung her? Bestimmt nicht von VW. Bei zweistelligen Milliardengewinnen kommen bestimmt keine 34 € raus. Außerdem ist VW das falsche Beispiel für, weil die gezahlten Boni ebenfalls für Motivation sorgen. Es geht hier nicht nur um das Geld, es geht um Selbstbestätigung und den Umstand, sich als etwas wert in der Firma zu fühlen.

Wenn ich mir das Gegenteil anschaue, wo man wegen Facebook-Bildern entlassen wird, deine Herkunft ausspioniert wird, um deinen sozialen Hintergrund auszusortieren, wo man erpresst wird, sobald man eine eigene Meinung vertritt - wenn ihr das toll findet, bitte schön. Dann schaut aber auch schön immer hinter euch, es könnte euch eventuell jemand folgen.
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Cyrotek
#10 | 08. Apr 2013, 13:32
Zitat von TheVG:

Und wo hast du diese Prämienrechnung her? Bestimmt nicht von VW. Bei zweistelligen Milliardengewinnen kommen bestimmt keine 34 € raus. Außerdem ist VW das falsche Beispiel für, weil die gezahlten Boni ebenfalls für Motivation sorgen. Es geht hier nicht nur um das Geld, es geht um Selbstbestätigung und den Umstand, sich als etwas wert in der Firma zu fühlen.


Ehm, VW hatte 2012 21,9 Milliarden Euro Gewinn. 0,1% davon (Das war die Prämie von der wir reden) sind 21,9 Millionen (man berichtige mich, wenn ich mich irre, so viele Nullen). Das ganze durch 550.000 Mitarbeiter ergibt 39,82 € brutto pro Mitarbeiter.
Milchmädchenrechnung, ich weiß. Aber viel mehr dürfte das so oder so nicht werden.

Und von der Prozentsumme her dürfte das in anderen Firmen ebenfalls nicht viel mehr sein. Weiß ich zwar nicht, aber mir wird eh jeden Moment mitgeteilt ob meine Behauptung falsch ist, nicht?
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