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Black Mesa Review

Von TheVG |

Datum: 30.09.2012 | zuletzt geändert: 06.03.2013, 18:18 Uhr


Acht Jahre haben wir gewartet, nun ist es endlich da. "Black Mesa" komplettiert nach langer Vorfreude das, was man bei der Half-Life-Saga als "sourced" bezeichnen könnte. Es gab ja mal ein "Half-Life: Source" das aber nur schlecht als recht als Neuauflage durchging, nun mussten ein paar Fans ran, eine komplette Neuauflage zu proiduzieren. Wie sich das Fan-Projekt spielt und ob es das alte Feeling einfangen kann, lest Ihr im Folgenden.

Schon die Anfangssequenz, in der Freeman den Laborkomplex per Transitsystem erkunden kann, stellte objektiv betrachtet eine Herausforderung dar. Man hat noch sehr gut in Erinnerung, wie die Frauenstimme uns durch den Beginn begleitet, untermalt von atmoshärischer Musik. Der erste Stolperstein also, der bei falscher Herangehensweise ein Atmosphärekiller sein kann.
Zuerst fällt beim Start von "Black Mesa" auf, dass die Umgebung nicht mehr so lang gestreckt wirkt als noch im Original von 1998. Alles wirkt viel komprimierter und lebhafter, detailreicher und farbiger als noch die klobigen Polygone von damals. Sicherlich war es einfacher, mit den Mitteln der Source-Engine Details in technischer und ausstatterischer Manier auszuarbeiten, doch hat man als HL-Veteran schnell das heimelige Gefühl wieder. Die eingeprägten Szenen sind schnell wieder erkannt, und man merkt dem Entwicklerteam die Liebe zur Marke sofort an. Es fällt auf, dass die Stimmen neu eingesprochen wurden und komplett neue Musikstücke komponiert worden sind, die jederzeit professionell rüberikommen und so manch Großproduktion mit Endlos-Budget alt aussehen lassen.

Grafik

Mit der Source-Engine hatte man ein starkes Grafikgerüst zur Verfügung, das schon von vornerein viele Sets für das gewisse Etwas bereit hielt. So sind die weitläufigen, aber auch sehr steril wirkenden Areale in "Black Mesa" endlich passé, überall sind Räume mit Regalen, Schreibtischen und Büros ausgestattet. Auch in den Kampfgebieten sind die Sets sinnvoll verwendet worden und unterstützen so die Atmosphäre um einiges besser. Sonstig zu erwähnen sind die Neukreationen, die z.B. die Lambda-Komplexe so unverwechselbar machten. Die reihen sich nahtlos in den Gesamteindruck ein und unterstreichen die insgesamt beachtliche Gesamtleistung der Entwickler.


Sound

Definitiv eine der innovativsten Neuerungen in der Conversion. Nicht nur, dass endlich das Kratzen in den Stimmen verschwunden ist, sondern hier auch kein faules Recycling der alten Geräusche vorgenommen wurde. Die Waffensounds sind meist selbst hergestellt worden, die Sprecher verbessern gar das Niveau hörbar. Was leider etwas auf der Strecke geblieben ist, ist der eigene Charakter der Töne. Alles wirkt etwas zurückhaltend, und die Sounds haben weniger Wiedererkennungswert. Wen das nicht stört, sollte lieber den Aufwand lobend vor Augen halten. Ganz stark ist der Soundtrack geworden, der zwar weniger Abwechslung zu bieten hat und nicht so ganz "catchy" ist wie das Original, doch technisch und musikalisch durchaus professionell und gut hörbar ist.


Bedienung

Die gewohnt sehr gute Steuerung wurde aus HL 2 importiert. Die Zoom-Funktion ist ebenfalls enthalten, was "Black Mesa" auf den Stand der Fortsetzung hievt. Ansonsten darf eigentlich nichts bemängelt werden.


Gameplay

Alle Fans des Shooter-Klassikers werden die Vorlage in sehr vielen Ecken wieder erkennen. Hier und da wurden leichte Veränderungen vorgenommen, die sich in veränderten Gegnertypen zeigen. Die Rätsel sind im Grunde vergleichbar, doch wurde auch hier die Source-Engine dafür genutzt, manche Abschnitte ein wenig zu verändern. So kommen auch Physikrätsel zum Einsatz, die man schon aus dem Nachfolger kannte. Wer sich außerhalb von City 17 an das Becken mit den blauen Plastiktonnen erinnert, die man für eine Rampe versenken musste, wird dieses Rätsel auch im Remake finden. Trotzdem sind viele der einprägsamsten Aufgaben aus HL 1 wieder zu finden, seien es die Portaltürme oder Fließbandklettereien.


Sonstiges

Leider plagen die Mod ein paar Bugs. Sobald mehrere Effekte zum Einsatz kommen, bricht die Performance empfindlich ein. Da die Engine an sich sehr genügsam ist (und entsprechend alt), ist es ein wenig störend, wenn in effekt- und actionlastigen Sequenzen das Ruckeln einsetzt. Auch die Animationen beim Töten von Monstern wirkt ein wenig belustigend. Die verschwinden nämlcih einfach im Boden und bleiben auch mal in offenen Böden schlicht hängen. Es kann auch mal vorkommen, dass Scripts nicht funktionieren und ein Neuladen nötig ist. Dafür ist freies Speichern ein Segen, so dass sich der Nervfaktor doch in Grenzen hält.


Fazit

Acht Jahre Wartezeit haben sich wirklich gelohnt. "Black Mesa" hievt Half-Life endlich richtig auf das Niveau seines technisch einfach schöneren Nachfolgers. Leichte Änderungen sind Veteranen sofort auffällig, und dies zusammen mit den unzähligen Wiedererkennungswerten macht aus der Modifikation wahrlich eine Verbesserung des schon unsterblichen Originals. Die Detailverliebtheit und die Akribie der Fanentwickler verdient allerhöchsten Respekt, auch wenn etwas ganz wichtiges gefehlt hatte...

Wertung 89/100

(begründet durch Bugs und andere kleine Fehler)

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