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E.G.U.S. #1.1 – Planescape Torment

Von TheVG |

Datum: 10.06.2013 | zuletzt geändert: 28.09.2013, 10:25 Uhr


Es.geht.um.Spiele-Blogreihe

Eine kurze Einleitung:

Ich möchte hiermit eine kleine Reihe an Blogs veröffentlichen, die sich ausschließlich um Spiele und Spielerfahrungen dreht. Dass hier ordentlich gespoilert wird, sollte dabei selbstverständlich sein, ich versuche aber auch, die Aussagen etwas allgemeiner zu halten.

Ähnlich der Tagebucheinträge von Ocejanus oder anderen Blogs dieser Richtung sollen die Texte ein bisschen beschreibenden und atmosphärischen Charakter haben, außerdem sollen die Blogs nicht zu weit ausschweifen. Letztlich sollen pro Spiel nicht mehr als drei entstehen, weil ich es verstehe, dass man nicht endlos Inhalt lesen will, wenn es um rund 20 Stunden Gameplay geht.

Also, viel Spaß beim Lesen, und Kommentare sowie konstruktive Kritik sind natürlich willkommen :)


Tja, da gehen sie hin, die Klassiker an Spielen, die in aller Munde sind und sie trotzdem nicht viele kennen. Mit Planescape Torment muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mir das Spiel mal irgendwann früher blind gekauft hatte (damals kaufte ich wirklich vieles blind, vor allem was unter dem Ladentisch hervorgezogen wurde). Irgendwie muss ich ja nun froh sein, dass mich mal der Ordnungsrappel überfällt und ich dann sehr akribisch alles abarbeite, was denn so in meiner Sammlung in dicken Kisten verstaubt.

Und da fiel mir eben Planescape Torment in die Hände.

Vier CD-Roms, Krisselgrafik und Rollenspiel – da war ich früher irgendwie zu actionlastig veranlagt gewesen, und da nahmen Rollenspiele einen schlechten Stand bei mir ein. Nun können sich Zeiten aber auch ändern, also bin ich in Verbindung mit der News von der Entwicklung eines Nachfolgers doch wieder neugierig geworden.

Die ersten Eindrücke sind vorausgenommen wirklich keine schlechten. Wie gesagt, ich spiele das Spiel das erste Mal so richtig an, und auch wenn die Spielmechanik sich recht komplex gibt, versprüht PT einen dunklen Charme. Da steigt unser Held schön animiert von einem Totentisch und unterhält sich einführend erst einmal mit einem schwebenden Totenschädel, der sich passenderweise Morte schimpft. Der hat oberflächlich betrachtet schon mal eine sehr lockere Sprache drauf und sagt uns, wo wir uns gerade befinden. Wenn ich mich so umschaue, dann sieht das ja nicht gerade einladend aus. Leichen, fixiert auf Tischen, teils ausgeweidet und ready for Einbalsamierung (wie ich später erfahre).

Zuallererst muss man als Spieler wissen, dass Lesen absolute Pflicht ist. Es gibt viel Text in PT, und der muss auch entsprechend abgearbeitet werden. Nichts mit Komplettvertonung, aber dessen war ich mir auch schon vorher bewusst – so war das eben früher. Wem das jetzt zu retro ist, sag ich schlicht „I don´t give a f**k!“ Also lese ich mir alles durch, versuche so gut wie möglich alles zu verstehen. Immerhin weiß ich danach, dass ich in diesem Leichenschauhaus mittlerweile Dauergast bin. Dass ich mit eingeritzten Tattoos auf dem Rücken übersät bin, und dass dies eine Zwischenwelt zwischen Leben und Tod ist, in der ich mich befinde. Im Allgemeinen hat sich in meiner Session noch keine besondere Frage gestellt, sondern nur eine Bestandsaufnahme. Es wird viel beschrieben, und das Spiel weiß gut, dass es nicht alltäglicher Natur ist und nimmt mich für die Einführung recht gut bei der Hand.

Nun sieht die Grafik natürlich altersbedingt klobig aus, und auch wenn die Animationen für die Zeit sogar etwas hermachen, ist alles sehr starr und ohne den gewissen modernen Pepp designt worden. Trotzdem fühle ich mich in Verbindung von Setting und schaurig-dezenter Musik leicht angespannt. Es wandeln auch (mal wieder) Zombies durch die riesige Anlage, die ersten drei müssen wir gar töten, um einen Schlüssel zu erhalten, aber – und das ist der wesentliche Unterschied des Spiels – sollte man mit ihnen reden und sie besser in Ruhe lassen!

Ok, die meisten sind stumm und dumm wie der Trottel aus einer Autowerkstatt, aber hilfreich sind sie so oder so, und questrelevant obendrein. Hier kommt (wenn auch in Textform) auch das ekelhafte Szenario zum Tragen. Ich soll teils Nadeln aus deren Lippen schneiden oder kann sie anschubsen, weil ihre Extremitäten nur behelfsmäßig zusammengeflickt wurden... ja, so stelle ich mir einen angenehmen Sonntag Nachmittag bei Sonnenschein bestimmt vor. Wohlig und angenehm angewidert gehe ich also weiter meinen Weg durch das Etablissement und lerne unter anderem die Dustmen (gleichzusetzen mit den Einbalsamierern) und den Caretaker kennen. Der „Sich-Kümmerer“ ist der Buchhalter unter den Leichenverwaltern und gibt auch sogleich den nächsten Schub mit, uns weiterzupushen.

Das Ende der Session muss dann leider mit einem Fehler meinerseits begründet werden. Durch etwas ungeduldige Klickerei aktivierte ich den Feindmodus, so dass ich bald das ganze Haus gegen mich hatte. Game Over.

Aber ist es noch lange nicht das Ende meiner Bestrebung, das Spiel weiterzuspielen. Jetzt habe ich wortwörtlich Blut geleckt...

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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#1 | 10. Jun 2013, 16:34
Bin gerade auch dabei das gute Planescape durchzuspielen:
Einfach ein fantastisches Spiel!
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