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E.G.U.S. #2.1 – Beneath a steel sky

Von TheVG |

Datum: 14.06.2013 | zuletzt geändert: 23.07.2013, 21:57 Uhr


Joey ist schon ein kleiner Hitzkopf. Er ist zwar nur ein Roboter, hat aber immer noch genügend Eigenständigkeit in seinem Elektronikgehirn, dass er meine Anweisungen erst einmal bissig kommentieren muss. Da muss ihn zuerst mehrere Male dasselbe Schicksal ereilen, bis er endlich mal glücklich ist....

Nein, das war es noch nicht, also nochmal von vorne:

Diese fette Millionärin kannte meine Eltern! Mein Gott, bin ich froh, dass ich endlich an jemanden geraten bin, die mir ernsthaft weiterhelfen kann. Also statte ich ihr auf ihre Einladung hin einen Besuch ab und muss sie dann in ihrem Negligée bewundern. Also erspare ich es mir, neben ihr Platz zu nehmen – wer weiß, wie lange sie schon ohne Mann dagesessen ist...

Tz, nee, auch nicht.

Ich hasse diese Stadt. Sie ist so groß und kalt und voller seltsamer Menschen. Es hätte niemals passieren sollen, dass dieser idiotische Security-Fritze unser freies Land betrat und mich gefangen nahm. Zum Glück ist der Helikopter abgeschossen worden, ich habe überlebt und muss nur noch einen Weg aus diesem Koloss finden...

Hmpf, letzter Versuch.

Die Kathedrale ist so leer und unheimlich. Luft zog geräuschvoll aus den Durchgängen hervor, es klang wie in einer gespenstischen Höhle, das gedämpfte Licht durch die Mosaikfenster verwandelte das Innere in ein surreales Bild. Aber was war das? Hinten, unter den Säulen standen Personen. Aufgereiht, wie beim militärischen Morgenappell. Keine von ihnen rührte sich. Als ich näher an sie rantrat, verursachte ihr Anblick bei mir einen kleinen Schock. Sie sahen alle gleich aus...

Ok, versucht doch mal, Beneath a steel sky in eine Schublade mit 2, 3 Worten zu stecken. Also ich hatte so meine Probleme damit, weil es schlecht geht. Wenn ich das tun müsste, würde ich es wohl in einen knappen Satz pressen müssen, weil das Spiel doch mit so einigen Szenarien und Genreaspekten vollgepackt ist, dass mir die Kategorisierung recht schwer gefallen ist.

BASS ist - um genau das mal zu versuchen - ein Adventure im LucasArts-Stil, das voller Humor ein SciFi-Szenario mit Verschwörungsgeschichte erzählt. Aber von Virgin Games vertrieben wurde.

Genau daher hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich denn das Spiel überhaupt kurz und knapp beschreiben sollte. Für einen Schreiber sind solche Titel wirklich nicht einfach zu handeln, weil man ja keine Langeweile aufkommen lassen oder den Leser mit Infos zuwerfen will. Aber ok, der vorherige Absatz erklärt das Spiel ja schon ganz gut.

Als Klassiker bekommt man das Spiel mittlerweile umsonst bei ScummVM oder gog.com als Geschenk, und ich bin einfach der Meinung, dass man es unbedingt spielen sollte. Ok, es ist ein Adventure (nicht jedermanns Sache); ok, es ist SciFi (nicht jedermanns Sache); ok, es hat Designschnitzer (ein 2 Pixel breiter Fleck stellt sich als Plastiksprengstoff heraus, der auch noch unter einem Laufgitter liegt – ja klaaar!). Aber gehört das Spiel abseits vom Pionierentwickler LucasArts/Lucasfilm Games einfach zu einen der besten ihrer Art. Warum?

Nun, da wäre zuerst einmal das Setting an sich. Wer Aldous Huxleys berühmtesten Roman „Schöne neue Welt“ kennt, dürfte hier so manche Anlehnung erkennen. Unser Held kommt auch von „draußen“ und ist als eine Art Fremdkörper in der großen Stadt anzusehen. Überhaupt ist hier vieles SciFi in einer dystopischen Zukunft, und das blitzt trotz des heiteren Spielgefühls (zumindest bis zum letzten Drittel) öfter mal durch. Irgendwie nur schade, dass sich Entwickler Revolution hat dazu hinreißen lassen, viele Bildschirme hell und freundlich zu gestalten, sie mit schrulligen Charakteren zu füllen und eine Musik zu komponieren, die den Anschein erweckt, dass man ebenso gut Sam & Max spielen könnte. Hier muss ich leider kritisieren, dass man das Szenario oftmals vernachlässigt hat. Denn wenn man im fortgeschrittenen Verlauf die oben erwähnte Kathedrale betritt und so langsam die Geheimnisse lüftet, wird das Spiel auch plötzlich viel ernster und atmosphärischer. Ehrlich gesagt wurde mir da schon schummrig, was da wirklich so passiert und passieren soll – aber spoilern will ich mal nichts. Überraschung!, sag ich da nur...

Auch wenn das nicht so konsequent gestaltet wurde, hatte ich auch an den ersten beiden Spieldritteln viel (Rätsel)Spaß. Mal diese schon erwähnte Pixelsucherei außen vor gelassen, sind die Rätsel durchaus komplex und gut gelungen, jedenfalls fordernder als so manch neuer Titel, welcher vielleicht mit Komfortfunktionen nur so um sich wirft. Nix ist also mit Hotspots oder Hilfetexten, da muss noch alles selbst erledigt werden. Ein paar Hä?-Momente gibt es schon zu bemeckern, aber die halten sich doch angenehmerweise in Grenzen.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Figuren. Die sind so schrullig und funny, wie man sie in Adventures sehen will, und sie sind sogar recht gelungen vertont. Mir hat es vor allem Joey, der Roboter, angetan, der ständig unsere Aktionen hinterfragt oder sie mit frechen Kommentaren versieht. Und quasi als Running Gag wird seine Platine auch mal gerne in verschiedene Hüllen gesteckt – ihr solltet mal sehen, wie aufgeregt er ist, wenn er mal als Wartungsroboter agieren darf...

Tja, mittlerweile hab ich das Spiel auch durch. Uff... ganz schön heftig, das Ganze. Warum? Naja, spielt es selbst, es ist umsonst.

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Macro82
#1 | 15. Jun 2013, 13:23
@thevg

he hast du das wirklich zum ersten mal gespielt? es ist schon ein nettes adventure
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TheVG
#2 | 15. Jun 2013, 14:59
Zitat von Macro82:
@thevg

he hast du das wirklich zum ersten mal gespielt? es ist schon ein nettes adventure


Ja, leider :) Frag mich nicht wieso, ich denke, dass ich irgendwann meine Interessen verschoben hatte oder so. Das Spiel ist eben auch eher ein Insidertip gewesen damals, so viel weiß´ich noch.
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Macro82
#3 | 16. Jun 2013, 08:24
Zitat von TheVG:


Ja, leider :) Frag mich nicht wieso, ich denke, dass ich irgendwann meine Interessen verschoben hatte oder so.

ja das kennt man^^
Zitat von TheVG:

Das Spiel ist eben auch eher ein Insidertip gewesen damals, so viel weiß´ich noch.


ich mag es heute auch noch,wenn einen die Grafik nicht stört (soll ja vorkommen bei einigen Leuten )hat man ein schönes adventure vor sich das für einige Lacher und schmunzler sorgt.
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