Steam Tipp des Tages : Diesmal geht es in Dimis Steam Tipp richtig blutig zur Sache. Diesmal geht es in Dimis Steam Tipp richtig blutig zur Sache.

Ja, es ist nicht das Spiel, das ich mir gewünscht habe. Ja, die elendig langen Zwischensequenzen, die man nicht abbrechen kann, weil sie Ladezeiten kaschieren, nerven. Und ja, einen ewig brütenden Miesepeter zu verkörpern, kann auf Dauer schon aufs Gemüt schlagen. Aber trotzdem ist Max Payne 3 der wahrscheinlich beste, reinrassige Third-Person-Shooter der letzten 6 Jahre! Und eine deprimierende Erinnerung daran, dass solche geradlinigen Ballerorgien heutzutage viel zu selten in der Spielelandschaft aufschlagen.

Auf Steam gibt's den Spaß nur noch heute bis 19 Uhr für schlappe 7 Euro - die Grundversion reicht hier völlig, den Season Pass kann man sich schenken.

Als jemand, der den zweiten Teil in seinen Teenager-Jahren vergöttert hat (ja, ich hab's heimlich gespielt, obwohl ich keine 18 war), war das neue Setting des dritten Max Payne im ersten Moment eine Zumutung. Richtige Noir-Spiele gibt es eh kaum - Rockstar ist ein Meister darin, hier die richtigen Töne zu treffen, was man auch sehr schön im gegenwärtig ebenfalls reduzierten L.A. Noire erleben kann. Und dann soll der Abschluss der brutalen Max-Payne-Trilogie in Sao Paulo stattfinden? In gleißendem Sonnenschein? Mit Hawaihemd? Bitte was?!

Aber wenn man einfach mal runterschluckt, dass Noir nicht zwangsläufig im regnerischen Hardboiled-New-York spielen muss, dann entpuppt sich Max Payne 3 als Adrenalin-Ballerfest der Extraklasse. Der Beweis: Man schaue sich nur Soundtrack und Action in dieser legendären Szene hier an. Die werde ich auf höchstem Schwierigkeitsgrad nie vergessen. Und ich verlinke jetzt aus Pietätsgründen kein zusätzliches Video mit den spektakulärsten Brutalo-Kill-Manövern - aber wer sich an sowas erfreut, ist hier ebenfalls genau richtig.

Hier geht's zum GameStar-Test von Max Payne 3

Hier geht's zum Deal bei Steam

Cut the Crap!

Max Payne 3 pfeift auf die ganze Augenwischerei und brilliert da, wo Shooter in meinen Augen im Kern immer glänzen müssen: In den Shoot-Outs. Die ganze Sinnsuche der ersten beiden Teile war für Titelheld Max nicht wirklich von Erfolg gekrönt - und jetzt bleibt halt nur noch ein gebeutelter, alter Haudegen übrig, der nach eigenen Angaben einfach nur noch korrupten Drecksäcken so richtig in die Suppe spucken will. Und genau das tue ich als Spieler, immer und immer wieder.

Dass dabei keine Langeweile aufkommt, verdankt das Spiel dem tollen Schauplatz- und Leveldesign: Jede Schießerei fühlt sich an wie ein spielgewordener John-Woo-Klassiker, mit dem Bodycount eines A Better Tomorrow 2 (auf deutsch: City Wolf II - Abrechnung auf Raten). Die Airport-Szene habe ich bereits verlinkt, ich erinnere mich an grandiose Gefechte an einem Bootspier, in einer Disco, in einem Fußballstadion und, und, und. In den gelegentlichen Flashback-Passagen geht's dann trotzdem wieder ins Noir-Setting New Yorks - auch da teilt Max in Hinterhöfen und auf einem Friedhof (!) ordentlich aus. Max wird spielerisch quasi zum Filmregisseur seiner eigenen Ballerorgien. Was habe ich mit meinem Freundeskreis über spektakuläre Erlebnisse fabuliert: Ob man beispielsweise nur mit zwei Pistolen in der Hand die brasilianischen Favelas »befriedet« oder mit der Schrotflinte aus dem korrupten Polizeirevier ausbricht - obwohl das Spiel extrem geradlinig ist, kann man durch seine individuelle Inszenierung von Waffen und Bullet Time eigene Akzente setzen. Max Payne 3 lässt sich wie ein Deckungsshooter der Marke Gears of War spielen, oder wie ein saltoschlagender Beretta-Tarzan. Und falls ich das noch nicht genug betont habe: Der Soundtrack ist Bombe!

Man merkt schon: Ich hatte und habe viel Spaß mit Max Payne 3, auch wenn es für mich nicht an die beiden Vorgänger herankommt. Das liegt auch an der mickrigen Mod-Auswahl des Spiels - in Teil Eins und Zwei waren die ein unbedingtes Muss. Trotzdem hat es mich 2012 genau da abgeholt, wo zuletzt Stranglehold 2007 (!) nur bittere Enttäuschung hinterlassen hatte. Trotz John-Woo-Lizenz. Und wenn ich angesichts dieses Steam Tipps an meine Erinnerungen mit Max Payne 3 zurückdenke, wird mir nur wieder bewusst, wie viel Lust ich auch heute noch auf einen richtig guten, brutalen, geradlinigen Third-Person-Shooter hätte. Hat denn kein Publisher Bock, mal wieder einen zu machen?