Mindestens 50 Euro kostet das Roccat Kulo als Stereo-Headset mit 3,5-mm-Klinkenanschluss und Kabelfernbedienung. Für 10 Euro mehr bekommen Sie das identische Headset als Roccat Kulo 7.1 USB mit optionalem USB-Soundchip (Cmedia, Xear 3D), der auch eine Raumklangsimulation beherrscht. Wir testen das Roccat Kulo 7.1 USB samt Surround-Simulation. Die Testergebnisse hinsichtlich Klang, Ergonomie und Verarbeitung gelten aber auch für das Roccat Kulo ohne USB-Soundchip, da wir das Headset auch an einer gängigen Soundkarte getestet haben.

Ungewöhnlich am Roccat Kulo ist das für ein Spieler-Headset sehr geringe Gewicht von 178 Gramm (ohne Kabel), das hauptsächlich durch die verhältnismäßig kleinen Ohrhörer bedingt sein dürfte. Wegen des geringen Durchmessers liegen die allerdings direkt auf den Ohren auf, anstatt sie wie bei dem meisten anderen Headsets zu umschließen. Wie sich das geringe Gewicht und die kleinen Ohrhörer auf den Klang und den Komfort auswirken, das untersuchen wir folgenden Test.

Roccat Kulo 7.1 USB : Nur zehn Euro Aufpreis verlangt Roccat für den USB-Soundchip mit Raumklangsimulation. Nur zehn Euro Aufpreis verlangt Roccat für den USB-Soundchip mit Raumklangsimulation.

Klang Spiele und Sprache

Bei Battlefield: Bad Company 2überrascht das Roccat Kulo zunächst mit mehr Wumms, als wir dem Headset auf den ersten Blick zugetraut hätten. Panzergranaten krachen ordentlich beim Einschlag und auch die Explosionen haben durchaus Druck. Selbst bei höherer Lautstärke verzerrt das Kulo den Klang dabei nicht und die Auflösung ist solide, so dass Sie im Gefechtslärm auch leisere Geräusche noch wahrnehmen. Nur bei genauerem Hinhören fehlt es basslastigen Passagen merklich an Tiefgang und Volumen im Vergleich zu größeren Headsets, die auf ausladendere Ohrmuscheln setzen wie etwa das Corsair HS1. Außerdem fehlt es Spielen akustisch etwas an Raum, so dass die Sound-Kulissen leicht gepresst wirken. Unterm Strich macht das Kulo seine Sache in Spielen aber gut und beschallt Sie mit druckvollen und differenzierten Klangkulissen.

Surround-Simulation

Zunächst testen wir das Roccat Kulo mit der sehr guten Surround-Simulation einer Soundblaster X-Fi. Resultat: Der räumliche Eindruck funktioniert auch mit dem kompakten Roccat-Headset zufriedenstellend und Sie orten die Richtung von Geräuschen problemlos. Auf voluminöseren Headsets wie dem Steelseries Siberia V2klingt das Ganze aber noch ein Stück realistischer und glaubhafter als auf dem Kulo, dem der Raum fehlt, damit sich der Klang (und die Surround-Simulation) wirklich entfalten kann.

Der insgesamt gute Eindruck gilt allerdings nicht, wenn Sie das Kulo mit der im mitgelieferten USB-Soundchip integrierten Cmedia-Raumklangsimulation nutzen. In der Spielepraxis liefert die nämlich deutlich schlechtere Ergebnisse als die gängigen Surround-Simulationen. Der Cmedia-Chip des Roccat Kulo 7.1 USB verleiht dem Spieleklang zwar eine diffuse Räumlichkeit, ist von einer klaren Ortbarkeit von Gegnern, wie sie der Konkurrenz gelingt, aber meilenweit entfernt.

Roccat Kulo 7.1 USB Treiber

Die besten Ergebnisse bekommen Sie mit einer Creatives Soundblaster X-Fi, dicht gefolgt von Dolby Headphone, das etwa die USB-Soundchips von Logitechs G35oder Corsairs HS1 verwenden. Und selbst der beim ebenfalls nur 60 Euro teuren Soundblaster Tactic 3D Sigmabeiliegende USB-Soundchip liefert dank THX Trustudio Pro eine merklich glaubwürdigere Surround-Simulation. Auch wenn der USB-Soundchip in Verbindung mit dem Roccat Kulo nur zehn Euro Aufpreis kostet, raten wir also davon ab. Selbst die restlichen Funktionen des Chips wie etwa Stimmveränderung und Karaoke sowie diverse Umgebungseffekte ändern daran nichts. Wer eine glaubwürdige Surround-Simulation auf dem Roccat Kulo will, sollte die Stereo-Variante des Headsets mit einer separaten Soundkarte wie etwa einer Soundblaster X-Fi kombinieren.