Sennheiser Game One : Sennheiser nutzt seit Jahren die gleiche Bauform für die eigenen High-End-Gaming-Headsets – funktioniert das Rezept heute immer noch? Sennheiser nutzt seit Jahren die gleiche Bauform für die eigenen High-End-Gaming-Headsets – funktioniert das Rezept heute immer noch?

Mit dem Sennheiser Game One im Test kehrt ein auf den ersten Blick alter Bekannter zurück. Die Form sowie die Bedienelemente des Game One sind praktisch identisch zum Vorgänger PC 360, den wir bereits vor mehr als fünf Jahren getestet haben.

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Mittlerweile haben viele Headsets anderer Hersteller diese einfach zu realisierenden Komfortfunktionen übernommen, praktisch sind sie nach wie vor. Auch Sennheiser scheint mit dem Ergebnis zufrieden, denn 2013 erschien das Game One in der ersten Version als direkter Nachfolger des PC360 mit praktisch identischer Bauform.

Seit 2015 gibt es eine überarbeitete Version des Game One mit absteckbarem Kabel (3,5-mm-Klinke, am linken Ohrhörer). Seit der Überarbeitung liegen auch zwei Strippen bei: Eine 3,0 Meter lange mit zwei 3,5-mm-Klinken zum Anschluss an den PC sowie ein 1,2 Meter langes mit einem 3,5-mm-Stecker für Smartphones, Tablets oder Konsolen.

Neben dem Game One bietet Sennheiser auch das äußerlich sehr ähnliche Game Zero an. Trotz der optischen Verwandschaft bestehen aber Unterschiede: Das Game One besitzt eine offene Bauweise, die Außengeräusche nur leicht gedämpft (sowie mehr Luft) an die Ohren lässt, während es beim Game Zero geschlossene Ohrhörer sind, die wenig Umgebungsgeräusche durchlassen. Dazu besitzt das Game Zero einen faltbaren Kopfbügel, den das Game One nicht hat und Game One und Zero sind auch technisch respektive akustisch verschieden und daher nicht direkt vergleichbar.

Sennheiser Game One : Das Sennheiser Game Zero sieht dem Game One zwar sehr ähnlich, verwendet aber eine geschlossene Bauform sowie Kunstleder statt einem samtartigen Textilbezug für die Ohrhörer. Auch die Technik unterscheidet sich vom Game One. Das Sennheiser Game Zero sieht dem Game One zwar sehr ähnlich, verwendet aber eine geschlossene Bauform sowie Kunstleder statt einem samtartigen Textilbezug für die Ohrhörer. Auch die Technik unterscheidet sich vom Game One.

Klang

Der Klang des Sennheiser Game One erinnert an klassische HiFi-Kopfhörer, angeblich basiert das Game One auch auf einem solchen, dem Sennheiser HD598 (160 Euro). Entsprechend gibt das Game One das gesamte Frequenzspektrum harmonisch und ausgewogen wieder, ohne überbetonte oder zu schwache Bereiche.

Der Klangraum ist sehr offen und luftig, wovon Sie vor allem beim Spielen mit aktiver Surround-Simulation (entweder per Soundchip oder separaten Tools wie Razer Surround) profitieren: Gegner und Geräusche positioniert das Game One dann sehr plastisch im virtuellen Klangraum.

Bombastische Soundkulissen wie etwa in Battlefield meistert das Game One ebenfalls mit Bestnoten, denn auch wenn die Explosionen kräftig krachen, überlagern sie nicht filigranere Klangdetails und akustische Hinweise aus ihrer näheren Umgebung.

Heftig vibrierendes Bassgrollen dürfen Sie beim Game One aber weder in Spielen noch bei Musik erwarten. Dazu fehlt dem Game One die von vielen Headsets oder Kopfhörern gewohnte, typische Badewannenform im Frequenzspektrum (tiefe und hohe Frequenzen werden überbetont, die Mitten sind schwächer). Bässe haben beim Game One zwar hörbar Druck und erklingen präzise und trocken, die tiefen Frequenzen sind aber bei weitem nicht so dominant, wie der ein oder andere das erwarten mag.

Sowohl in Spielen als auch bei Musik zeigt sich das Game One akustisch unaufgeregt und stets klar definiert, sodass auch stundenlanges Hören sehr entspannt gelingt und die Ohren akustisch nicht ermüden.

Sennheiser Game One : Das relativ große Mikrofon des Game One liefert einwandfreie Aufnahmequalität und schaltet sich beim Hochklappen automatisch stumm. Das relativ große Mikrofon des Game One liefert einwandfreie Aufnahmequalität und schaltet sich beim Hochklappen automatisch stumm.

Auch das Mikrofon gehört eindeutig mit zum Besten (und zum Größten), was bei Gaming-Headsets für den PC zu finden ist. Es überträgt Sprache klar, ohne ungewollte Nebengeräusche und verleiht Ihrer Stimme sogar etwas Volumen. Ein ausgewachsenes Kondensatormikrofon für Videoaufnahmen ersetzt es natürlich nicht, aber potenzielle Stream-Zuschauer werden sich sehr wahrscheinlich nicht über mangelnde Qualität beschweren.

Komfort

Was beim PC360-Vorgänger schon funktioniert hat, klappt auch beim Game One heute noch genauso gut, wenn auch mit mehr Konkurrenz als damals. Die Lautstärke am Ohrhörer zu regeln gelingt schnell, intuitiv und ohne nerviges Suchen. Die Mikrostummschaltung genauso, und der hochgeklappte Arm gibt jederzeit Feedback, ob das Mikro gerade aktiv ist oder nicht.

Die Ohrhörer sowie der Kopfbügel sind dick mit Memory Schaum gepolstert und drücken selbst nach einer durchspielten Nacht nicht, der samtartige Textilbezug der Ohrhörer macht sich selbst bei warmer Umgebung nicht negativ bemerkbar. Auch das mit 300 Gramm relativ geringe Gewicht trägt zum Dauerkomfort bei.

Bei großem Kopfumfang ist der Kopfbügel anfangs (solange das Headset noch neu ist) etwas eng, weitet sich mit zunehmender Benutzung aber. Das Anschlusskabel ist stabil ummantelt, aber ausreichend flexibel, um nicht zu stören.

Alles in Allem gehört der Tragekomfort des Game One also auch heute noch mit zum Besten, was der Headset-Markt zu bieten hat.

Sennheiser Game One : Das Rad am rechten Ohrhörer macht die Lautstärkeregelung intuitiv und flott. Das Rad am rechten Ohrhörer macht die Lautstärkeregelung intuitiv und flott.