Während der rund einstündigen Enthüllung der Xbox One präsentierte Microsoft auch ein paar der Spiele, die wir demnächst auf dem großen, schwarzen Multimedia-Center erleben dürfen. Wir sahen viel Bekanntes in neuem Gewand und immerhin eine echte Überraschung aus Finnland. Außerdem zeigen wir hier noch einmal alle Titel, die abseits des Events bereits für die Xbox One bestätigt worden sind.

Call of Duty: Ghosts

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Was bei der Vorstellung von Ghosts immer wieder betont wurde: das Spiel soll uns emotional gefangen nehmen, weit mehr jedenfalls als es Modern Warfare oder Black Ops bisher vermochten. Infinity Ward will das unter anderem durch eine sehr naheliegende Änderung im Spielgeschehen erreichen: Statt dauernd von einer Soldatenfigur in die nächste zu springen, will man uns in Ghosts nur einen einzigen Charakter verkörpern lassen. Das hätte unserer Meinung nach schon viel früher passieren können, aber besser spät als nie.

Call of Duty: Ghosts - PS4-Screenshots
Call of Duty: Ghosts erzählt eine vergleichsweise persönliche Geschichte um unseren Protagonisten Logan Walker, seinen Bruder Hesh und deren Vater sowie die namensgebende Spezialeinheit der Ghosts.

Jetzt aber zu den Rahmenbedingungen von Call of Duty: Ghosts. Entgegen erster Vermutungen, das Spiel könne sich mit Ghost eine der Nebenfiguren aus Modern Warfare 2 als Aufhänger schnappen, will uns Infinity Ward eine neue Story mit neuen Figuren präsentieren. Darin geht's gegen einen bisher nicht näher genannten Feind. Nicht als Teil der übermächtigen USA, denn die gibt's in Ghosts in der bekannten Form nicht mehr. Bei einer ebenfalls bis dato nicht näher umrissenen Katastrophe werden die Karten auf dem Globus neu verteilt, politische Strukturen werden aus den Angeln gehoben, Länder und deren Armeen (mitsamt Hightech-Kriegsgeräten) sind nur noch Erinnerungen.

In diesem Szenario sind wir als Mitglied der Ghosts unterwegs, einer aus Ex-Soldaten bestehenden Guerilla-Gruppe, die dem Feind mit kleinen, gezielten Anschlägen zusetzen und zu guter Letzt bestimmt den Garaus machen wird. Aber der Blick in unsere Glaskugel verrät uns: Das passiert erst in Call of Duty: Ghosts 3, wenn unsere Partisanen-Truppe zu einer Armee herangewachsen ist.

Okay, Letzteres ist pure Spekulation, wie bisher noch vieles über Ghosts Spekulation ist. Die Entwickler haben sich bei der Xbox One-Enthüllung aber auch nicht sonderlich ins Zeug gelegt, uns mit Story-Details anzufüttern und neugierig zu machen. Obwohl wir die Nachricht, dass Stephen Gaghan (Oscar-prämierter Drehbuchautor von Traffic) an der Handlung des Spiels schraubt, mehr als positiv werten. Eine vergleichbare Kooperation hat auch schon Black Ops 2 sehr gut getan. Die spannende und sich verzweigende Geschichte dazu schrieb nämlich der The Dark Knight-Co-Autor David S. Goyer.

Apropos »spannend«: Spannend die Antwort auf die Frage, wie sich Ghosts in Sachen Technik im Krieg der Kriegsspiele schlägt. Obwohl Ghosts deutlich hübscher, detailreicher und rundum echter als beispielsweise Black Ops 2 ausschaut (unser Held hat sichtbar verletzte Hände und Schmutz unter den Fingernägeln), ist unser Eindruck nach der Präsentation durchwachsen, Battlefield 4 sieht in unseren Augen schlicht besser aus. Und das, obwohl Ghosts auf eine brandneue Engine setzt und uns an unterschiedlichsten Schauplätzen kämpfen lässt, wie beispielsweise einer vor Lichtern flirrenden Großstadt, im Dschungel oder unter Wasser.

Trotzdem bleiben insbesondere Umgebungs- und Charakterdarstellungen von Infinity Wards neuem Titel bisher hinter dem zurück, was wir von Dice' neuem Projekt kennen. Und auch ein Crysis 3 schlägt ein Ghosts unserer Meinung nach derzeit noch locker. Fairerweise muss man allerdings auch dazu sagen, dass die bisher präsentierten Battlefield-4-Szenen von einem Highend-Rechner stammen und dass auch Crysis 3 auf den Konsolen gegenüber der PC-Version deutlich abfällt.

Da wirken die Anpreisungen, dass wir in Ghosts mehr Körpergefühl bekommen sollen und über den Boden rutschen und uns um Ecken lehnen können, fast schon wie Verzweiflungsäußerungen. Infinity Ward erfindet das Shooter-Rad folglich nicht neu, daran wird auch die von den Entwicklern erwähnte Fisch-KI (kein Scherz) nichts ändern. Wir hatten zwar auch nicht mit einem neuen Meilenstein gerechnet, aber ein bisschen mehr als das Angekündigte hätte es ruhig sein dürfen.

Letztendlich entscheiden wie schon immer bei Call of Duty die Inszenierung und der Multiplayer. Über Letzteren haben die Entwickler nur Andeutungen gemacht. Es soll »morphende« Karten geben, also Maps, die sich durch Spieleraktionen im Layout verändern. Damit meinen die Entwickler tatsächlich, dass wir Strukturen auf den Maps zerstören oder das Layout der Schlachtfelder durch andere Aktionen (Knopf drücken, Brücke klappt runter?) verändern können.

Und immerhin, aber eigentlich für den Multiplayer eines Call of Duty-Spiels so wichtig wie Einhörner, die Regenbögen pupsen: Wir sollen unseren Mehrspieler-Avatar optisch anpassen dürfen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang aufdrängt, die aber nicht beantwortet wurde: Ist das Soldaten-Modestudio am Ende nur für zahlende Abonnenten von Call of Duty: Elite verfügbar?

Was übrigens zu erwarten war: DLCs zu Ghosts sollen wie schon bei früheren Call of Dutys zuerst auf der Xbox One und dann erst für andere Plattformen erscheinen.