Hardware und Controller

Valve Steambox-Konsole mit Linux : AMDs APUs wie der AMD A10-5800K vereinen Vierkernprozessor und Grafik in einem energieffizienten Chip und kommen wahrscheinlich in Valves Steambox und der Playstation 4 zum Einsatz. AMDs APUs wie der AMD A10-5800K vereinen Vierkernprozessor und Grafik in einem energieffizienten Chip und kommen wahrscheinlich in Valves Steambox und der Playstation 4 zum Einsatz. Am wenigsten Informationen gibt es über die Hardware der Steambox. Auf der CES 2013 preschte zunächst der im Spielebereich eher unbekannte Hersteller Xi3 mit der Ankündigung einer Steambox namens »Piston« vor, in den Valve zuvor investiert hatte.

Der gezeigte Prototyp basiert auf dem bereits erhältlichen Mini-PC X7A, der allem Anschein nach von einem AMD-Vierkerner mit integrierter Grafikeinheit angetrieben wird – was auf eine AMD-APU mit Piledriver-Kern und eine DirectX-11-Radeon mit 384 Shader-Prozessoren hinweist, ähnlich dem rund 110 Euro teuren AMD A10 5800K für Desktop-PCs. Für High-End-Spiele in 1920x1080 mit maximalen Details ist der ohne zusätzlichen Grafikchip aber eindeutig zu langsam.

Der winzige Piston-Prototyp passt in eine Hand, bietet aber dennoch eine Vielzahl an Anschlüssen wie viermal USB 3.0, viermal USB 2.0, HDMI, zweimal Displayport und einmal Gigabit-Netzwerk. Dazu kommen bis zu 8,0 GByte RAM und mindestens 64 GByte SSD-Speicher. Wegen der bislang wahrscheinlich eher geringen Stückzahlen und der extrem kompakten Bauweise kostet der X7A je nach Konfiguration über 1.000 Euro. Auch wenn sich einzelne Module austauschen lassen, sodass der Piston theoretisch später aufgerüstet werden kann, ist das für eine Konsole viel zu teuer.

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Der Mini-PC X7A von Xi3 ist das Vorbild der ersten öffentlichen gezeigten Steambox namens Piston. Valves eigene Hardware dürfte aber anders aussehen.

Bald nach der Demonstration stellte sich heraus, dass es sich bei Piston nicht um Valves eigene Steambox handelt, sondern das auch andere Hersteller eigene Steam-Konsolen herstellen und verkaufen dürfen. Valves offizielle Steambox wird laut Hardware-Entwickler Ben Krasnow definitiv nicht mehr 2013 vorgestellt oder gar veröffentlicht. Bedenkt man die gerade erste voranschreitende Entwicklung von Steam für Linux, erscheint das nur logisch, zumal Valve auch einen eigenen Controller entwickeln möchte.

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Auf der Entwicklermesse GDC will Gabe Newell über Virtual-Reality-Brillen sprechen. Ein Hinweis auf Steambox-Unterstützung von Oculus Rift? Auf der Entwicklermesse GDC will Gabe Newell über Virtual-Reality-Brillen sprechen. Ein Hinweis auf Steambox-Unterstützung von Oculus Rift? Gabe Newell wünscht sich hier vor allem neue Bedienkonzepte, die eine möglichst geringe Verzögerung von der Eingabe durch den Spieler bis hin zur Aktion auf dem Bildschirm bieten. Bewegungsteuerungen wie Microsofts Kinect oder Sonys Move lehnt Newell außerdem wegen der im Vergleich zu Maus und Tastatur geringen Präzision ab. Nach eigener Aussage denkt Valve momentan vor allem über biometrische Ansätze nach, konkret nennt Newell aber lediglich die Augenverfolgung, mit der wir allein über Kopf- beziehungsweise Pupillenbewegungen den Blickwinkel unabhängig von der Bewegungsrichtung steuern können und die in einigen Renn- und Flugsimulationen bereits unterstützt wird.

Technisch könnte auch Valves Steambox auf einem AMD-Prozessor mit vier Piledriver-Kernen und integriertem Radeon-Grafikchip basieren, die Frage ist nur, in welcher Leistungsklasse. Auch wenn diese APUs bei PC-Spielern bisher keinen allzu großen Anklang gefunden haben, gibt es derzeit dennoch keinen besseren (und günstigeren) Kompromiss aus Energieeffizienz und Spieleleistung. Im Desktop-PC, wo mehr Platz und Kühlung für schnellere Hardware vorhanden ist, markieren die AMDs APUs die günstigste Möglichkeit, am PC ordentlich zu spielen. In besonders kompakten Wohnzimmer-PCs sind die APUs hingegen die Speerspitze. Sollte die Steambox ein Erfolg werden, würden sich Entwickler genauer mit ihren Eigenheiten auseinandersetzen und ähnlich wie bei den gängigen Konsolen der Hardware nach und nach immer bessere Grafik entlocken.

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Mit Geforce Experience will Nvidia Spiele automatisch für die jeweilige Hardware optimal einstellen. Bislang funktioniert das aber noch nicht zufriedenstellend. Valve wird davon aber sowieso nur profitieren können, wenn man statt der vermuteten Radeon-Grafik doch einen Geforce-Chip verbaut. Mit Geforce Experience will Nvidia Spiele automatisch für die jeweilige Hardware optimal einstellen. Bislang funktioniert das aber noch nicht zufriedenstellend. Valve wird davon aber sowieso nur profitieren können, wenn man statt der vermuteten Radeon-Grafik doch einen Geforce-Chip verbaut.

Dem gegenüber steht allerdings Newells Aussage, mehr oder weniger beliebig konfigurierte PCs als Steambox zuzulassen. Die Mühe spezifischer Optimierungen dürfte sich dann kaum noch lohnen. Zudem stellt sich die Frage, wie Valve den Hardware-Partnern auf der einen Seite größtmöglichen Freiraum überlassen und auf der anderen Seite sicherstellen will, dass alle Steamboxen ein Mindestmaß an grafischer Qualität erreichen. Nichts wäre schlimmer als von Valve offiziell mit einem Steambox-Aufkleber abgesegnete Mini-PCs, die kaum das technische Niveau von Xbox 360 und Playstation 3 erreichen, während Valves eigene Steambox mit Xbox 720 und Playstation 4 konkurriert.

Automatische Grafikeinstellungen anhand der eingesetzten Hardware funktionieren jedenfalls bis heute nicht zuverlässig, weder über die in Spielen eingebaute Hardware-Erkennung noch über Nvidias momentan in der Beta-Phase befindliches Tool Geforce Experience (das nur Geforce-Karten unterstützt, sodass Valve angesichts der wahrscheinlich eingesetzten Radeon davon nicht profitieren könnte). Auch im Hinblick auf einen eventuell modularen Aufbau der Steambox mit Möglichkeiten zum späteren Aufrüsten wären automatische Grafikeinstellungen aber entscheidend, weil die Mehrheit der potenziellen Käufer von einer Wohnzimmer-Hardware minimalen Einrichtaufwand und maximalen Komfort erwartet.

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Auch wenn Sony bereits 4K-Unterstützung für die nächste Playstation angekündigt hat – höchstwahrscheinlich wird keine der neuen Konsolen Spiele in (nativer) 4K-Auflösung flüssig darstellen können. Auch wenn Sony bereits 4K-Unterstützung für die nächste Playstation angekündigt hat – höchstwahrscheinlich wird keine der neuen Konsolen Spiele in (nativer) 4K-Auflösung flüssig darstellen können.

Full HD statt 4K

Was Steambox, Xbox 720 und Playstation 4 gemein haben, wenn ich die bisher bekannten Informationen über die technischen Daten zusammenzähle, ist die Darstellung von Spielen in der Full-HD-Auflösung 1920x1080, dem Standard der meisten PC-Monitore und HD-Fernseher. Bewerkstelligt wird das womöglich in allen drei Fällen von einer AMD-CPU und einem AMD-Grafikchip. Bei der Playstation 4 war das schon länger bekannt, bei der Xbox 720 herrschte über die CPU längere Zeit noch Ungewissheit.

Mit Sicherheit aber haben Microsoft und Sony aufgrund ihrer vermutlich auch in der kommenden Generation gigantischen Stückzahlen eher die Möglichkeit als Valve, umfassende Wünsche bezüglich technischer Feinheiten von AMD erfüllt zu bekommen. So könnten zwar die technischen Fähigkeiten mit vier PIledriver-Kernen und einer DirectX-11-Radeon über alle drei Plattformen identisch sein, sich die Leistung durch die Zahl der eingesetzten Shader-Prozessoren oder einem zusätzlichen, zweiten Grafikchip aber unterscheiden, auch weil ein A10 5800K weder Skyrim noch Battlefield 3 in Full HD in maximalen Details beschleunigen kann und eher auf dem Niveau der aktuellen Konsolen spielt.

Für einen Wohnzimmer-PC in Form einer Konsole unpassend finden wir den offensichtlichen Verzicht von Valve auf ein optisches Laufwerk. Klar möchte Valve damit den digitalen Vertrieb von Spielen und Apps über Steam in den Vordergrund rücken, aber Xbox 720 und Playstation 4 werden höchstwahrscheinlich beide ein Blu-ray-Laufwerk besitzen. Auch sind längst nicht alle Konsolen ans Internet angeschlossen, was bei der Steambox aber zwingend sein dürfte, um mit dem Gerät Freude zu haben.