Auf dem Intel Developer Forum 2006 stellte Intel erstmals den Prototypen eines Prozessors mit 80 Kernen vor. Auf der Integrated Solid State Circuits Conference (ISSCC) gab der Hersteller jetzt weitere Infos preis. Der Prozessor sei „kaum größer als ein Fingernagel“ und verbrauche mit 62 Watt bei 3,16 GHz Systemtakt weniger als viele heutige herkömmliche Chips, berichtete Intel am Sonntag. Die Rechenleistung liege bei 1,01 Terraflops - also bei Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Noch gibt es keine Pläne, aus diesem Prototypen einen marktreifen Prozessor zu machen. Die Forschung liefere aber wichtige Erkenntnisse für in Zukunft erscheinende CPU-Generationen.

Intel : Bei der Entwicklung stießen die Wissenschaftler auf ein interessantes Phänomen. Denn die Leistung einer CPU lässt sich offenbar nicht einfach dadurch steigern, dass man immer mehr Cores auf die Platine packt. Das Ganze geht laut Intel, wenn man die aktuelle Technik verwendet, nur bis zu 16 Cores gut. Bei 32 und 64 Kernen nimmt die Rechenleistung hingegen ab. "Wenn wir einfach mehr als 16 Cores hinzugefügt hätten, wären die Ergebnisse schlechter geworden, da die Threads und der Datenverkehr nicht richtig genutzt würden. Die Cores hätten sich gegenseitig im Weg gestanden. Das ist wie mit den vielen Köchen in der Küche", so Jerry Bautista, Direktor von Intels Tera-Scale-Research-Programm.

Um diesem Problem beim 80-Core-Chip zu begegnen, haben die Entwickler einen Hardware-basierten Thread-Scheduler und schnellere On-Chip-Memory-Caches eingesetzt, um den Datenfluss vom Speicher in die einzelnen Kerne zu optimieren.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher einen Mega-Chip entwickeln, der die auf Fließkommaberechnungen spezialisierten Recheneinheiten mit für den Alltagseinsatz optimierte Cores ersetzt.

(PCWelt.de)