Intensiv-Nutzer digitaler Medien : Wer digitale Medien intensiv nutzt, hat eine Aufmerksamkeitspanne kleiner OH EIN EICHHÖRNCHEN! (Bildquelle: Wikipedia/gemeinfrei) Wer digitale Medien intensiv nutzt, hat eine Aufmerksamkeitspanne kleiner OH EIN EICHHÖRNCHEN! (Bildquelle: Wikipedia/gemeinfrei)

Microsoft hat in einer Studie, an der 2.000 Kanadier teilnahmen, die Auswirkungen kleiner tragbarer Geräte wie Smartphones und der ständigen Verfügbarkeit von Medien und Informationen untersucht. 112 der Teilnehmer wurden außerdem über ein Elektroenzephalogramm (EEG) überwacht, um die Gehirntätigkeit messen zu können. Die erfreuliche Nachricht der Untersuchungen lautet, dass die Multitasking-Fähigkeit der Menschen tatsächlich in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist.

Doch im Gegenzug ist die Aufmerksamkeitsspanne, die im Jahr 2000 durchschnittlich noch 12 Sekunden betrug, auf acht Sekunden gefallen. Der für seine kurze Aufmerksamkeitspanne oft in Witzen genannte Goldfisch schafft laut wissenschaftlichen Erkenntnissen neun Sekunden. Je intensiver die Teilnehmer digitale Medien, Smartphones, soziale Netzwerke oder brandneue Gadgets nutzen, umso schwieriger fiel ihnen die Konzentration, wenn längere Aufmerksamkeit notwendig war. Das gilt vor allem langfristig. Auch andere Studien, die The Independent zitiert, fanden heraus, dass 79 Prozent der intensiven Nutzer selbst während des Fernsehens irgendwann das Smartphone nutzen und 52 Prozent sogar alle 30 Minuten.

Allerdings hält der Forscher Bruce Morton diese Entwicklung für ganz normal. Nach der Erfindung des Autos sei die Fahrt alleine so unterhaltsam gewesen, dass der Gedanke an Musik im Fahrzeug lächerlich wirkte. Doch nach längeren und häufigeren Fahrten langweile sich das Gehirn, da es diese Erfahrung nun kennt, und so hätten Radios und sogar Video den Weg in Fahrzeuge gefunden. »Warum? Weil ich nach 10 Minuten Fahrt schon genug habe. Ich verstehe das. Nur weil wir unsere Aufmerksamkeit wegen der Funktionen der genutzten Technik anders verteilen, heißt das nicht, dass sich die Funktion unserer Aufmerksamkeit geändert hat. Digitale Techniken fügen sich nahtlos in die Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung unseres Gehirns ein“, so Morton.

Quelle: The Independent