Hackerangriff auf San Francisco : Cool: In Watch Dogs 2 San Francisco hacken. Weniger cool: Den öffentlichten Verkehr im echten San Francisco hacken und die Stadt erpressen. Cool: In Watch Dogs 2 San Francisco hacken. Weniger cool: Den öffentlichten Verkehr im echten San Francisco hacken und die Stadt erpressen.

Es klingt wie ein Werbegag für Watch Dogs 2: Computer der kommunalen Verkehrsbetriebe von San Francisco zeigen derzeit die Nachricht »You Hacked, ALL Data Encrypted, Contact For Key«, der Ticketverkauf wurde eingestellt. Die Busse und Bahnen der »Muni« (San Francisco Municipal Railway) stehen deswegen aber nicht still, die öffentlichen Verkehrsmittel können derzeit gratis genutzt werden.

Reporter Joe Fitz Rodriguez vom Examiner, der aus der kalifornischen Stadt berichtet, fühlt sich direkt an das erst diese Woche für PC erscheinende Hacker-Actionspiel Watch Dogs 2 erinnert. Der Gruppe DedSec könnte man ein solches Vorgehen relativ problemlos abkaufen.

Erpressung statt PR-Stunt

Tatsächlich hat Ubisofts neues Spiel nur Setting und Schauplatz gemein: Beim Hackerangriff handelt es sich um klassische Erpressung, 100 Bitcoins Lösegeld (knapp 70.000 Euro) werden verlangt. Ein angeblicher Andy Saolis soll sich bei einem Kontakt mit der Erpressermail melden und erklärt haben, dass es ihm und seinen möglichen Komplizen einzig und allein ums Geld ginge.

Außerdem soll es sich um keine gezielte Attacke auf die Server von Muni handeln. Vielmehr habe ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe eine infizierte Datei heruntergeladen, einen Key-Generator. Der Virus würde laut dem Erpresser sofort einen Verbreitungsversuch starten. Ein Computer im System der Verkehrsbetriebe war damit offensichtlich der Einstiegspunkt, laut Saolis sollte sich das Unternehmen über IT-Sicherheit Gedanken machen.

Cyberangriffe aller Art nehmen zu

Die Attacke auf die San Franciscoer Verkehrsbetriebe sind nur die derzeitige Spitze des Eisberges aus Cyberattacken. Der Hintergrund der Angriffe und die Täter selbst fallen in unterschiedliche Kategorien. Bei DDoS-Attacken gegen Videospielserver stecken häufig so genannte Scriptkiddies hinter den Taten. Das sind oftmals Jugendliche mit sehr beschränkten Programmierfähigkeiten, denen es schlicht um Aufmerksamkeit geht. Erst kürzlich wurden zwei Jugendliche, die mit den Gruppen Poodle Corp und Lizard Squad zusammenarbeiten, vor Gericht gestellt. Es drohen Haftstrafen.

Aber auch ernsthafte Hacker können Attacken initiieren. Die Cyberkriminellen können sich selbst als Aktivisten verstehen, die mit ihren Aktionen protestieren wollen. Das Kollektiv Anonymous hat verschickte Aktionen dieser Art initiiert. In anderen Fällen geht es wie nun auch hier um Erpressung, auch wenn diese Fälle aus verständlichen Gründen selten an die Öffentlichkeit getragen werden.

Und auch in der Popkultur rücken Cyberattacken weiter in den Fokus, sei es in Form von Hitserien wie Mr. Robot, oder Videospielen wie Watch Dogs 2 oder Overwatch (mit der neuen Hacker-Heldin Sombra).