Sonntag, 21.03.2010
 
Hardware - News - Software - Betriebssysteme
von Georg Wieselsberger (gw) 20.11.2009, 13:55 Uhr

Google Chrome OS - Für das Internet optimiert (Update)

Google hat gestern Abend sein Betriebssystem Chrome OS präsentiert, das für die Nutzung des Internets optimiert ist und Anwendungen nur online nutzt.
Google Chrome OS Google Chrome OS Wie Sundar Pichai erklärte, würde gerade das Internet immer intensiver genutzt und online Aufgaben mit immer anspruchsvolleren Anwendungen erledigt. Daher habe man eine Umgebung schaffen wollen, die diesen aktuellen Anforderungen entspricht.

Dazu gehören neben Chrome OS selbst natürlich auch entsprechende Web-Anwendungen, die Google bereits anbietet, wie Google Mail, Google Calendar oder Google Docs. Auf dem System selbst sollen keine Programme installiert werden. Wie erwartet ist der bekannte Chrome-Browser der Kern des Betriebssystems, das auf Linux basiert. Bisher werden nur x86-Prozessoren unterstützt, doch auch für die ARM-Prozessoren ist Chrome OS geplant.

Google erklärt in einem (englischen) Video das Betriebssystem und hat auch einige Screenshots online gestellt, die aber nur den aktuellen Stand wiedergeben. Fertig ist Chrome OS vermutlich erst gegen Ende 2010, denn dann sollen erste Geräte erscheinen, auf denen das Betriebssystem vorinstalliert ist. Google hat den Quellcode des Projektes offengelegt und bietet auch die Möglichkeit zur Mitarbeit an dem Open-Source-Projekt.

Update 13:55 Uhr:

Google Chrome OSGoogle Chrome OS Google bietet nun also selbst ein Betriebssystem mit integriertem Browser an. Dies hatte man bei Microsoft immer scharf kritisiert. Zudem ist bei Chrome OS nicht einmal die Nutzung eines alternativen Browsers möglich, da keine Installation von Anwendungen vorgesehen ist, sondern nur Web-Anwendungen genutzt werden können. Von denen bietet Google natürlich selbst die meisten an und ist in einigen Gebieten dabei konkurrenzlos, was man als Quasi-Monopol bezeichnen könnte und bei Microsoft aus Sicht von Google ebenfalls nicht in Ordnung war.

Außerdem will Google laut Sundar Pichai auch die genehmigte Hardware festlegen, damit alles »noch schneller und sicherer« werden könne. Diese Absichtserklärung könnte wiederum von Apple stammen. Auch Chrome OS wird nicht auf normalen PCs funktionieren, ja es lässt sich nicht einmal auf Festplatten installieren. Solid-State-Disks sind Pflicht. Wer Chrome OS haben will, soll sich eines der neuen, etwas größeren Netbooks kaufen, die Google mit seinen Partnern anbieten will. Dell fehlt übrigens in der Partner-Liste, vermutlich will man sich in Sachen Hardware keine Vorschriften machen lassen.

Allerdings dürfte es durch den Open-Source-Ansatz - an dem Google durch die Nutzung von Linux gar nicht vorbei konnte - vermutlich auch andere Versionen geben, die dann eben nicht von Google stammen und den Ansatz von Chrome OS offener weiterführen - ohne durch Datensammeln das Geschäftsmodell von Google zu unterstützen. Letztlich handelt es sich bei Chrome OS nur um ein Linux, dessen Offenheit und Freiheit von Google ziemlich verbogen wurden.
Die grundlegende Oberfläche von Chrome OS.
Die grundlegende Oberfläche von Chrome OS.
Ein paar Beispiele für Web-Anwendungen.
Ein paar Beispiele für Web-Anwendungen.
Benachrichtigungen zu Terminen oder E-Mails, dazu Instant Messaging.
Benachrichtigungen zu Terminen oder E-Mails, dazu Instant Messaging.

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Avatar Tyrael
Tyrael
#1 | 20. Nov 2009, 10:06
wers braucht, aber verglichen mit Ubuntu is das OS ne Krücke.
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Avatar Eisklaue
Eisklaue
#2 | 20. Nov 2009, 10:16
Ok um mal zu verstehen was das OS von Google ist, hab ich mir mal das Video angesehen und so wie ich es verstanden hab, ist es nix weiteres als sowas wie das Express Gate von Asus. Beim Starten des Rechners wird nicht das OS (Win, Linux, OSX) sondern ne Art mini Linux (Express Gate) oder bei Google OS der Browser. Danach kann man nur das machen was Google denkt im Internet machen zu können. Dabei wird alles irgendwo im Internet gespeichert... hmm wer benutzt sowas um Dokumente und Co. zu schreiben die dann irgendwo im Netz sind? Zum Musik hören, Youporn schauen und Chatten mag das ja ok sein aber zum arbeiten? oO
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Avatar Narf
Narf
#3 | 20. Nov 2009, 10:35
Naja, an sich ist der Gedanke gar nicht so doof. dafuer gibts bestimmt eine Zielgruppe. Ich denke dass viele Nutzer mittlerweile wirklich hauptsaechlich den rechner anwerfen zum chatten, email checken, facebook status alle 10 min aktualisieren....

Ich hab selbst neben dem PC mit Windows, das ich brauche weil ich auf dem PC hauptsaechlich zocke, ein billiges Laptop mit Linux dass ich eigentlich ausschlieslich zum surfen benutze. Vorteil ist dass es schnell und unkompliziert ist. Also einigermasen schnell weil das Laptop schon ne alte Gurke ist.
Fuer mich ware ein Netbook mit ChromeOS eine vorstellbare Alternative als Zweitgeraet (jetzt mal den Gedanken ausser Acht dass Google damit meine Schuhgroesse und Farbe meiner Unterwaesche mitbekommt). Einfach mal schnell ins Netz kommen um mal noch Fahrplaene zu checken bevor man aus dem haus geht oder solche Sachen.
Aber als einziges Hauptgeraet aber (fuer mich) undenkbar.
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PbVeritas
#4 | 20. Nov 2009, 11:17
Ganz ehrlich: Das Prinzip hat was, zumindest für Netbooks
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mehrtuerer
#5 | 20. Nov 2009, 11:24
Zitat von Tyrael:
wers braucht, aber verglichen mit Ubuntu is das OS ne Krücke.

Was die Geschwindigkeit angeht, wird Ubuntu eher eine Krücke gegen Chrome OS sein ;)
Ich bin selber langjähriger Ubuntunutzer, das Konzept hinter Chrome OS hat aber auf jeden Fall seine Berechtigung. In diesem Fall dient es natürlich vorrangig Google dazu, noch mehr Benutzer auf seine Webdienste aufmerksam zu machen. Da Chromium aber Open Source ist, ist es problemlos möglich einen googlefreien Ableger zu erstellen, der alternative Dienste einbindet.
Das ganze Konzept muß auch nicht so radikal umgesetzt werden, wie Google es vorschlägt. Es ist Blödsinn seine gerippte Sammlung von CDs ins Netz zu stellen, es spricht ja nichts dagegen umfangreiche und sensible Daten weiterhin auf einem lokalen Datenträger zu speichern.

Als Netbooknutzer werde ich das Konzept auf jeden Fall weiterverfolgen.
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Avatar gruftschreck
gruftschreck
#6 | 20. Nov 2009, 11:29
Cloud Computing at its best :)

Vor ein paar Tagen hab ich noch mit nem Kumpel drüber gesprochen, über Cloud Computing im Business Sektor, wo es ja auch sehr stark im Kommen ist, bzw. etwas "beschnittene" Versionen ja auch schon im Einsatz sind.

Das geniale daran ist ja, dass man in Zukunft von überall und jedem internetfähigen Gerät auf seine Dateien/Programme zugreifen kann, Handy, netbook, StandPC von nem Kumpel, alles kein Problem mehr. Ich war mir nie im Klaren, dass das Chrome OS als Cloud OS programmiert wurde. Ich dachte immer an "nur ein weiteres Linux Derivat".
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Avatar gruftschreck
gruftschreck
#7 | 20. Nov 2009, 11:34
wobei ich noch dazu anmerken sollte, dass Chrome OS scheinbar ja eigentlich nur ein stark beschnittenes Linux ist, mit vorinstallierten Funktionen für sichere Datenübertragung, welches auf kleinst mögliche boot Zeiten ausgelegt wurde.

Die google Apps existieren ja schon sehr lange und werden damit ja nicht neu erfunden, so wie ich es verstanden habe.
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Avatar mehrtuerer
mehrtuerer
#8 | 20. Nov 2009, 11:40
Zitat von gruftschreck:
wobei ich noch dazu anmerken sollte, dass Chrome OS scheinbar ja eigentlich nur ein stark beschnittenes Linux ist, mit vorinstallierten Funktionen für sichere Datenübertragung, welches auf kleinst mögliche boot Zeiten ausgelegt wurde.

Die google Apps existieren ja schon sehr lange und werden damit ja nicht neu erfunden, so wie ich es verstanden habe.

Von der technischen Seite her ist Chrome OS langweilig. Ein stark modifiziertes Debiangrundgerüst auf das der Chrome-Browser gesteckt wurde.
Das wirklich Intressante ist in meinen Augen ganz klar das Konzept dahinter. Weg von unnötigen Funktionen, welche die Zielgruppe nicht braucht, hin zu optimierten Systemen. Alle Nutzer erreicht man damit sicher nicht, aber sicher eine ganze Menge.
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Avatar gruftschreck
gruftschreck
#9 | 20. Nov 2009, 11:56
Zitat von mehrtuerer:
Von der technischen Seite her ist Chrome OS langweilig. Ein stark modifiziertes Debiangrundgerüst auf das der Chrome-Browser gesteckt wurde.
Das wirklich Intressante ist in meinen Augen ganz klar das Konzept dahinter. Weg von unnötigen Funktionen, welche die Zielgruppe nicht braucht, hin zu optimierten Systemen. Alle Nutzer erreicht man damit sicher nicht, aber sicher eine ganze Menge.


Da muss ich dir recht geben. Nur was ich mich schon seit dem ersten gelesenen Artikel frage, inwiefern sich dieses Konzept der ausgelagerten Infrastruktur auch bei gamern durchsetzen kann.

Spiele wie BF Heroes machen es ja vor, dass man über entfernte Hardware Spiele randern kann und dann auf Endanwender PCs die gerenderten Bilder via Browser übertragen kann. Während dort ja die Grafik noch nicht soo eine große Rolle spielt, frage ich mich, welchen Datendurchsatz man benötigt, um ein Spiel wie Crysis in einer Cloud zu rendern und dann die gerenderten Bilder an einen entfernten Browser zu übertragen. Die FPS sollen ja auch entsprechend hoch sein, genau wie die Auflösung des Spiels. Ich denke, dass man da an den Grenzen der heute verfügbaren Internettechnologie ankommt, aber es viell. in Zukunft hier auch einen Markt für gamer geben könnte.
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mehrtuerer
#10 | 20. Nov 2009, 12:07
Ich denke einfach, daß Spieler nicht zur primären Zielgruppe von Chrome OS gehören, zumindest noch nicht.
Die Haupteinsatzort werden nunmal Netbooks. UT99 und Serious Sam flutschen auf meinem Netbook noch recht ordentlich aber aktuellere Spiele kann man durchweg knicken, dafür fehlt einfach die Rechenpower. Stören tut's mich nicht, weil ich das Netbook eher als Surf-, denn als Daddelmaschine verstehe.
Bis es einen wirklichen Markt für gestreamte Spiele gibt, vergrault Chrome OS wohl wenige potentielle Nutzer.
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