AMD übt den Grafik-Aufstand : AMD will Polaris-Grafikkarten mit einer Kampagne namens The Uprising unterstützen, die sich auf Gamer-Wünsche konzentriert. (Bildquelle: Forbes/AMD) AMD will Polaris-Grafikkarten mit einer Kampagne namens The Uprising unterstützen, die sich auf Gamer-Wünsche konzentriert. (Bildquelle: Forbes/AMD)

Laut Raja Koduri hatte AMD vor der Zusammenfassung des Grafikbereichs in der Radeon Technologies Group bei den Desktop-Grafikkarten nur noch einen einstelligen Marktanteil und das sei auch für den Spiele-Bereich sehr bedeutend gewesen. Innerhalb von neun Monaten hat AMD hier nun 3,2 Prozent hinzugewonnen und das Grund dafür ist auch, dass sich die Firmenkultur geändert hat und nun nicht mehr die Konkurrenz im Mittelpunkt steht, sondern die Spieler-Community.

Das Marketing bei Spielen von AMD oder Nvidia sei langweilig geworden. Laut Chris Hook gibt es stets einen Slogan, ein Bild des Inhalts und ein paar aufgeführte Punkte sowie oft auch ein Bild einer Grafikkarte und vielleicht auch einen Gamer zu sehen. Das sei altbacken und sage nichts aus und werde so gemacht, weil es eben schon immer so gemacht wurde.

Für die neuen Polaris-Grafikkarten habe man genau hingehört, was die Spieler-Community möchte. Dazu gehört beispielsweise das Prestige, eine 700 US-Dollar teure Grafikkarte zu besitzen, aber auch, nicht so viel dafür bezahlen zu wollen. Virtual Reality sollte einfach funktionieren, ohne dass viele Upgrades dafür notwendig sind. Für ihr Geld wollen die Kunden auch eine zukunftssichere Technik, die Funktionen wie Async Compute bietet und selbst bei Ausgaben von nur 200 US-Dollar eine sichere Investition für ein paar Jahre darstellt. Spieler wollen laut AMD auch bessere Kontrolle, was das Übertakten angeht und bessere Treiber.

Auch wenn es sich kaum glaubhaft anhöre, so Hook selbst, sei aus Polaris weniger ein Produkt, sondern eine Art Bewegung geworden, die die Wünsche der Community als Ziel hat. Die Ankündigung der Radeon RX 480 ab 199 US-Dollar war für einen Nutzer sogar Grund, einen sehr emotionalen Brief an AMD zu schreiben. Aufgrund einer Krankheit sei sein PC das einzige Tor zur Welt, auch wenn seine finanziellen Mittel sehr beschränkt seien. Die Grafikkarte sei dabei immer ein Problem, aber mit der Radeon RX 480 zu diesem Preis würden sich für ihn ganz neue Welten eröffnen und er könne seine Dankbarkeit dafür gar nicht ausdrücken.

Die Marketing-Kampagne von AMD für die Radeon RX 480 soll keine tollen Fotos, Screenshots, Slogans oder kostenlosen Spiele verwenden, sondern auf Plakaten darstellen, was sich die Gamer selbst wünschen. Auch die Manager wie Koduri werden sich direkt in Fragestunden oder Foren persönlich an die Spieler werden und ihnen sagen: »Ich weiß, ihr glaubt, wir machen heiße und laute Grafikkarten, doch das hat sich alles geändert«.

Quelle: Forbes