Hardware-News

Aktuelle Nachrichten rund um PC-Hardware, Grafikkarten, Windows und Internet.

Internet Explorer 9 - Benchmark-Cheat oder Optimierung?

Im Internet sind Hinweise darauf aufgetaucht, dass der Internet Explorer 9 für den SunSpider-Benchmark optimiert ist.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 18.11.2010; 13:14 Uhr


Internet Explorer 9 : Internet Explorer 9 Promo VT Internet Explorer 9 Promo VT Wie Digitizor berichtet, hat der Mozilla-Entwickler Rob Sayre bei seinen Tests von Firefox 4 den Browser auch mit den Konkurrenz-Produkten verglichen. Dabei entdeckte er, dass der Internet Explorer 9 bei einem Test des SunSpider-JavaScript-Benchmarks gleich zehn Mal schneller war als alle anderen.

Während Chrome und Opera rund 10 ms benötigten, erledigte der IE9 diese Aufgabe in nur 1 ms. Nachdem Sayre den Programmcode des Tests minimal veränderte und zwei Versionen erstellte, die jeweils einen zusätzlichen Befehl ohne wirkliche Funktion enthielten, änderte sich das Bild. Für diese Varianten benötigte der Internet Explorer 9 rund 20 ms, während sich das Ergebnis der anderen Browser nicht änderte. Auch Hacker News kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei »ziemlich sicher um Cheaten« handelt, da dieser Effekt auch auf andere Weise erzielt werden kann.

Microsoft hat inzwischen dazu Stellung genommen und erklärt, dass der Internet Explorer funktionslose Codeschnipsel, sogenannten »dead code« erkennt und nicht ausführt. Der entsprechende Test im SunSpider-Benchmark enthalte eine mehrmals wiederholte Programmschleife mit einer Berechnung, deren Resultat aber nirgendwo verwendet würde, so dass diese Schleife in das Schema der »dead code«-Optimierung passt und nicht ausgeführt wird.

Die neue Preview-Version 7 des IE9 für Entwickler ist laut Microsoft im SunSpider-Benchmark nun der schnellste Browser überhaupt und enthält auch ganz offiziell Optimierungen für »reale Webseiten«, die mit Benchmarks nur wenig gemein hätten. Der Sinn eines Browsers sei es, Webseiten aufzurufen und nicht nur Benchmarks.

Update 20.11.2010

Laut dem Mozilla-Entwickler Rob Sayre ist die »dead code«-Eliminierung des Internet Explorer 9 mindestens »naiv«, aber auf keinen Fall als allgemeine Optimierung zu werten. So greift die Optimierung im SunSpider-Benchmark beispielsweise nicht, wenn in einer Berechnung statt »größer als« einfach »kleiner oder gleich« eingesetzt wird, auch wenn das Ergebnis wie zuvor nirgends verwendet wird.

Nach Ansicht von Sayre, der noch weitere Beispiele und Analysen in seinem Blog veröffentlicht hat, scheint die »dead code«-Optimierung von Microsoft nur mit dem SunSpider-Benchmark getestet worden zu sein.

Microsoft selbst rät nun von Micro-Benchmarks, die wie SunSpider jeweils nur einen Bereich oder eine Funktion des Browsers testen, ab. Das könne » möglicherweise auch zu einer ungesunden Form des Wettbewerbs führen, bei dem es nur noch darum geht, ein Produkt auf bessere Benchmarkergebnisse hin zu optimieren. Diesen Weg halten wir für falsch«, schreibt Daniel Melanchthon im deutschen Microsoft-Blog. Überschrift des Beitrages: »Geschwindigkeitsrekord mit IE9 im Sunspider-Benchmark«.

Diesen Artikel:   Kommentieren (30) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Streifi
Streifi
#1 | 18. Nov 2010, 13:27
Cheater an die Wand?
rate (28)  |  rate (13)
Avatar Ayur
Ayur
#2 | 18. Nov 2010, 13:30
Doof nur, dass diese Erkennung ausserhalb von Benchmarks ziemlich sinnlos ist (denn wer baut nicht verwendete Variablen usw ein?).
rate (11)  |  rate (14)
Avatar Teralon
Teralon
#3 | 18. Nov 2010, 13:33
Für mich klingt MS so wie ein Wallhacknutzer der versucht uns weis zu machen das die Wände doch eh überflüssig sind...
rate (20)  |  rate (8)
Avatar squieky
squieky
#4 | 18. Nov 2010, 13:38
Open source muss es sein. Bei der Gier der heutigen Industrie traue ich keinem sonst über den Weg.

Z.b. backdoors bei Verschlüsselungsprogrammen...
rate (9)  |  rate (7)
Avatar Black001
Black001
#5 | 18. Nov 2010, 13:40
BUSTED!

Ist ja schon ziemlich merkwürdig wenn der ewige Verlierer nun plötzlich an erster Stelle ist mit mächtigem Vorsprung!
rate (7)  |  rate (10)
Avatar Lordseien
Lordseien
#6 | 18. Nov 2010, 13:42
hätt schon vermutet GameStar steckt mit Microsoft unter einer Deckung, da ihr ja auf ner Seite den IE9 angepriesen habt
rate (1)  |  rate (19)
Avatar PbVeritas
PbVeritas
#7 | 18. Nov 2010, 13:43
Mal ganz ehrlich: Welche JS Anwendungen, wo dieser Geschwindigkeitsunterschied wirklich ins Gewicht fällt, haben schon "Dead-Code"...

Wirklich große Anwendungen kommen i.d.R von großen Software Herstellern, bei denen sowas nicht passieren sollte.
rate (7)  |  rate (4)
Avatar s-a-n-g-u-i-s
s-a-n-g-u-i-s
#8 | 18. Nov 2010, 13:43
Zitat von Ayur:
Doof nur, dass diese Erkennung ausserhalb von Benchmarks ziemlich sinnlos ist (denn wer baut nicht verwendete Variablen usw ein?).


Manche Programmierer ham eine dermaßen miese disziplin beim programmieren, da kann des durchaus vorkommen.
Gerade bei alten und komplexen Websites kann ich mir des gut vorstellen dass es da Code gibt, wo sich keiner traut wegzulöschen weils vieleicht iwo doch gebraucht wird^^

Außerdem klingts ganz logisch... nen Bench macht ja primär semantisch sonnloses Zeugs blos um die Leistung zu checken.
Wenn jetzt nen sematischer Test eingefügt wird der dead code ignoriert, fällt natürlich nen großteil des Benchs einfach weg.

Ist nur die Frage ob dieser deadcode test vieleicht doch mit bösen Hintergedanken implementiert wurde? XD
rate (12)  |  rate (1)
Avatar Waupee
Waupee
#9 | 18. Nov 2010, 13:43
Welche Firma hat den bishe noch nicht gecheatet :-)

Und mir soll es egal sein, ich benutze den IE9 so oder so wenn er Released wird.

rate (5)  |  rate (18)
Avatar Neumi
Neumi
#10 | 18. Nov 2010, 13:43
Ok ... der IE9 verleitet also zum schlampig programmieren, Klasse! :S
rate (7)  |  rate (7)


PROMOTION
Nichts verpassen!
 
top Top
Suchen
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA