Megaupload : In einem E-Mail-Interview mit cnet äußerste sich Steve Wozniak zum Fall Megaupload und stellte klar, dass er Kim Dotcom voll und ganz unterstützt. »Wenn Verbrechen mit Hilfe von Briefen verübt werden, schließt man deswegen nicht die Post«, so Wozniak. Wie schlecht vorbereitet der Auslieferungsversuch ist, zeigt sich seiner Ansicht nach beispielsweise darin, dass »sich Regierungen Beschuldigungen wie organisiertes Verbrechen ausdenken müssen für jemanden, der nur einen File-Sharing-Service betreibt«.

Die Ankläger versuchten, Gesetzeslücken auszunutzen und es sei gut, dass Kim Dotcom in Neuseeland lebe, wo die Menschenrechte besser geachtet werden. Auch das Rechtssystem der USA sei eine Schande, wenn es Dotcom zwar erlaube, seinen Lebensunterhalt aus dem beschlagnahmten Vermögen zu bestreiten, aber nicht seine Anwaltskosten, während die US-Behörden Millionen ausgeben und auf einen Bankrott der Gegenseite hoffen würden. Da Dotcom recht beliebt sei, arbeite das Anwaltsteam ohne Vorauszahlungen für ihn.

Er verstehe auch nicht, warum die Rechteinhaber so unglaublich hinter Dotcom her seien, obwohl dieser undenkbar viel getan habe, um die Links zu entfernen, die beanstandet wurden. Wozniak gibt zu, selbst gelegentlich über das Internet auch kopiergeschütztes Material zu verschicken, beispielsweise ein Lied an seinen Sohn, das er aber bei Gefallen dann aber auch kaufe.

Er sei kein Fan von illegalen Kopien, aber unter dem Vorwand des Schutzes des Urheberrechtes könne viel Schaden angerichtet werden. »Das Copyright zu missachten ist genauso falsch wie zu schnelles Fahren. Das darf aber den Fortschritt im digitalen Zeitalter nicht aufhalten«, so Wozniak. »Wenn du etwas wie eine Dampfwalze nicht aufhalten kannst, dann geh‘ aus dem Weg«.