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Filesharing in Finnland - Polizei beschlagnahmt Laptop einer 9-Jährigen (Update)

In Finnland macht das Vorgehen der Polizei im Falle einer Hausdurchsuchung wegen illegalem Filesharing negative Schlagzeilen.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 24.11.2012 ; 10:57 Uhr


Filesharing in Finnland : Update: Wie die finnische Polizei laut einem Bericht von M3TV bekanntgab, wurden die Ermittlungen in diesem Fall eingestellt, da das CIAPC die Forderungen zurückgezogen hat. Neben den weltweiten Schlagzeilen, die der Fall verursacht hatte, dürfte aber vor allem die Einigung auf eine Zahlung von 300 Euro durch den Vater der 9-Jährigen für die Einstellung gesorgt haben.

Damit haben sich das CIAPC und der Vater auf einen Kompromiss geeinigt, nachdem er zunächst 600 Euro bezahlen sollte. Vermutlich wird seine Tochter nun auch das »Tatwerkzeug«, ihren Winne-the-Pooh-Laptop, zurückerhalten.

Filesharing in Finnland :

Originalmeldung:

Ein von Rechteinhabern beauftragtes, finnisches Privatunternehmen namens »Copyright Information and Anti Piracy Centre« (CIAPC) hatte den Inhaber eines Internet-Anschlusses darüber informiert, dass er durch Zahlung von 600 Euro und Stillschweigen über diese Vereinbarung ein Verfahren wegen Urheberrechtsverstößen vermeiden könne. Da der Finne dies ablehnte, fand am vergangenen Dienstag eine Hausdurchsuchung statt, um Beweise für illegales Filesharing sicherzustellen. Dabei handelte es sich um einen »Winnie the Pooh«-Laptop seiner neun Jahre alten Tochter, der umgehend beschlagnahmt wurde.

Diese hatte laut Torrentfreak erfolglos über Google und The Pirate Bay versucht, Musik der Sängerin Chisu herunterzuladen, da sie nicht genügend Geld zusammengespart hatte, um sich die Musik kaufen zu können. Allerdings holte ihr Vater das mit ihr zusammen am nächsten Tag nach. Besonders erzürnt ist dieser nun durch den »Rat«, den die Polizei während der Hausdurchsuchung gab: es wäre doch für alle viel einfacher gewesen, wenn er einfach die geforderte Summe gezahlt hätte. Für den Vater ist dies vergleichbar mit einer Schutzgelderpressung der Mafia.

Für Electronic Frontier Finnland zeigt der Fall das mangelhafte Beurteilungsvermögen der Behörden. Es könne niemand wollen, dass kleine Mädchen wegen Copyrightinteressen belästigt werden. Auch die Künstlerin Chisu, um deren Lieder es geht, hat das Vorgehen kritisiert und sogar auf einen Link bei Spotify verwiesen, über den ihre Musik gratis zu hören ist. Sie wolle nicht, dass irgendjemand verklagt wird und entschuldigte sich bei dem Mädchen.

Die Piratenpartei Finnland lobt diese Stellungnahme, weist aber darauf hin, dass Künstler gar nicht wissen, was vermeintlich in ihrem Namen getan wird und selbst wenn sie es wissen, ihnen ohnehin keine Möglichkeit bleibt, dagegen vorzugehen. Die Rechte an ihrem Werken seien auch in dieser Hinsicht übertragen. Künstler sollten das laut den Piraten zukünftig berücksichtigen, wenn sie Verträge unterzeichnen. Wie viele ähnliche Fälle es in Finnland gibt, ist nicht bekannt, da Betroffene, die die geforderten Summen bezahlen, sich auch zum Stillschweigen verpflichten.

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Avatar Takas
Takas
#1 | 24. Nov 2012, 11:13
Im Namen des Volkes - sollte man eigentlich meinen. Verkehrte Welt.
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Avatar Ghost_One
Ghost_One
#2 | 24. Nov 2012, 11:17
Ich seh das Ganze ähnlich wie der Vater. Außerdem so wie ich das verstehe hat das Mädchen die Musik ja nicht mal runtergeladen, es wurde als gar kein Verbrechen begangen. Schon hart das Ganze.
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Avatar Silverhawk170485
Silverhawk170485
#3 | 24. Nov 2012, 11:19
Schon wenn in der Zahlungsaufforderung drinsteht, dass ein "Stillschweigen" vereinbart wird, kann irgendetwas nicht mit rechten Dingen vorgehen.
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Avatar Morrich
Morrich
#4 | 24. Nov 2012, 11:19
Tja, so ist das eben, wenn man mafiaähnlichen Organisationen wie GEMA und Co. freihe Hand gibt und sie sogar noch mit entsprechenden Gesetzen und Gerichtsurteilen unterstützt.

Es geht doch schon längst nicht mehr darum gegen das Filesharing an sich zu kämpfen, sondern vielmehr darum möglichst viel Geld aus denen herauszupressen die sich solcher Verstöße schuldig machen. Und sei es auch nur in Einzelfällen.

Danke an all diejenigen in den gehobenen Positionen die uns diese Scheisse eingebrockt haben!
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Avatar Hornspeed
Hornspeed
#5 | 24. Nov 2012, 11:20
oh man was soll man dazu noch sagen ....
vllt wollte die finnische polizei unbedingt ein winnie the pooh laptop :D
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Avatar Casin
Casin
#6 | 24. Nov 2012, 11:23
Zitat von :

(CIAPC) hatte den Inhaber eines Internet-Anschlusses darüber informiert, dass er durch Zahlung von 600 Euro und Stillschweigen über diese Vereinbarung ein Verfahren wegen Urheberrechtsverstößen vermeiden könne.


Das klingt natürlich sehr seriös ... ungefähr so seriös wie die vermeintlich berechtigterweise zugestellten Briefe von irgendwelchen ominösen Kanzleien die einem vorwerfen man wäre ein Raubkopierer und um Schadensersatz bitten.

Möchte aber mal wissen wieviele Leute da stillschweigend die geforderte Summe bezahlt haben.
Solche "Vereine" sollte erst gar nicht erlaubt werden so einen Mist zuverzapfen, das kümmert die meisten "Profi" Raubkopierer nämlich gar nicht (die wissen sich schon zuhelfen), wie immer ist der kleine Mann der Geschädigte, der 600€ bezahlt weil er keine Lust auf Ärger oder Stress hat oder schlicht keine Alternative sieht.
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Avatar Cremigerbaer
Cremigerbaer
#7 | 24. Nov 2012, 11:25
OMG dan nivou ist jetzt entgültig gesunken -.-'
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Avatar MarZ91
MarZ91
#8 | 24. Nov 2012, 11:32
Zitat von Silverhawk170485:
Schon wenn in der Zahlungsaufforderung drinsteht, dass ein "Stillschweigen" vereinbart wird, kann irgendetwas nicht mit rechten Dingen vorgehen.


Genau der selbe Blödsinn, der aktuell von Fernsehsendern(RTL,Prosieben,Sat1,...) verzapft wird. Alle "Schauspieler" von Doku-Soaps oder finale Teilnehmer von Casting Shows(z.B. DsDs) müssen eine Schweigepflicht unterschreiben.
Nun kann der Produzent jede Szene nach seinem Wünschen manipulieren und die Schauspieler sind die Dummen, da sie nun aus Angst vor Vertragsstrafen jeden Kack mitdrehen. Davon berichten dürfen sie aber nicht(zumindest nicht offiziel).
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Avatar MrMiles
MrMiles
#9 | 24. Nov 2012, 11:33
Was die Kids mit 9 Jahren schon alles drauf haben heutzutage - hoffentlich bekommt die Kleine ihren Pooh-Lappy wieder zurück, sonst geht der CoD Spielergemeinde ein wichtiges Mitglied verloren xD

Mal im Ernst, erschrenkend zu lesen wie scharf da die Überwachung der Internetnutzung zu sein scheint. Die Finnen werden doch sonst immer so als soziales und friedliches Volk bezeichnet...
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Avatar charlygraf
charlygraf
#10 | 24. Nov 2012, 11:39
vl. sollte der vater die cyberpolice callen?
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