Razzia bei Lovoo : Das Dating-Portal soll Kunden mit Fake-Profilen abgezockt haben. Nun gab es eine Razzia. Das Dating-Portal soll Kunden mit Fake-Profilen abgezockt haben. Nun gab es eine Razzia.

Das Magazin c't hatte im November 2015 einen Artikel veröffentlicht, laut dem es klare Hinweise darauf geben sollte, dass das Datingportal Lovoo unter dem Titel »Tu Gutes« ein internes Progamm mit gefälschten Profilen gestartet haben soll. Nach einem erfolgreichen Test mit zunächst 10 Fake-Profilen, die zusätzliche Umsätze durch den Kauf von Credits durch männliche Kunden generiert hätten, sei dieses Programm dann weiter ausgebaut worden, so der damalige Artikel.

Heise hatte von einem anonymen Whistleblower zuvor Archiv-Dateien von E-Mail-Postfächern im PST-Format erhalten, die insgesamt mehr als 50 GByte groß waren und viele E-Mails der führenden Mitarbeiter von Lovoo enthielten. Lovoo hatte die Vorwürfe allerdings damals bestritten, eine mögliche Fälschung der Daten angedeutet und zudem gegenüber Kunden erklärt, es habe sich bei den internen Aktionen unter anderem um Spam-Bekämpfung gehandelt.

Doch am heutigen Donnerstag, den 9. Juni 2016, wurden durch das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden gleich 16 Privatwohnungen und Firmenräume durchsucht. Zwei Durchsuchungen fanden auch in Berlin statt, eine in Nürnberg. Die beiden Firmengründer wurden verhaftet. Laut einem Bericht von Mopo24 soll die Polizei bei der Razzia der Firmenräume in Dresden sogar einen Rammbock verwendet haben und mit Maschinenpistolen angerückt sein.

Im Web sorgt die Razzia einerseits für den üblichen Spott gegenüber Lovoo mit Dating-Wortspielen, anderseits wird allerdings auch der Einsatz von Rammbock und Maschinenpistolen für eine Durchsuchung von Büroräumen eines Dating-Portals als stark übertrieben kritisiert.

Quelle: Mopo24, Heise