Yahoo behindert Kunden-Abwanderung nach Skandalen : Yahoo will anscheinend nicht, dass Kunden einfach zu anderen Anbietern wechseln. Yahoo will anscheinend nicht, dass Kunden einfach zu anderen Anbietern wechseln.

In den letzten Wochen war Yahoo mehrmals in den Schlagzeilen und das stets aus wenig erfreulichen Gründen. Zunächst wurde der Diebstahl der Daten von rund einer halben Milliarde Nutzern erst mit rund zwei Jahren Verzögerung bekannt. Schon das sorgte für Entsetzen bei Sicherheitsexperten und Nutzern, doch kurz darauf gab es den nächsten Skandal. So soll das Unternehmen angeblich alle E-Mails der Kunden für die US-Geheimdienste gescannt haben und das an den zuständigen Sicherheitsmitarbeitern des Unternehmens vorbei. Das Unternehmen hätte nicht einmal versucht, sich gegen entsprechende Forderungen der US-Behörden zu wehren.

Später hieß es sogar, Yahoo hätte nicht nur E-Mails, sondern schlicht den gesamten Datenverkehr überwacht. Was daran genau stimmt, ist noch nicht geklärt, doch noch während dieser Skandal in den Schlagzeilen war, wurde eine Klage gegen Yahoo und CEO Marissa Mayer eingereicht. Sie soll angeblich dafür gesorgt haben, dass Yahoo-Manager Männer im Unternehmen gezielt diskriminiert wurden. Der Kläger führt unter anderen auch seine Kündigung wegen angeblich schlechter Leistungen an, obwohl er zum Zeitpunkt der Kündigung einen unbezahlten, genehmigten Aufenthalt an einer Universität absolvierte.

Die vielen negativen Berichte haben angeblich dazu geführt, dass viele Kunden von Yahoo zu anderen Anbietern wechseln wollen. Der übliche Vorgang ist dabei, die E-Mails an den neuen Anbieter weiterleiten zu lassen und den Kontakten dann über den neuen Anbieter zu antworten. Genau diese Funktion hat Yahoo nun aber deaktiviert und behauptet fast dreist, dass dieses Feature »in Entwicklung« sei - eine Funktion, die seit den Urzeiten der E-Mail genutzt wird. Seltsamerweise funktionieren ältere, bereits eingerichtete Weiterleitungen aber weiterhin.

Yahoo verhindert also nur, dass Kunden eine neue Weiterleitung aktivieren. Eine Möglichkeit, die den Kunden bleibt, ist das Anlegen einer »Automatischen Antwort« auf eingehende E-Mails, in denen die neue E-Mail-Adresse genannt wird. Es ist auch möglich, beispielsweise bei GMail von Google das Yahoo-Konto hinzuzufügen und Google die E-Mails von Yahoo abfragen zu lassen.

Quelle: AP