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Klapprechner statt Laptop - Verkehrsminister als Sprachpolizist

Als Bundesverkehrsminister, der auch für die Deutsche Bahn zuständig ist, hat man offensichtlich trotz Verkehrchaos viel Zeit, sich um die deutsche Sprache zu sorgen.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 31.12.2010; 13:37 Uhr


Klapprechner statt Laptop : Peter Ramsauer (CSU), Oberbayer und Bundesverkehrsminister, war laut einem Bericht der Financial Times über eine Anzeige in seinem Ministerium mit der Aufschrift »Inhouse Meeting über Outsourcing Projekte« so erzürnt, dass er seitdem gegen »überflüssige Anglizismen« vorgeht. So gibt es beispielsweise kein VIP-Lunch mehr, sondern »Mittagessen für bedeutende Personen«. Flipcharts sind Tafelschreibblöcke und Laptops wurden zu Klapprechnern.

Vor allem die letztere Umbenennung sorgte für viel Erheiterung, sogar im englischsprachigen Ausland, so dass Ramsauer nun doch eingestand, der Begriff »Laptop« habe sich eingebürgert. Überhaupt sorgt die Tatsache, dass sich ausgerechnet ein Bayer um die deutsche Sprache Sorgen macht, für viele amüsierte Kommentare.

Selbst die CSU besitzt eine Homepage und keine Heimseite, verschickt Newsletter und keine Nachrichtenbriefe und nutzte den Slogan »Laptop und Lederhose«. Ob sich Ramsauer in der Tradition der DDR sieht, die laut Financial Times statt »Surfen« den Begriff »Brettsegeln« vorschrieb, darf bezweifelt werden. Feststehende Begriffe, für die es keine deutsche Bezeichnung gibt, durch neu erfundenes »Deutsch« zu ersetzen, dürfte aber genauso sinnlos sein.

Selbst in den USA verwendet man mangels englischer Begriffe Bezeichnungen wie »Kindergarten« oder »Schadenfreude«. Letztlich hat Sprache nur die Aufgabe, Informationen zu übermitteln. Woher die Begriffe stammen, sollte eigentlich nebensächlich sein, sofern sie ihre Funktion erfüllen – auch hier, in den »Hartzeug-Nachrichten von Spielestern«.

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Avatar 4ssaiki
4ssaiki
#1 | 31. Dez 2010, 13:44
"...über eine Anzeige in seinem Ministerium mit der Aufschrift »Inhouse Meeting über Outsourcing Projekte« so erzürnt..."

Wäre ich ehrlich gesagt auch ;)
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Avatar Jarley
Jarley
#2 | 31. Dez 2010, 13:46
Die politiker halt.... irgendwie lustig aber auch traurig.
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Avatar Lolmann
Lolmann
#3 | 31. Dez 2010, 13:47
Oh mann...
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Avatar RaT
RaT
#4 | 31. Dez 2010, 13:47
"Letztlich hat Sprache nur die Aufgabe, Informationen zu übermitteln. Woher die Begriffe stammen, sollte eigentlich nebensächlich sein, sofern sie ihre Funktion erfüllen"

"Oida lan, was schaust du mich an alta ich f*** dein Leben und deine ganze Generation" übermittelt auch Informationen. Diesen Verfall der Sprache heiße ich jedoch keineswegs gut!

Trotzdem kann man es auch übertreiben, wie Herr Ramsauer bestens bewiesen hat.
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Avatar ÄF
ÄF
#5 | 31. Dez 2010, 13:47
Ich bin mit ihm einer meinung...
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Avatar 3x3cutor
3x3cutor
#6 | 31. Dez 2010, 13:47
Was / Wer wurde eigentlich als Quelle für die innen-ministeriale Vorkommnisse ? Besonders bezüglich der Flipcharts und VIP-Lunch ? Das ist doch nicht etwa eine klassische "Online Medium schreibt von Online Medium ab" Aktion ?

Klugsch***: Die überspitzung am Ende scheitert wohl an der Übersetzung des Names "Gamestar". Eigennamen werden traditionell nie übersetzt. Le Monde ist auch eine andere Zeitung als Die Welt...
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Avatar Slayer80
Slayer80
#7 | 31. Dez 2010, 13:48
und der bundesverkehrsminister ist ab heute der klappstuhl.

es ist ja nett, dass er so um die deutsche sprache bemüht ist und hat auch recht, dass die veramerikanisierung etwas überhand nimmt.
auf der anderen seite kann man es dann aber auch übertreiben. denn gegenstände, die von anfang an unter einem englischen wort bekannt wurden, braucht man nicht umzubenennen (handy, laptop). das sorgt genauso für verwirrung wie winter- oder sommerschlussverkauf und wintersale und summersale umzubennen.

es geht darum, dass alte oder ältere leute mit NEUEN begrifflichkeiten nicht mehr zurechtkommen (angeblich). dann sollte das gleiche problem doch auch auftreten, wenn ich das mit dem laptop mache.
es geht doch nicht darum ob das wort englisch oder deutsch ist, sondern dass es einfach auf einmal anders heißt.

aber man scheint als verkehrsminister nen lässigen job zu haben, wenn man sich über solche sachen gendanken machen kann. da wäre er doch als sprachminister besser aufgehoben. aber dann würde er sich sicher über die farbkombinationen der ampeln echauffieren.
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Avatar LoAdi
LoAdi
#8 | 31. Dez 2010, 13:50
»Inhouse Meeting über Outsourcing Projekte«

=> http://www.rcgroups.com/forums/customavatars/a vatar109384_12.gif
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Avatar Xephir
Xephir
#9 | 31. Dez 2010, 13:50
Also müßte man sich so Ausdrücken:
Auf meinem Klapprechner läuft Fenster 7 und ich habe einen 4 Gigabisse umfassenden Zuffalszugangsspeicher.

Haha also meine Stimme hat er! :D
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Avatar Karash
Karash
#10 | 31. Dez 2010, 13:52
Gerade die englischen Fachwörter sollen vielzuort garnichts aussagen sondern nur modern und "fresh" klingen.

Man spricht von Buzzwords...
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