3D-Grafik im Wandel der Zeit, Teil 16 : Fluch oder Segen: Open-World-Spiele können öde und unbelebt oder spaßig und gefüllt mit Aufgaben sein. Fluch oder Segen: Open-World-Spiele können öde und unbelebt oder spaßig und gefüllt mit Aufgaben sein.

In diesem Teil unserer Artikelreihe »3D-Grafik im Wandel der Zeit« widmen wir uns nicht einem nur rein grafischen Aspekt, sondern dem zentralen Spielelement aller (Online-)Rollenspiele: der offenen Spielwelt. Was wäre wohl ein Elder Scrolls oder ein MMORPG, in dem wir uns nicht frei umherbewegen können, sondern linear vorgegebenen Wegen folgen müssen? In dem wir nicht frei entscheiden können, welchen Auftrag wir als nächstes annehmen oder welchem Ort auf der großen, weiten Karte wir als nächstes einen Besuch abstatten? Unvorstellbar!

Zum Thema » Teil 4: Wasser in Spielen Neu mit Community-Update » Teil 7: Beleuchtung in Spielen Neu mit Community-Update » Teil 9: Explosionen in Spielen Neu mit Community-Update » Teil 10: Physik in Spielen Neu mit Community-Update Dass die offene Welt außer mit Rollenspielen auch in anderen Genres funktioniert, haben Spiele wie die GTA-Reihe oder Just Cause bereits sehr erfolgreich gezeigt. Sogar Rennspiele mit Open-World-Ansatz können sehr spaßig und erfolgreich sein, siehe Burnout Paradise. Auf der E3 2013 war nun anhand von Spielen wie The Division oder Destiny zu deutlich erkennen, wohin der Trend aktueller Next Gen-Titel geht: mehr offene Welten. Da dieses Spielelement aber nicht erst vor kurzem erfunden wurde, sondern schon in der frühen Phase der 3D-Grafik keine Zauberei mehr war, zeigen wir die wichtigsten Titel, die mit einer offenen Spielwelt glänzen konnten – und wie diese zunehmend glaubwürdiger geworden ist. Wie immer haben wir nach Möglichkeit bei allen Spielen Shop-Links hinterlegt, falls Sie einen Titel in Ihre Sammlung aufnehmen möchten.

The Elder Scrolls 2: Daggerfall (1996)

Wie in allen Elder-Scrolls-Spielen auch heute noch üblich, war auch schon 1996 in Daggerfall das Hauptziel von Anfang an definiert. In diesem Fall das Königreich Daggerfall retten, indem wir den umherwandernden Geist des ehemaligen Königs und seine Armee von Untoten zurück ins Jenseits befördern - im Auftrag unseres Freundes und Herrschers, des Kaisers.

Bevor es aber so weit ist, müssen wir uns durch die Welt von The Elder Scrolls 2 kämpfen, und das kommt einem Marathon gleich: Die bis heute größte Spielwelt aller Zeiten ist angeblich doppelt so groß wie die Fläche Großbritanniens. Allerdings ist ein sehr großer Teil der offenen Welt zufallsgeneriert, so dass sich viele Elemente der Spielwelt stark ähneln oder einfach unnatürlich wirken.

Trotzdem stellt es nach wie vor eine beachtliche Leistung dar, eine solch große und offene Welt stabil in ein Spiel einzubinden – noch dazu unter Berücksichtigung der damaligen technischen Möglichkeiten. Wer einen Blick auf diesen Klassiker werfen möchte, kann auf der offiziellen Website die Vollversion (Englisch) kostenlos herunterladen. Zusätzlich wird der Emulator DosBox benötigt. Dem Ordner des Spiels liegt eine Installationsanleitung im PDF-Format bei, die allerdings etwas Einarbeitung in die DosBox erfordert.

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The Elder Scrolls 2 - Daggerfall bietet bis heute die größte Spielwelt. Angeblich doppelt so groß wie die Fläche von Großbritannien soll die Karte sein – allerdings größtenteils zufallsgeneriert.

Outcast (1999)

Der belgische Entwickler Appeal schickte uns 1999 im Action-Adventure Outcast auf den Planeten Adelpha. In der Rolle von Cutter Slade müssen wir eine abgestürzte Raumsonde reparieren, um die Erde vor der Vernichtung durch die Rückkopplungen der Sonde zu bewahren.

Zuvor müssen wir aber drei Wissenschaftler finden und das gestaltet sich schwieriger als gedacht: Outcast ist ein, für damalige Verhältnisse, weitläufiges Open-World-Spiel - und sehr belebt. Um unsere Missionen zu erfüllen und Informationen zu bekommen, müssen wir alle sechs, nicht zufallsgenerierten Areale des Planeten bereisen, mit den Bewohner sprechen, die alle ihrem Tagesablauf nachgehen und die Gegend erkunden.

Zu Streifzügen lädt vor allem die seinerzeit detaillierte Grafik ein, denn die Paradise-Engine präsentiert die Spielwelt durch die Voxel-Technologie wesentlich organischer und mit einer viel höheren Sichtweite als es zu dieser Zeit mit Polygonen möglich gewesen wäre. Bis heute existiert eine aktive Community um diesen Meilenstein der Open-World-Geschichte.

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