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Smartphones im Kältetest

iPhone 4S friert schneller als Galaxy S2

Wer mit seinem Smartphone in der kalten Winterluft telefonieren oder im Internet surfen will, kann eine böse Überraschung erleben. Viele Smartphones verweigern nämlich bereits bei geringen Minustemperaturen ihren Dienst.

Von Marc Sehr |

Datum: 10.02.2012


Zum Thema » Apple iPhone 4S im Test Neuestes Apple-Phone auf dem Prüfstand » Samsung Galaxy S II im Test Galaaktisches Android-Smartphone Viele Smartphone-Hersteller empfehlen für Ihre Geräte Betriebstemperaturen von mindestens 0 °C und Lagertemperaturen bis maximal -20 °C. In vielen Ländern, besonders in Skandinavien und in Osteuropa, werden Temperaturen weit unter Null allerdings nicht nur in extremen Wintern erreicht. In Finnland sind -40 °C in den Wintermonaten keine Seltenheit. Aber auch während eines typischen Winters in Deutschland wird die empfohlene Betriebstemperatur schnell unterschritten. Laut Apple kann das iPhone 4S dann nur auf eigene Gefahr genutzt eingesetzt werden. Falls das Gerät auf Grund der Kälte beschädigt wird, sei die anfallende Reparatur womöglich nicht durch die Garantie gedeckt. Samsung dagegen verspricht, dass seine Smartphones bei Temperaturen zwischen -20 °C bis 50 °C problemlos funktionieren.

Um die Herstellerangaben in der Praxis zu überprüfen, haben unsere finnischen Kollegen von MikroPC (die finnische PC-WELT) 15 gängige Smartphone- und Handymodelle, darunter das Apple iPhone 4S und das Samsung Galaxy S II , im »Wetter-Raum« des Technical Research Centre in Finnland an ihre Grenzen gebracht. Der Raum kann gradweise heruntergekühlt werden und stellt konstante Temperaturen sicher, wodurch vergleichbare Bedingungen simuliert werden.

Smartphones im Kältetest : Besonders dem iPhone 4S macht die Kälte zu schaffen. Besonders dem iPhone 4S macht die Kälte zu schaffen.

Die Testbedingungen

Die Anfangstemperatur lag bei Null Grad, also die Mindestbetriebstemperatur der meisten Hersteller. Anschließend wurde die Temperatur schrittweise um jeweils 5 Grad gesenkt, bis auch die letzten Mobiltelefone ihren Betrieb einstellten. Überprüft wurde bei jedem Absenken der Temperatur beispielsweise, ob die Geräte ohne Einschränkungen bedient werden können, ob das Display richtig und vor allem verzögerungsfrei reagiert oder ob die Geräte Fehlermeldungen produzieren.

Apfel auf Eis gelegt

Wie nicht anders zu erwarten war, funktionieren alle Mobiltelefone bei 0 °C ohne Tadel. Allerdings bereitet schon das erste Herabsenken der Temperatur auf -5 °C zwei Telefonen Probleme: dem Apple iPhone 4S und dem N9 vom finnischen Hersteller Nokia (hierzulande nicht erschienen, Gehäuse entspricht dem Nokia Lumia 800 , aber statt Windows Phone 7 läuft auf dem N9 das Linux-System Meego). Das iPhone 4S zeigt einen angeblichen Sim-Karten-Fehler und überbietet Apples offizielles Temperaturfenster somit nicht einmal um fünf Grad. Das Nokia N9 klagte über einen fast leeren Akku, obwohl das Gerät frisch geladen war.

Beim nächsten Schritt herab auf 10 °C entdeckt das iPhone 4S einen leeren Akku und schaltet sich dann aus. Das iPhone 4 dagegenbekommt»erst« bei -10 °C Probleme, und bei -20 °C stellt es den Betrieb ebenfalls ein. Die -10 °C führen aber auch bei allen anderen Geräten mit LCD-Bildschirm zu Ausfallerscheinungen. Smartphones mit AMOLED-Bildschirmen halten der Kälte dagegen wesentlich besser stand. Viele der getesteten Handys versagten ihren Dienst bei Temperaturen zwischen -15 und -20 °C. Selbst die Geräte, die scheinbar noch funktionierten, schalteten sich bei aktiver Nutzung ab.

Die getesteten, herkömmlichen Handys kommen mit Kälte deutlich besser zu Recht als die technisch komplexeren Smartphones. Außer Verzögerungen bei der Reaktionszeit der Displays zeigten die Handys keine Schwächen bis zu einer Temperatur von -25 °C – als die meisten Smartphones schon völlig nutzlos waren.

Handy-Temperaturen im Überblick

Smartphones im Kältetest :

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Avatar Falkenfluegel
Falkenfluegel
#1 | 10. Feb 2012, 09:43
So lange mir ein Smartphone nicht in der Hosentasche explodiert, kann ich damit leben, dass es bei extremen Temperaturen nicht mehr funktioniert. -5° ist allerdings ja noch nicht so viel.
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Avatar mike81
mike81
#2 | 10. Feb 2012, 09:44
Lustig, hab ein "stinknormales" Samsung GT-S5610 und das löppt ^^
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Avatar Feschpa-Willi
Feschpa-Willi
#3 | 10. Feb 2012, 09:47
^^ mein smartphone stirbt also mit mir zusammen... interessant^^

also man ist ja eh nicht so lange in der kälte und smartphoned da rum. mein beileid an alle, die das müssen!
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Avatar Florianrobbe
Florianrobbe
#4 | 10. Feb 2012, 09:54
Der Test der etwas anderen Art :D
Aber interessant zu sehen ^^
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Avatar Kuomo
Kuomo
#5 | 10. Feb 2012, 09:56
Und deswegen gibt es am Nordpol keinen Apple shop.
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Avatar Frei.Wild
Frei.Wild
#6 | 10. Feb 2012, 10:03
Interessanter Artikel =)
Schade, dass das Motorola Defy nicht dabei war. Von dem ja immer versprochen wird, dass es viel aushält.
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Avatar Kiwisouffle
Kiwisouffle
#7 | 10. Feb 2012, 10:13
Laborbedingungen sind doch was feines. Da wird das Handy in eine Halterung gepackt und erstmal Stumpf herunter gekühlt. Das soetwas doch recht praxisfern ist, wird bei aller Genauigkeit dann doch nicht erwähnt. Ich für meinen Teil bin zur zeit leider viel draußen (leider, weil ich kein Freund von Kälte bin). Wenn ich beim warten auf, was auch immer, dann mit dem smartphone ( bei mir ein iPhone 4) spiele/surfe/telefoniere kommt es natürlich aus einer recht warmen Umgebung aus meiner Tasche, ich muss die dicken Handschuhe ausziehen und los geht's. Da ich es:
1. In der Hand halte, welche auch wärme abgibt und
2. Das Handy durch die Benutzung selber Wärme produziert
Ist es sehr unwahrscheinlich, dass einer der Probleme im Test auftreten.
Des Weiteren hält mein Handy länger durch, als meine nackten Finger in dieser Umgebung.
Als letztes möchte ich noch anmerken, dass diesem Test allein schon aus anderen gründen die Aussagekraft fehlt.
Schließlich wird kein Wort über die genauen Bedingungen verloren (zeitspanne, in derer sie der Kälte ausgesetzt waren, bzw wie lange es bis zum auftreten des Fehlers dauert uvm.)
Das einzige, was bleibt, ist die Aussage, dass ein galaxi 2 länger im Labor "überlebt" hat als ein iPhone 4s.
Wirklich toller Bericht!
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Avatar Silverhawk170485
Silverhawk170485
#8 | 10. Feb 2012, 10:16
Zitat von Falkenfluegel:
So lange mir ein Smartphone nicht in der Hosentasche explodiert, kann ich damit leben, dass es bei extremen Temperaturen nicht mehr funktioniert.


http://www.apfelnews.eu/2011/11/29/iphone- 4s-im-flugzeug-explodiert/
:D

Zwischen dem "-" und dem "4s" in der URL ist ein Leerzeichen, das rausgelöscht werden muss!
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Avatar Kehool
Kehool
#9 | 10. Feb 2012, 10:28
Zitat von Silverhawk170485:


http://www.apfelnews.eu/2011/11/29/iphone- 4s-im-flugzeug-explodiert/
:D

Zwischen dem "-" und dem "4s" in der URL ist ein Leerzeichen, das rausgelöscht werden muss!


die iphones verwenden ja die sehr empfindlichen Li-Polymer akkus... das dürfte auch der grund sein weshalb die geräte bei unter 0° nicht mehr richtig funktionieren... aber die akkus explodieren auch mal gerne wenn sie beschädigt sind oder außerhalb der betriebstemperatur betrieben werden^^
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Avatar BigL81
BigL81
#10 | 10. Feb 2012, 10:47
So praxisfern finde ich diesen Test gar nicht. Ich hatte unlängst das Vergnügen 40 Minuten bei minus 10 Grad vor einer Veranstaltungshalle auf die Person mit den Karten warten zu müssen (die sich also erheblich verspätet hat...).
Jedenfalls habe ich in dieser Wartesituation auch mein Smartphone (HTC Wildfire S) gezückt und im Internet gesurft. Der eigentlich volle Akku war nach 20 Minuten nur noch halb voll und der Touchscreen hat auf meine klammen Finger auch kaum noch reagiert. Das war dann schon sehr ärgerlich. Aber immerhin hat es noch im Groben funktioniert.
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