Hitman : Das Intro Pack von Hitman enthält neben dem zweiteiligen Prolog eine Hauptmission, spezielle Aufträge für alle drei Areale kommen hinzu. Das ist vielen Spielern für den Preis von knapp 13 Euro nicht genug. Das Intro Pack von Hitman enthält neben dem zweiteiligen Prolog eine Hauptmission, spezielle Aufträge für alle drei Areale kommen hinzu. Das ist vielen Spielern für den Preis von knapp 13 Euro nicht genug.

Das »Intro Pack« des neuen Hitman hat unter Spielern einen schweren Stand: Bei Steam gibt es momentan über 3.000 Reviews zu dem Titel, die Hälfte davon ist negativ. Auch die GameStar-Leser sind nicht durchweg glücklich mit dem Spiel, manche wünschen sich gar eine Kaufwarnung wegen technischer Probleme.

Zum Thema » Hitman - PC-Anforderungen DirectX 12 gegen DirectX 11 » Hitman im Test Der richtige Weg? » Hitman-Release Veröffentlichung der Retail-Fassung verschoben Unser genauerer Blick in die Steam-Reviews (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zeigt, dass die Technik tatsächlich einer von drei sehr oft genannten Kritikpunkten ist, besonders häufig werden aber vor allem Umfang und Online-Zwang des Spiels kritisiert.

Geringer Umfang
Die erste Episode umfasst für 12,99 Euro zwei Prolog-Missionen und eine Hauptmission, hinzu kommen von Spielern erstellbare Aufträge und zeitlich begrenzt verfügbare »Live-Aufträge«. Die Missionen lassen sich dabei auf vielen unterschiedlichen Wegen angehen und bieten dadurch auch einen hohen Wiederspielwert. Hat man allerdings keinen Spaß daran, dieselbe Mission mehrmals zu spielen, sind im Intro Pack nur wenige Stunden Spielspaß enthalten.

Drei Missionen und einige Online-Zusatzinhalte sind auf den ersten Blick vermeintlich wenig Inhalt für knapp 13 Euro, man muss allerdings dazu sagen, dass die Beschreibung des Spiels klar auf den Umfang und das Episoden-Format hinweist, außerdem ist die Hitman-Reihe seit jeher auf das mehrmalige Spielen ein- und derselben Mission ausgelegt. Haupttester Dimi mag dieses Spielprinzip sehr gerne, er empfindet den Preis des Spiels im Test deshalb als angemessen. Darüber kann man zwar auch anderer Meinung sein, unserem Eindruck nach wird bei der Kritik auf Steam aber nicht immer sauber zwischen dem Episoden-Format im Allgemeinen und dem letztlich gar nicht so geringen Umfang des Intro-Packs im Speziellen getrennt.

Online-Zwang
Es ist zwar prinzipiell möglich, Hitman auch im Offline-Modus zu spielen, allerdings trennt das Spiel zwischen Online- und Offline-Speicherständen. Haben Sie also im Online-Modus ein Savegame angelegt, können Sie darauf im Offline-Modus nicht zugreifen. Außerdem werden im Offlinemodus keine Statistiken und Karrierefortschritte gespeichert und die von Spielern erstellbaren Einzelaufträge sind nicht auswählbar.

Die Anbindung ans Internet hat IO Interactive in der Tat sehr ungeschickt gelöst, was gerade für ein Singleplayer-Spiel wie Hitman umso ärgerlicher ist. Uns fällt jedenfalls kein guter Grund dafür ein, Speicherstände und Fortschritt strikt nach offline und online erspielten Versionen zu trennen – schließlich wäre es ein leichtes, Spielstände zunächst lokal zu sichern und sie gegebenenfalls später auf Wunsch des Spielers zusätzlich online verfügbar zu machen.

Hitman : Spielen Sie Hitman ohne eine Verbindung zu den Servern, können Sie nur Savegames laden, die im Offline-Modus erstellt wurden.

Online vs. Offline: Speicherstände
Spielen Sie Hitman ohne eine Verbindung zu den Servern, können Sie nur Savegames laden, die im Offline-Modus erstellt wurden.

Genau so ärgerlich ist es, dass man ins Hauptmenü zurückgeschickt wird, falls man während einer Mission die Verbindung zu den Online-Servern verliert. Während unserer Tests ist es zwar nie dazu gekommen und die Server liefen stabil, allerdings wäre es dennoch auch in diesem Fall sehr wünschenswert, dass Speicherstände einfach lokal gesichert werden – zumindest solange, bis die Internetverbindung wieder besteht.

Technische Probleme
In den Steam-Reviews ist immer wieder von technischen Problemen zu lesen. So beklagen selbst Besitzer von Highend-Hardware teilweise starke Framedrops, außerdem werden Abstürze moniert. Unter DirectX 12 scheinen diese Probleme besonders häufig aufzutreten, es überrascht deshalb nicht, dass Square Enix explizit darauf hinweist, dass die DX12-Version des Spiels noch verbessert werden soll.

Technische Probleme sind definitiv vorhanden, worauf wir sowohl im Test zu Hitman als auch im Technik-Check zum Duell zwischen DirectX 11 und 12 eingehen, allerdings wurden sie auf unseren Test-Rechnern mittlerweile durch Updates für das Spiel weitgehend behoben. Wir können Hitman also auf dem PC ohne störende Framedrops oder Ähnliches spielen, auch wenn es immer noch kleine Macken wie nicht ladende Icons gibt.

Der DirectX 12-Modus ist dabei auch unserer Erfahrung nach spürbar anfälliger für Abstürze oder andere technische Probleme, hinzu kommen störende Einschränkungen wie ein nur umständlich zu umgehendes Framelock mit bestimmten AMD-Grafikkarten. Diese Probleme kann Square Enix aber vermutlich nicht alleine lösen, hier dürfte man auch auf die Hilfe von AMD und Nvidia in Form von neuen Grafikkartentreibern angewiesen sein.

Wir haben übrigens festgestellt, dass Hitman vor allem auf Hintergrundprogramme mit Bildschirmanzeigen wie Fraps oder EVGAs PrecisionX 16 sehr empfindlich mit Abstürzen reagiert, es kann also helfen, solche Tools vor dem Start des Spiels zu schließen.

Fazit: Die User-Kritik an Hitman ist problemlos nachvollziehbar, allerdings rechtfertigt sie eine Kaufwarnung wegen technischer Probleme unserer Meinung nach nicht. Wenn Square Enix die Gunst der Spieler zurückgewinnen will, müssen in der nächsten Episode aber mindestens die fragwürdige Trennung zwischen Online- und Offline-Inhalten aufgehoben und die Performance vor allem im DirectX 12-Modus verbessert werden. Andernfalls stehen die Chancen eher schlecht, dass viele Besitzer des Intro Packs zum Upgrade-Paket für 39,99 Euro greifen.

Hitman : Manche Inhalte wie die von Spielern erstellbaren zusätzlichen Aufträge sind nur nutzbar, wenn eine Internetverbindung besteht. Manche Inhalte wie die von Spielern erstellbaren zusätzlichen Aufträge sind nur nutzbar, wenn eine Internetverbindung besteht.