Apple iPhone 5S

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iPhone 5S mit Touch-ID - Weitere Warnungen vor der Nutzung biometrischer Daten (Update)

Der Fingerabdruckscanner des neuen Apple iPhone 5 sorgt weiter für Kritik. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar warnt sogar vor der Nutzung aus Bequemlichkeit.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 16.09.2013 ; 12:38 Uhr


iPhone 5S mit Touch-ID : Das Apple iPhone 5S mit dem Touch-ID-Sensor sorgt für Kritik und Datenschutzbedenken. Das Apple iPhone 5S mit dem Touch-ID-Sensor sorgt für Kritik und Datenschutzbedenken.

Gegenüber dem Spiegel erklärte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar, dass biometrische Merkmale, die wie Fingerabdrücke das ganze Leben lang nicht »gelöscht« werden könnten, »nicht für alltägliche Authentifizierungsverfahren« abgegeben werden sollten.

Die Tatsache, dass diese Daten auch noch gespeichert werden, hält Caspar ebenfalls für bedenklich. Apple beteuert allerdings, dass die Daten nur im iPhone 5S und nicht auf Apple-Servern gespeichert würden. Auch Entwickler haben zumindest aktuell keinen Zugriff darauf.

Doch laut Caspar gibt es für einen normalen Nutzer gar nicht die Möglichkeit, zu kontrollieren, was Apps auf einem Smartphone machen und welche Daten sie auslesen. Daher solle man seine biometrischen Daten nicht aus Bequemlichkeit hinterlassen und lieber dem Prinzip der »Datensparsamkeit« folgen. Technischen Vorkehrungen zu vertrauen sei auch vor Bekanntwerden des NSA-Überwachungsskandals riskant gewesen.

Update: Auch in den USA hat inzwischen eine Diskussion über den Fingerabdruck-Scanner begonnen, in der auch auf vielleicht unbeabsichtigte Konsequenzen hingewiesen wird. Wie in vielen Ländern gilt dort auch, dass man nicht dazu gezwungen werden darf, Aussagen zu machen, die einen selbst belasten. Dieses Recht ist sogar recht weit gefasst. So gehören PINs oder Passwörter durchaus zu den Dingen, über die man schweigen darf - und die man natürlich auch vergessen kann. Anders sieht dies wohl bei biometrischen Authentifizierungs-Systemen aus. An einen Fingerabdruck muss man sich nicht erinnern und er ist auch keine Aussage, zu der man gezwungen wird.

Wie Wired schreibt, ist es vielleicht einfacher für den Alltag, den Fingerabdruck zum Sichern eines Smartphones zu nutzen, könnte aber dazu führen, dass ein Recht, das die US-Verfassung garantiert, ausgehöhlt wird. Ähnlich dürfte dies wohl in anderen Ländern aussehen, die ein Schweigerecht vorsehen. Die Lösung wäre laut Wired eine Kombination aus Fingerabdruck und einer zusätzlichen Möglichkeit, die nur der Nutzer kennt. Das allerdings wäre wohl wieder nicht bequemer als die bisherigten PINs oder Passwörter.

Apple iPhone 5S
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Avatar Soebe
Soebe
#1 | 16. Sep 2013, 12:43
Ich denke das mit dem Fingerabdruck war schon ein Schuss in den Ofen wenn man sich die aktuelle Lage ansieht. Ganz unabhängig davon ob der nur lokal gespeichert wird oder nicht.
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Avatar qwertzoi
qwertzoi
#2 | 16. Sep 2013, 12:47
Wer bei der aktuellen Erkenntnislage seinen Fingerabdruck dort speichert, dem ist jedwede Intelligenz abzusprechen.
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Avatar McCoother
McCoother
#3 | 16. Sep 2013, 12:48
Die Fingerabdrücke ist man heute leider ziemlich schnell los. Im Personalausweis ist es noch freiwillig, im Reisepass nicht. Außerdem nehmen viele Staaten bei der Einreise auch Fingerabdrücke, auch die USA.

Wenn man Apple nicht zutraut, die Daten auf dem Smartphone sicher zu speichern, sollte man sich überhaupt kein iPhone kaufen. Und wenn man das Apple nicht zutraut, kann man es kaum Microsoft oder Google zutrauen, also am Ende kann man nichts kaufen. Wenn ich mir da andere Smartphones anschaue, das Galaxy S4 mit Smart Stay, das einen dauernd filmt oder die neuen Nexus Geräte, deren Mikrofon immer an ist, da muss man auch dem Hersteller vertrauen..
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Avatar S0k4r
S0k4r
#4 | 16. Sep 2013, 12:52
davon ab das die Fingerabdrücke sowieso auf dem Gerät sind xD. Das nächste ist der Sensor, sobald dieser zerkratzt ist soll er auch nicht mehr funktionieren. Bedienen mit Handschuhen fällt dann wohl auch weg :) gerade im Winter wird die Funktion zu leiden haben.

http://www.cnet.de/88118163/apple-iphone-5 s-apple-gesteht-probleme-mit-touch-id-sensor/
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Moetown
#5 | 16. Sep 2013, 12:56
Fingerabdruck wird weder in der Cloud gespeichert noch an den Hersteller gesendet,
sondern lediglich verschlüsselt auf dem M7-Chip gespeichert.

Außerdem steht jedem frei das Gerät auch "normal" zu entsperren.
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Avatar qwertzoi
qwertzoi
#6 | 16. Sep 2013, 12:58
Zitat von Moetown:
Fingerabdruck wird weder in der Cloud gespeichert noch an den Hersteller gesendet,
sondern lediglich verschlüsselt auf dem M7-Chip gespeichert.

Schweine können fliegen und den Weihnachtsmann gibt es wirklich...
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Avatar autofreax_com
autofreax_com
#7 | 16. Sep 2013, 13:00
Zitat von S0k4r2k5:
davon ab das die Fingerabdrücke sowieso auf dem Gerät sind xD.


Immer wieder schön, wenn noch Leute mitdenken :-)

Apple hätte sich das Leben viel leichter machen können, wenn sie sich (wie andere FingerprintScanner) nur Eigenschaften des Fingerabdrucks speichern und nicht den ganzen als Bild.

Wobei für mich ja fraglich ist, wie der Fingerabdruck letztendlich gespeichert wird. Denn ein "Bild-Abgleich" wäre herzlich ineffizient.
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Avatar Flaurian
Flaurian
#8 | 16. Sep 2013, 13:02
Auch wenn Apple sagt, dieser Fingerabdruck speichert sich ausschließlich lokal, kann ich mir kaum vorstellen das bei der ganzen Synchronisation Geschichte kein Abdruck in Richtung ITunes geht bzw. Daten Pakete rausgesendet werden Hinrichtung Apple Server.

Egal ob es irgendwann der Standard sein wird, ich behalte meinen guten alten PIN im Kopf.
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Avatar cc_zero
cc_zero
#9 | 16. Sep 2013, 13:06
Naja. Ich beantrage morgen einen Reisepass. Anders ausgedrückt: In etwa 3 Wochen hat die NSA meinen Fingerabdruck - da kann ich mir die Apple-Panik sparen.

Was die Sicherheit an sich angeht: Ich gehe mal davon aus, dass Apple so schlau sein wird, den Fingerabdruck gehasht mit einem Salt zu speichern.
Das heisst, dass er nirgendwo anders eingesetzt werden kann, ausser jemand macht sich den Aufwand, für jeden einzelnen Fingerabdruck alle Hashes auszurechnen. Und selbst dann muss das Datenformat auch noch zum Zielsystem passen.

Und wenn jemand soviel Aufwand betreibt, um meinen Fingerabdruck zu bekommen, dann habe ich vermutlich andere Probleme. Mal davon abgesehen, dass ich am Tag hunderte davon überall hinterlasse.

Ach und noch eine Frage am Rande: Jedes Lenovo-Notebook (zum Beispiel) kommt mit einem Fingerabdruck-Scanner und ich kann mich damit am System anmelden. Der Abdruck wird also in Windows gespeichert.

Wo sind und waren die Warnungen davor?
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Avatar c0nst4nt1n3
c0nst4nt1n3
#10 | 16. Sep 2013, 13:09
Zitat von Moetown:
Fingerabdruck wird weder in der Cloud gespeichert noch an den Hersteller gesendet,
sondern lediglich verschlüsselt auf dem M7-Chip gespeichert.



Und du glaubst das, weil Apple das so sagt, ja?

Das ist zuckersüß. Wo ist der Zugang zu deiner rosaroten Zuckerwatte-Welt? Ich will da auch rein...
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