Fazit

Microsoft Surface RT : Dennis Ziesecke: Mit seinem eigenständigen Design und Bedienkonzept setzt sich das Microsoft Surface RT vom Apple iPad und Android-Tablets wie dem Asus Google Nexus 7 ab und vermittelt eine gute Idee davon wo Microsoft sein Windows-8-Ökosystem hinentwickeln möchte. Aber der perfekte Netbook-Ersatz für Windows-Spieler ist das Tablet noch nicht. Zwar überzeugt die Hardware mit sehr guter Verarbeitung und tollem, wenn auch etwas niedrig aufgelöstem Display, aber alle für PC-Anwender spannenden Eigenschaften haben ihre Schattenseiten. Der Monitorausgang bringt ohne Adapter nichts, und der USB-2.0-Port, der den Anschluss von Hardware und Speichersticks oder Festplatten erlaubt, eignet sich weder zum Aufladen des Geräts noch zum Zugriff auf den internen Speicher des Surface. Auch das Touch-Cover ist eine tolle Idee, die Umsetzung aber dürftig. Dafür finden wir den Standfuß im Test sehr praktisch.

Mit dem beiliegenden Office 2013 hat Microsoft beim Surface RT ein weiteres starkes Alleinstellungsmerkmal, dass sich aber wegen der völlig unzureichenden Touch-Anpassung nur mit Touchcover oder richtiger Tastatur und Maus ordentlich verwenden lässt. Zudem leidet das Tablet stärker als die Desktop-Variante von Windows 8 unterm dem Mischmasch aus Kacheloberfläche und Desktop, der sich mit den Finger kaum vernünftig bedienen lässt.

Auch darüber hinaus scheint das an und für sich schnelle Windows 8 RT noch nicht zu Ende entwickelt zu sein. Denn eigentlich legt es die gleiche hohe Performance wie die Desktop-Version an den Tag und lässt sich zumindest auf der Kacheloberfläche sehr präzise mit den Fingern steuern. Aber dass bei einigen aufwändigeren Apps das ganze System ins ruckeln gerät, ist bei 2,0 GByte Arbeitsspeicher im Konkurrenzvergleich einfach inakzeptabel. Vereinzelt stürzen zudem selbst Apps von Microsoft ab.

Zudem macht der hohe Speicherplatzbedarf von Windows RT aus dem eigentlich 32 GByte großen Flashspeicher mickrige 20 GByte. Immerhin lässt sich der Speicher per Micro-SD-Karte erweitern, was Googles Nexus-Geräte und Apples iPads nicht bieten. Auch der freie Zugriff auf den Speicher ist ein Vorteil für Windows RT, wenngleich es Zeit für einen komfortabel per Touch bedienbaren Dateimanager wird – der Windows-Explorer eignet sich für Tablets derzeit nicht. Angenehm hingegen ist die Multiuser-Option. Das ist von Windows zwar bekannt, im Tablet-Bereich aber noch lange nicht üblich.

Insgesamt ist die Hardware weiter als die Software. Nvidias Tegra 3 war eine gute Wahl als Prozessor und bietet eine größtenteils überzeugende Performance bei akzeptabler Akkulaufzeit – mit einem stärkeren Energielieferanten hätte Microsoft sicher auch Google und Apple einholen können, das allerdings zulasten des eh schon recht hohen Gewichtes.

Unterm Strich ist das Microsoft Surface RT dennoch das derzeit beste Tablet, für alle, die sich ein weitgehend ausgewachsenes Windows statt reglementiertem Betriebssysteme wünschen. Als reines Tablet kann es bei der Konkurrenz aber nicht mithalten, auch weil der Spagat aus ARM-Prozessor und Windows alles in allem noch nicht optimal funktioniert. Wegen der mangelhaften Desktop-Bedienung und der eher niedrigen Auflösung wird das richtige Traum-Tablet für Window-User daher erst das Surface Pro mit 1920x1080 statt 1366x768 Pixeln und voller Unterstützung für normale Windows-Programme.

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