Hercules 3D Prophet 2 MX : Rein optisch gehört die 3D Prophet 2 MX zu den auffälligsten 3D-Beschleunigern: Das Kärtchen ist vergleichsweise winzig, Platine und Kühler erstrahlen in intensivem Blau. Doch auch in Sachen Technik griff Hercules (seit 1999 eine Tochterfirma von Guillemot) in die Trickkiste. Die Entwickler takten den Speicher nicht, wie die Konkurrenz, mit 166 MHz, sondern rund 10 Prozent höher mit 183 MHz. Stabilitätsprobleme sind trotzdem nicht zu befürchten: Hercules verwendet bei den 32 MByte SDRAM statt der üblichen 6-ns-Bausteine netterweise die etwas teureren, für 183 MHz vorgesehenen mit 5,5 ns Zugriffszeit. Im Gegenzug verweigert der Hercules-Treiber als einziger des MX-Testtrios das bequeme Übertakten per Schieberegler. Mitgeliefert wird die Version 5.32, bis auf diverse Logos ist er identisch zur Nvidia-Referenz.

Pole Position

Was der schnellere Speicher in der Praxis bewirken kann, stellte die Karte bei den Benchmarks eindrucksvoll unter Beweis. Durch den höheren maximalen Datendurchsatz konnte die Prophet ihre MX-Konkurrenz je nach Spiel zwischen 5 und 20 Prozent hinter sich lassen. Zwar kommt dieser Vorteil erst ab der 1024er Auflösung richtig zum Tragen, kann im Extremfall aber schon mal den Unterschied zwischen gut und nur mäßig spielbar ausmachen. Davon abgesehen, machte das Testmuster einen unauffälligen Eindruck. MX-typisch spärlich fällt die Ausstattung aus: Eine Treiber-CD inklusive ein paar Demos, das war's. Kritisieren müssen wir das gedruckte Manual. Es wurde für die komplette Prophet-Reihe geschrieben und ist dementsprechend nichts sagend. Alles in allem ist die 3D Prophet 2 MX eine empfehlenswerte (und mit rund 330 Mark zudem recht preiswerte) Karte - vor allem für Tempo-Freaks, die ungern selbst an der Hardware Hand anlegen.

(mg) (Getestet in Ausgabe 10/00)