Zeitgleich gehen AMD und Nvidia mit ihren neuen Oberklasse-Grafikkarten an den Start. Wir testen, ob die Geforce GTX 275 mit 240 Shader-Prozessoren und 896 MByte Speicher die Radeon HD 4890 übertrumpft.

Erst gestern haben wie AMDs neue Oberklasse-Grafikkarte Radeon HD 4890 (230 Euro) getestet. Heute schlägt Nvidia mit der 240 Euro teuren Geforce GTX 275 zurück. Die neue Karte ist eine Mischung aus der Geforce GTX 285 (300 Euro) und der Geforce GTX 260-216 (190 Euro): Im Grafikprozessor hat Nvidia alle vorhandenen 240 Shader-Prozessoren aktiviert, die Speicherkonfiguration entspricht mit einem 896 MByte großen GDDR3-RAM und einem 448 Bit breiten Speicher-Interface aber der GTX 260-216. Zusammen mit der Geforce GTX 275 stellt Nvidia auch einen neuen Forceware-Referenztreiber vor: Die 185.xx-Serie optimiert die Spieleleistung unter anderem in hohen Auflösungen und mit Kantenglättung.

Für diesen Test haben daher nicht nur die Geforce GTX 275 durch unseren Benchmark-Parcours aus Crysis, Call of Duty 4, Far Cry 2, Unreal Tournament 3 und H.A.W.X. gehetzt, sondern auch die GTX 285 sowie die GTX 260-216, um deren Leistung im Vergleich zur AMDs starker Radeon HD 4890 besser einschätzen zu können.

Die Geforce GTX 275

Geforce GTX 275 : Äußerlich folgt die Geforce GTX 275 dem Design der GTX 285. Äußerlich folgt die Geforce GTX 275 dem Design der GTX 285.

Wie eingangs erwähnt, basiert die Geforce GTX 275 auf dem GT200b-Grafikprozessor in 55-nm-Bauweise, der auch auf der Geforce GTX 285 und auf neueren Modellen der GTX 260-216 zum Einsatz kommt. Wie die GTX 285 greift auch die GTX 275 auf 240 Shader-Einheiten zurück, die GTX 260-216 hat deren nur 216. Um die GTX 275 nicht zu nahe an die Leistung der knapp 60 Euro teureren GTX 285 heran zu bringen, legt Nvidia die Speicheranbindung 448 statt 512 Bit breit aus. Das erlaubt aufgrund der internen Organisation des Speicher-Controllers keine 1,0-GByte-Version, sondern entweder 896 oder 1.792 MByte – Nvidia hat sich für die eindeutig sinnvollere Variante mit 896 MByte entschieden (ein doppelt so großer Speicher würde die Karte um einiges teurer, aber kaum schneller machen).

Bei den Taktfrequenzen liegt die Geforce GTX 275 näher an der GTX 285 als an der GTX 260-216. Chip-, Shader- und GDDR3-Speicher laufen mit 633/1.404/2.268 MHz statt 648/1.476/2.484 MHz (GTX 285), die GTX 260-216 arbeitet mit 576/1.242/2.000 MHz. In der Praxis dürfte wahrscheinlich jede GTX 275 auch mit GTX-285-Taktfrequenzen stabil laufen. Wie das geht, lesen Sie in unserer Anleitung zum Übertakten von Geforce-Grafikkarten.

Per SLI können Sie wie üblich bis zu drei Geforce GTX 275 miteinander koppeln. Allerdings vervielfachen sich Anschaffungskosten, Lautstärke und Strombedarf entsprechend, wo hingegen die Spieleleistung längst nicht in gleichem Umfang steigt. Ferner stören dabei die für SLI und Crossfire typischen Probleme wie Mikroruckler und die starke Treiber-Abhängigkeit. Ganz abgesehen davon, dass kaum ein Spieler so viel Leistung braucht – auch nicht in der 24-Zoll-Auflösung 1920x1200 mit aktivierter Kantenglättung.

Lüfter, Lautstärke & Strombedarf

Geforce GTX 275 : Die Lüftersteuerung hat Nvidia auf einen leisen Betrieb getrimmt. Die Lüftersteuerung hat Nvidia auf einen leisen Betrieb getrimmt. Das Lüfterdesign für die Geforce GTX 275 hat Nvidia von der GTX 285 übernommen. Unter Windows im 2D-Betrieb rotiert der Ventilator stets leise. Selbst unter Volllast in Spielen wird er höchstens leicht hörbar. Im direkten Vergleich zur Radeon HD 4890 ist die Geforce GTX 275 also erheblich leiser und durchaus für einen Silent-PC zu gebrauchen.

Beim Stromverbrauch unter Last liegt die GTX 275 mit 429 zu 372 Watt abgeschlagen hinter der Radeon HD 4890. Im 2D-Betrieb schneidet sie mit 175 zu 210 Watt jedoch besser ab (die Angaben gelten für das komplette Testsystem). Beide Karten holen sich zusätzlichen Saft über zwei sechspolige Stromanschlüsse direkt vom PC-Netzteil.