Auf dem K7N420 Pro von MSI debütiert Nvidias Nforce: Der Sockel-A-Chipsatz punktet mit integrierter Geforce 2 MX und Twin-Bank-Speichertechnologie. Seit AMD die Athlon- und Duron-CPUs in Sockel-Form baut, erscheinen in schöner Regelmäßigkeit passende Chipsätze. Via optimierte vor kurzem den Speichercontroller des KT266. Die neue Version rechnet als KT266A rund 8 Prozent flotter und ist derzeit schnellste DDR-Plattform. Konkurrent SIS will demnächst mit dem 745-Chipsatz und DDR333-Speicher die Konkurrenz überflügeln.

Leicht verspätet bringt Nvidia nun den für AMD-Prozessoren konzipierten Nforce. Er soll dank Onboard-Geforce-2-MX und Dolby-Digital-Encoder den etablierten Herstellern Marktanteile streitig machen. Wir vergleichen die erste verfügbare Platine, das MSI K7N420 Pro, mit unserer Sockel-A-Referenz, dem Epox 8KHA+ auf Basis des Via KT266A.

Inside Nforce

Zwar wirkt die Bauweise des Nforce 420D mit konventionell, doch im Inneren dieser beiden Chips stecken interessante Technologien. Die Northbridge "Integrated Graphics Prozessor (IGP)" adressiert maximal 3 GByte DDR-RAM und bietet einen asynchron getakteten Speicher- und Frontside-Bus. Folglich können Sie CPUs mit 100-MHz-FSB (200 MHz DDR) durch PC266-Speicher befeuern. Die umgekehrte Kombination aus 133-MHz-FSB (266 MHz DDR) und PC200-RAM funktioniert genauso wie ein synchroner Takt. Nur bei zwei identischen werkelt der Nforce mit seinem Twin-Bank-Interface: Zwei unabhängige 64-Bit-Speichercontroller greifen auf das RAM zu und schaufeln gewaltige 4,2 GByte/s durch die Leiterbahnen - mehr fördert derzeit kein Sockel-A-Chipsatz. Bei separater Grafikkarte nutzt allein die CPU den vollen . Allerdings deaktiviert der IGP beim Einbau eines dritten RAM-Moduls die Technik und liefert dann lediglich 2,1 GByte/s.

Die integrierte Geforce 2 MX taktet mit 175 MHz und belegt bis zu 64 MByte des RAMs mit Grafikdaten. Flüssige Spielabläufe schafft der Onboard-Chip nur mit Twin-Bank, das eine ausreichend hohe Bandbreite für CPU und MX liefert. Bei Bestückung mit einem oder drei DIMMs kriegt jeder Baustein nur schlappe 1,05 GByte/s. AMDs 800 MByte/s schnelles Hyper-Transport-Protokoll verbindet den IGP mit der Southbridge namens Media Communications Prozessor (MCP). Sie beherbergt neben den üblichen Schnittstellen wie COM, Parallel, Floppy, IDE, USB und PS/2 auch ein 10/100-MBit-Netzwerkinterface. Dazu codiert der Soundchip Dolby Digital in Echtzeit. So können Sie zum Beispiel Spracheingaben über ein 5.1-System wiedergeben.

Das MSI K7N420 Pro

MSI verbaut bei seinem sauber layouteten Mainboard einen AG- und CNR-Port, fünf PCI-Slots und drei DIMMSteckplätze. Die Platine nutzt alle Funktionen des Nforce und hat mit zwei Slotblechen bis zu sechs USB-Anschlüsse. Für einen Debüt-Chipsatz gibt der Nforce ordentlich Gas: Er liegt auf dem Niveau des alten KT266, wenn auch deutlich hinter dem KT266A. Zukünftige Chipsatz- und Board-Revisionen dürften im Verbund mit Treiberoptimierungen weitere Frames aus der Technik quetschen. Während unserer Direct-3D-Tests produzierte das K7N420 Pro fleißig schwarze Bildschirme - erst die Deaktivierung von ACPI im Bios half. MSI verkauft seine zum Bau von Komplett- und Selbstbau-PCs geeignete Nforce-Interpretation zum fairen Preis von 240 Euro.

Link:www.msi-computer.de