ADI M700 : Mit seinem M700 betritt der Monitor-Hersteller ADI Neuland. Erstmals wurden in einem 17-Zöller 3D-Funktionen untergebracht, wie man sie sonst nur von Grafikkarten mit speziell angepassten Treibern kennt. Der Vorteil dieses Prinzips: Die drei-dimensionale Illusion entsteht unabhängig von der verwendeten Grafikschnittstelle. Selbst der Windows-Desktop lässt sich mit Hilfe der zusätzlich zu erwerbenden Shutter-Brille in Quasi-3D darstellen.

Bekanntes Prinzip

Die technische Umsetzung in ein dreidimensionales Seherlebnis geschieht nach dem bekannten LCD-Shutter-Prinzip, wie es schon die Brillen von Elsa und Asus einsetzen. Die Elektronik im Monitor stellt abwechselnd zwei zueinander versetzte Bilder auf der Mattscheibe dar, im gleichen Rhythmus wird von der Brille jeweils das rechte oder linke Auge abgedeckt. Eines kann die Elektronik allerdings nicht berücksichtigen: die Koordinate Z, die zur Darstellung der Tiefe eines Bildes vom Treiber benutzt wird. Deshalb beschränkt sich die Einstellmöglichkeit am Monitor auf zwei Stufen: Die eine rückt das Bild scheinbar aus dem Gerät heraus, die andere erzeugt eine Art "Aquarium-Effekt" mit deutlicher Tiefenwirkung.

Schöne 3D-Welt

Insgesamt machte der 3D-Effekt bei den meisten Spielen einen sehr guten und räumlichen Eindruck. Positiv überrascht waren wir vom guten Komfort der Brille, die auch bequem über einer normalen Brille getragen werden kann. Der Monitor an sich bietet keine Besonderheiten, dafür ist der Kaufpreis aber auch angemessen: Rund 500 Mark soll er im Laden kosten. Im 70 Mark teuren Zusatz-Kit stecken die 3D-Brille und ein winziger Infrarot-Sender, der sich in eine kleine Ausbuchtung an der Oberseite des Geräts stecken lässt. Damit werden auch die 3D-Funtionen im umfangreichen On-Screen-Display freigeschaltet. Die Bildqualität unseres Testmusters war tadellos.

(wr) (Getestet in Ausgabe 10/00)