Oculus Connect 3 : Oculus Touch wird am 6. Dezember 2016 veröffentlicht und kostet 199 US-Dollar. Oculus Touch wird am 6. Dezember 2016 veröffentlicht und kostet 199 US-Dollar.

Mark Zuckerberg übernahm auf der Oculus Connect 3 vermutlich so einige Aufgaben, die normalerweise Palmer Luckey zugedacht waren. Aufgrund der Kontroverse um seine politischen Ansichten war Luckey auffällig abwesend, doch das schadete zumindest der Veranstaltung nicht. Zuckerberg präsentierte eine neue Demo für Social VR und die Oculus Rift, die mit den neuen Touch-Controllern funktioniert.

Zusammen mit zwei anderen Personen namens Lucy und Michael spielte Zuckerberg im virtuellen Raum Karten, Schach und lieferte sich sogar ein kleines Fechtduell, wobei sein Gegenüber seine Waffe schlicht im virtuellen Raum zeichnete.

Die virtuellen Räume wurden mehrmals gewechselt, Zuckerbergs Frau rief von der der realen Welt aus auf einem virtuellen Smartphone an, mit dem Zuckerberg dann sogar ein VR-Selfie machen konnte, das mit einem Befehl direkt bei Facebook veröffentlicht wurde.

Avatare mit erkennbaren Emotionen

Die größte Besonderheit dieser Demo war aber wohl, dass die VR-Avatare durch Gesichtsausdrücke Emotionen vermitteln können, ähnlich wie in einem textbasierten Chat per Smilie oder Emoji. Wie das funktioniert, wurde nicht erklärt, doch vermutlich gibt es eine entsprechende Auswahl, die über den Touch-Controller gesteuert wird, während man VR-chattet. Außerdem bewegen sich die Lippen der Avatare beim Reden entsprechend.

Zuckerberg lieferte dann noch einen kleinen Ausblick auf ein neues Gerät, das aber noch in der Prototyp-Phase steckt. Es handelt sich um ein VR-Headset, das zwischen dem Oculus Rift und Gear VR eingeordnet wird, drahtlos funktioniert, aber Positionstracking unterstützt. Mehr Details dazu gab es nicht.

Danach wurde Oculus Touch offiziell für den 6. Dezember 2016 angekündigt und der Preis von 199 US-Dollar genannt. Vorbesteller der Rift können sich bis zum 27. Oktober 2016 einen Vorzugsplatz reservieren, danach entfällt dieser Sonderstatus. Einen offiziellen Euro-Preis gibt es noch nicht, aber durch Leaks ist bekannt, dass dieser bei 199 Euro liegen dürfte. Insgesamt wird ein Bundle aus Oculus Rift mit Touch-Controllern damit 898 Euro kosten - wenn es keine günstigeren Bundles gibt - und damit exakt auf dem Niveau des HTC Vive liegen.

Auch Roomscale wird durch die zweite Kamera, die den Controllern beiliegt, unterstützt. Für extrem genaues Tracking kann auch eine dritte Kamera verwendet werden, die dann allerdings 79 US-Dollar zusätzlich kostet. Ob diese Kamera wirklich notwendig ist, werden wohl erst Tests zeigen.

Oculus wird auch In-Ohr-Kopfhörer anbieten, mit denen die vorhandenen Kopfhörer des Rift ersetzt werden können, es wird einen umfangreichen Editor für Oculus Avatare geben, und natürlich viele Spiele mit Oculus-Touch-Unterstützung. Außerdem wurden eine Zusammenarbeit mit Disney sowie VR-Kurzfilme mit Bladerunner-Thema angekündigt.

Asynchonous Space Warp senkt Hardware-Anforderungen

Für die Zukunft von VR könnte ein neues Software-Feature wichtig sein, denn mit dem neuen Asynchronous Space Warp (ASW) sinken die Hardwareanforderungen deutlich. Bisher nutzt die Software schon Asynchronous Time Warp (ATW), um bei geringer Framerate ein Bild aus dem vorgehenden Frame und der Kopfbewegung zu berechnen und sorgt so für eine angenehme Darstellung mit 90 Bildern pro Sekunde.

ASW funktioniert ähnlich, berechnet aber aus den letzten beiden Frames die Bewegungsrichtung im Spiel und daraus dann das neue Bild. Das spart so viel Rechenleistung, dass Oculus die Hardwareanforderungen senken kann. Sie lauten nun:

  • Geforce GTX 960 oder besser

  • Intel Core i3 6100 / AMD FX-4350 oder besser

  • Mindestens 8,0 GB RAM

  • HDMI 1.3

  • 1x USB 3.0, 2x USB 2.0

  • Windows 8 oder neuer

Damit steigt die Anzahl VR-fähiger Spiele-PCs mit Sicherheit enorm an. Ein von Oculus empfohlener PC kostet nun statt 1.000 US-Dollar nur noch 499 US-Dollar. Man darf gespannt sein, ob Valve und HTC etwas Ähnliches aus dem Hut zaubern. Ganz nebenbei dürfte nun auch die Frage beantwortet sein, ob die Ende 2017 erscheinende Xbox Scorpio zumindest theoretisch in der Lage ist, PC-ähnliches VR zu bieten.