Hardware Spiele-Shop Community Konsolen
zur Homepage
Freitag, 30.07.2010
 

Reports

Hintergrundberichte, Fakten und aktuelle Reportagen.
Seite 1 2 3 4

Report: Microsofts PC-Strategie

Report: Abrechnung mit Games for Windows LIVE

Microsoft will heute wie damals den PC als Spieleplattform stärken. Angeblich. Wir rechnen ab mit vier Jahren Games for Windows und den Versprechen aus dem Microsoft-Hauptquartier in Redmond.

Von Hendrik Weins |

Datum: 07.02.2010


Ob Microsoft den PC als Spieleplattform zugunsten der Xbox vernachlässigt, wollten wir wissen. Also baten wir den Konzern um eine Gelegenheit zu Gesprächen, dann um Stellungnahme zu unseren Fragen; wir versuchten es sowohl direkt als auch über offizielle Kontaktpersonen. Eine Auskunft blieb man uns lange schuldig. Erst kurz vor Redaktionsschluss erreichten uns knappe, wenig erhellende Antworten. Wer das Unternehmen kennt, weiß, dass offene Kommunikation nicht unbedingt zu seinen Tugenden zählt. Womöglich hat die schleppende Korrespondenz in diesem Fall aber einen recht simplen Grund. Nämlich den, dass es in Deutschland, dem wichtigsten PC-Spielemarkt der Welt, keinen Zuständigen für Microsofts PC-Sparte oder Games for Windows gibt. Diese Tatsache wirft ein bezeichnendes Licht darauf, was der Software-Riese vom PC-Spielemarkt hält: nicht sonderlich viel. Offiziell beteuert Microsoft freilich das Gegenteil, seit Jahren reden die Amerikaner den PC als Spieleplattform groß. Aber Worte sind billig. Microsofts Taten sprechen eine andere Sprache.

Am Anfang war der PC

Um zu verstehen, wie wichtig der Betriebssystem- Monopolist für PC-Spiele ist, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Microsoft trat selten als innovativer Hersteller auf den Plan, meist adaptierten sie bestehende Ideen, verbesserten sie und brachten sie als eigenständiges Produkt auf den Markt. Dass dabei die ersten Versionen selten überzeugten, mag man beklagen; der Erfolg gibt ihnen Recht.

Ob Alan Wake überhaupt noch für PC erscheint, ist derzeit unklar. Ob Alan Wake überhaupt noch für PC erscheint, ist derzeit unklar. So auch Mitte der neunziger Jahre, als Microsoft mit Windows 95 versuchte, Spielehersteller vom verbreiteten DOS auf das neue Betriebssystem zu locken. Der Erfolg stellte sich erst ein, als drei Programmierer kurzerhand eine einheitliche Schnittstelle für Grafik, Sound und Eingabegeräte entwickelten – DirectX. Die neue Technologie startete nicht mit dem Durchschlag, den Microsoft sich wünschte: Spiele liefen anfangs bedeutend schlechter unter Windows 95 als unter MS-DOS, Entwickler favorisierten zudem die freie Schnittstelle Open GL. Erst mit Windows 98 setzte sich DirectX durch, und Windows avancierte zu einer ernst zu nehmenden Spiele-Plattform. In der Tat ist DirectX bis heute der wichtigste Beitrag Microsofts für den Spielemarkt, es ebnete den Weg für den Erfolg des PCs als massenkompatible Spieleplattform.

Konsolen-Zukunft

Ende der 90er-Jahre begann sich Microsofts Spiele-Strategie zu verändern. Über kurz oder lang wollten die Amerikaner im lukrativen Konsolengeschäft Fuß fassen, das sie als Zukunftsmarkt erkannten. Den Weg dorthin bahnte sich Microsoft mit einer beispiellosen Demonstration wirtschaftlicher Macht.

Ende 1998 erschien Segas Dreamcast-Konsole, die am Markt floppte; ihr Betriebssystem stammte von Microsoft. Als nächsten Schritt entwickelte Microsoft selbst eine Konsole, die auf DirectX basieren sollte, Codename: DirectXBox. 2001 presste Microsoft die in Xbox um- getaufte Konsole in den von Sony (Playstation) und Nintendo dominierten Markt, hoch subventioniert und begleitet von massivem Marketing und umfassendem Zukauf von Entwicklerstudios. Insgesamt, so schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes 2005, machte Microsoft mit der ersten Generation der Xbox vier Milliarden Dollar Verlust. Dem direkten Konkurrenten Playstation 2 hatte der schwarze Klotz kaum etwas entgegenzusetzen. Aber Microsoft etablierte sich am Markt. Der echte Erfolg kam erst mit dem Start der Xbox 360 Ende 2005, wieder untermauert von enormen Werbemaßnahmen und geschickt eingefädelten Millionen-Deals für exklusive Spiele. Bis heute hat Microsoft nach eigenen Angaben weltweit 30 Millionen Xbox 360 verkauft. Die Playstation 3 kommt auf 27 Millionen Geräte. Seitdem liegt der Fokus von Microsoft auf dem Konsolengeschäft.

Diesen Artikel:   Kommentieren (94) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 10 weiter »
Avatar H5N1
H5N1
#1 | 07. Feb 2010, 11:08
Sehr schöner Bericht Weins!
Du triffst es genau auf den Punkt, vorallem ist es echt Schade das Microsoft sich von dem eigentlichen Ursprung zurück zieht. Als ich mir eben die GFW Website angesehen habe (Deutsch) war ich echt Sprachlos, die liegt ja echt Meilenweit zurück.

Super Bericht, trifft es genau!

LG
Die Vogelgrippe :D
rate (28)  |  rate (1)
Avatar IceBear2k
IceBear2k
#2 | 07. Feb 2010, 11:13
Zum Thema DirectX und OpenGL:
http://blog.wolfire.com/2010/01/Why-you-sh ould-use-OpenGL-and-not-DirectX

Auch hier: reine Marketing-Strategien mit wenig dahinter.
rate (6)  |  rate (2)
Avatar squieky
squieky
#3 | 07. Feb 2010, 11:18
Die kalkulieren eh total falsch und machen ständig Fehler.
Dadurch werden die Leute regelrecht zur Konkurenz, d.h. PS3 getrieben.

1) Überteuerte download games auf den MS Platformen, selbst von Klassikern. Man kann für das Geld Kisten voller Spiele auf Ebay kaufen. Und dann kostet der Onlinedienst auch noch extra.
Folge: DLCs und Codes die in der Packung liegen und nur 1x nutzbar sind. Damit werden genau diese Ebay games entwertet.

2) Überteuerte MS Punkte. 60 Euro kostet es online bei MS. Beim Chinesen etwa die Hälfte (ebay). Wie kann das sein dass der Chinese mit so einem Preis Gewinne macht? Werden wir ausgenommen? Ja!

3) Es gibt massig Bannwellen wo Raubkopierer / Konsolenmodder (Millionenweise!) vom Onlinedienst ausgeschlossen werden. Das Resultat ist eine gecrackte Xbox und eine PS3 fürs online Zocken, während die Spielerzahl bei Xbox Live abnimmt und somit auch legale Spieler leiden. Alles nur wegen der ANNAHME!! dass ein geflashtes Laufwerk auch für Raubkopien genutzt wird. Der Gedanke dahinter: Verkäufe von Extrakonsolen durch Bans - tja, jetzt nicht mehr wo die PS3 ähnlich viel kostet. Damit kann man machen was man will, das Ding ist nicht geknackt und man kann nicht sinnlos beschuldigt werden !

4) Durch MS Vorschriften für Xbox Live & Co. ist das Angebot SEHR übersichtlich und einheitlich geworden. So eine Vielfalt wie zu PS2 Zeiten sucht man vergeblich.

5) Tools wie Steam und GFWL bringen massive Nachteile mit sich. Ich kann mir bei keinem UK/US Versionen importieren weil die mir den günstigeren Preis nicht gönnen. Da wird die Börse mit Füßen getreten. Auch die Zensierung wird gefördert, siehe Alien vs. Predator Debakel.

6) Xbox1 Onlinedienste werden bald eingestellt.

Wenn ich mir das alles ansehe dann wirkt Sony mit ihrer PS3 wie ein Engel. Vor allem die unnötigen Kosten für Onlinezocks - das sind 1-2 Spiele pro Jahr gratis die man von Sony bekommt.

Fazit:
Man braucht sich nur überlegen weshalb diese Dienste wie Pilze wachsen. Profit für das Unternehmen ist die Schlussfolgerung. Daraus ergeben sich auch Mehrkosten für die User. Wer sowas unterstützt ist einfach dämlich oder hat keine Ahnung. Man handelt regelrecht gegen seine eigenen Interessen.
rate (26)  |  rate (9)
Avatar pti4ka
pti4ka
#4 | 07. Feb 2010, 11:20
Lol wenn Pc vernachlässigt wird dann hol ich mir ne Konsole und bestimmt nicht XBox
da meine Favoriten auf der Playstation sind.

Und ihr seht nix mehr von meinem Geld!
Keine Software, Keine Hardware, Keine PC-Spiele!

Und schön den japanischen Markt stärken!

Da für PC kaum etwas gescheites kommt und in Deutschland schon garnicht wegen der USK
und wenn dan nwas kommt dann ärget man sich wiederrum!

Denke jedoch soweit kommt es nicht da viele es genau so sehen und die Hardware-Firmen damit bestimmt net einverstanden sind ~~ aber ka wie das bei denen funktioniert ...

ich werde im Endeffekt nur Vorteile haben wenn ich mich an die Konsole gewöhnt hab
rate (5)  |  rate (10)
Avatar w-man
w-man
#5 | 07. Feb 2010, 11:20
Mein größtes Problem mit GfWL ist die unglaublich schlechte technische Umsetzung. Allein mit dem Ingame-Client von GfWL ins Netz zu kommen ist schon nichttrivial. Dann kommt dazu noch diese blöde Eigenart, dass der GfWL ingame-Client nur mit EINER erbindung funktioniert, und zwar die, die beim ersten-einloggen beim jeweiligen Spiel genutzt wurde. Das ist für Laptop-user mal ganz toll. Und dann kommt da noch die Sache mit der Lokalisation (siehe Fallout3-DLCs).
Da ist es kein Wunder, dass ich jedes mal die Krise krieg, wenn schon wieder ein Spiel auf GfWL setzt.
rate (17)  |  rate (1)
Avatar Zsinj
Zsinj
#6 | 07. Feb 2010, 11:32
Dem kann ich mich nur anschließen.

Der PC hat noch viel potential, man muss es nur nutzen. MS hat(te) viele gute Spielserien. Aber auf ein neues Mechwarrior oder AOE wartet man seit langem vergeblich.

GfW zeichnet sich bisher nur durch anhaltende überflüssigbarkeit (was für ein Wort) aus.

Offensichtlich ist die XBox eine zu gute Melkkuh und die Konsolenspieler lassen es eben mit sich machen. Hier wird nicht am verkauf der Konsole sondern vor allem beim verkauf der zugehörigen Spiele sowie sonstige Zusatzangebote verdient. Zudem kann man für alles Geld verlangen was mal selbstverständlich kostenfrei war den der Hersteller kann vorschreiben was es gibt.
PC Spieler kennen sowas auch, DRM. Nur während das auf der Konsole nicht wirklich auffällt (Keine tief ins System eingreifenden Schutzsysteme, keine Anmeldung bei mehreren Diensten, keine Aktivierung, ... ) Darf sich der ehrliche PC Spieler damit herumärgern.

Die Folge sind mehr Kopien was viele Hersteller zu den Konsolen treibt und MS so noch mehr Geld bringt. Das auch auf Konsolen massenweise kopiert wird scheint man zu verdrängen.

So ist die Konsole für MS eine gigantische Goldgrube und bietet für die Hersteller eine vermeintlich sichere Plattform.

Sorry, bin noch etwas abgeschweift ;)

MfG.
rate (10)  |  rate (0)
Avatar Hannibal Barkas
Hannibal Barkas
#7 | 07. Feb 2010, 11:49
Games for Windows Live ist eine einzige Katastrophe. Ich wünsche mir keine technischen Verbesserungen für dieses Programm, ich wünsche mir das es nie wieder zwingend für ein Spiel benötigt wird. Bei Batman Arkham Asylum hat mir dieses Programm den Savegame beim Wechsel von offline- auf online-Profil gekillt, bei DiRT 2 führt Live ab und zu zum Absturz. Für mich ist das nur weiterer DRM-Mist, auf den ich problemlos verzichten kann.

Games for Windows an sich ist ja keine schlechte Idee. Die Kompatibilität zu Windows und gängiger Hardware zu testen ist schließlich nicht verkehrt. Nur müsste man genau das dann eben auch einfach mal machen und den Spieleentwicklern im Zweifelsfall auf die Finger klopfen. Gerade in Sachen Mehrkern-CPU-Unterstützung leben die Spieleentwickler teilweise noch hinter dem Mond.

Ich empfinde die Politik verschiedener Firmen gegenüber PC-Spielern als feindlich. Sei es nun Microsofts mangelndes Interesse für den PC oder auch zum Beispiel Ubisoft mit seinen neuen DRM-Ideen. An vielen Stellen nimmt es einfach überhand. Leider kommt eine Konsole für mich dennoch nicht in Frage, da die meisten meiner Spiele PC-only Titel sind.
rate (11)  |  rate (1)
Avatar squieky
squieky
#8 | 07. Feb 2010, 11:52
Zitat von Zsinj:


Die Folge sind mehr Kopien was viele Hersteller zu den Konsolen treibt und MS so noch mehr Geld bringt. Das auch auf Konsolen massenweise kopiert wird scheint man zu verdrängen.

So ist die Konsole für MS eine gigantische Goldgrube und bietet für die Hersteller eine vermeintlich sichere Plattform.

Sorry, bin noch etwas abgeschweift ;)

MfG.


Naja...

1) Eine Xbox360 ist schnell geflasht. Im gegensatz zum PC kann man damit sogar mit Raubkopien uneingeschränkt online zocken. Es gibt halt keine Keys.
Der einzige Grund weshalb Konsolen jetzt so dominieren ist die Ausschlachtung des PC-Sektors durch EA und Co.
Die Leute wollten den Dreck nicht und haben zur Konsole gegriffen, so auch ich.
Aber wenn jetzt auf einmal der selbe Scheiss durch die selben Leute auf Konsole abgezogen wird, dann goodbye.

2) Windows ist immer noch der dominierende Verkaufsbereich. Aber wenn bald eh alles auf Konsole abläuft, dann brauch ich mir auch kein Windows mehr kaufen.

Die müssten mal MS dazu zwingen DirectX freizugeben. Dann wird jeder sehn wie schnell MS tolle PC games machen kann um die Kunden bei Windows zu halten.
rate (10)  |  rate (2)
Avatar gspa
gspa
#9 | 07. Feb 2010, 11:59
Naja, die Sache ist ganz einfach: Auf 360 kann M$ bestimmen, welche Games erscheinen (und damit die Hersteller zu XBL zwingen), während auf dem PC jeder veröffentlichen kann, was er will.

Aber ich hab grade ne grausame Vorstellung: Wenn M$ sein GFWL wieder ausgräbt und sich mit Valve verbündet und dann GFWL und Steam zusammengelegt werden. Aaaaah!
rate (5)  |  rate (2)
Avatar Rycox
Rycox
#10 | 07. Feb 2010, 12:02
Als ich die deutsche GfW seite gesehen hab, mit den momentanen "Topspielen"
musste ich echt lachen^^
rate (6)  |  rate (1)

 

 
top Top
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA