Tommy Krappweis ist vielen eher als der Crew von RTL Samstag Nacht oder als Erfinder von Bernd das Brot bekannt.
Besuchern von gamestar.de und Fans von High5 oder der ServerDownShow kennen ihn auch als Autor von Mara und der Feuerbringer.
Im deutschsprachigen Raum wird diese Jugendbuchreihe in etwa so stark gehypt wie international die Tribute von Panem. Liest sich die Romanreihe auch ähnlich locker weg oder wird hier viel Wind um nichts gemacht?
Das versuchen wir nun zu klären. Doch zuerst auch hier die Fakten:
Fakten:
Originaltitel: Mara und der Feuerbringer
Autor: Tommy Krappweis
Verlag: Franz Schneider Verlag
Besonderheiten: erster Band einer Trilogie
Story:
Mara Lorbeer ist ein vierzehnjähriges Mädchen, welches von allen auf Grund ihrer ständigen Aussetzer bedingt durch Tagträume ständig gehänselt wird. Eines Tages wird sie von einem Ast vollgequatscht und bekommt den Auftrag Loki aufzuhalten und Ragnarök zu verhindern.
Weder ihre Mutter noch die nicht vorhanden Freunde sind eine Hilfe. Insbesondere die Mutter ist ein Sinnbild einer vergeistigten und wirren Alten, die keinerlei Ahnung von der Welt hat, aber irgendwie dann doch richtig liegt.
Wie in jedem Jugendbuch wehrt sich die auserkorene Heldin gegen ihre Aufgabe. Der große Unterschied ist jedoch, dass sie auch später keinen Bock auf das Alles hat und dies in typischer, jugendlichen Trotzmanier auch ständig raushängen lässt.
Neben den ganzen Fakten zur germanischen Mythologie macht das den großen Reitz der Geschichte aus und sorgt dafür, dass auch Erwachsene wie ich ihren Spaß mit der Geschichte haben.
Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als Kinder und Jugendliche. Das liegt vor allem daran, dass der Anhang zwar viel erklärt, aber auch selbst preis gibt, dass für das volle Verständnis die eine oder andere Sekundärliteratur ganz sinnvoll wäre.
Zu keiner Zeit wird der Leser für dumm verkauft. Aber keine Angst: Man kann der Handlung auch ohne Vorwissen und nur mit dem Anhang folgen. Mehr Spaß macht es natürlich, wenn man die Siegfried Saga und die eine oder andere germanische Geschichte kennt.
Schön sind auch die Seitenhiebe auf die typische Darstellung von Loki oder den nordischen Göttern im allgemeinen. Erst wird diese beschrieben und anschließend kurz und knapp als falsch offenbart. So geht unterschwelliges Lernen.
Charaktere:
Wie gesagt ist Mara Lorbeer weder eine Heldin noch hat sie merklich Lust darauf, eine zu sein. Ihre Verzweiflung und die Tatsache, dass ihr knapp die Hälfte des Buches keiner hilft, ist eine wohlwollende Abwechslung.
Auch ihre spätere Hilfe Professor Weissinger (seinen Vornamen erfährt man nicht) ist nicht der typische Held, sondern eine Uni-Professor an der Uni München für germanische Geschichte und Mythologie. Sein Humor ist staubtrocken und sein Wissensschatz ist so, wie man es sich von einem Prof wünscht. Schade, dass es das in dieser verständlichen Form im realem Leben nicht gibt.
Loki ist die typische falsch verstandene Figur, die ebenfalls einen feinsinnigen Humor besitzt und ständig damit hadert, dass er weder Dankbarkeit noch sonst irgendeine menschliche Regung kennt.
Maras Mutter, welche schlicht Frau Lorbeer oder Mama genannt wird, ist das Alternativtanten-Klischee in Reinform. Sie denkt, dass sie mit der Natur kommunizieren kann und lässt sich ständig irgendeinen Mist andrehen.
Schreibstil:
Man muss den Humor von Tommy Krappweis schon mögen, damit man Spaß mit der Reihe hat.
Zwar ist es möglich, sich dennoch an der Geschichte, welche definitiv eine der besseren der jüngeren zeit ist, zu erfreuen, aber ohne ein Faible für trockenen Humor und Witze der Marke CappuccinoArt wird man definitiv weniger Spaß daran haben.
Ansonsten ist die Schreibkunst gehobenes Mittelmaß. Nicht so schlimm wie Panem oder Harry Potter aber bei weitem nichts außergewöhnliches. Das liegt vor allem daran, dass oft lieber ein guter Witz verwendet wird, als oft gute Lesbarkeit zu achten.
Zwar ist es mir zu keiner Zeit passiert, dass ich aus dem Lesefluss herausgerissen wurde oder gar einen Abschnitt zweimal lesen musste, aber manchmal ist es doch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
Jugendbuch typisch werden oft einfachere Worte verwendet. Schön ist aber, dass gerade die Personen Prof. Weissinger und Loki mit eben diesem Grundsatz brechen und hinterher Mara und dem jüngeren Leser eben jene Spreche erklären müssen.
Hier merkt man besonders die Art von Tommy Krappweis, die auch Bernd das Brot zu einem Spaß für Jung und Alt machen.
Fazit:
Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es es Must-Read ist. Dennoch habe ich jede Seite genossen und mich an dem Humor erfreut. Somit kann ich nur jedem empfehlen: Holt euch dieses Buch, auch oder gerade wenn ihr älter seid.
http://www.maggus-desire.de/201 3/05/24/4861/mara-und-der-feuer bringer-band-01-14-september-20 09/