Wer kennt sie nicht: Die stocksteifen und wenig unterhaltenden Lehrfilme aus der Schule. Darin werden wichtige geschichtliche und/oder sonst irgendwie relevante Ereignisse oder Epochen so aufgearbeitet, dass auch wirklich der letzte Schüler das Interesse für die Thematik verliert.
Warum werden diese Schinken also überhaupt eingesetzt? Die Antwort ist recht kurz: Da sie schlichtweg pures Wissen enthalten.
Das Problem an der Sache ist nur, dass pures Wissen auch in Büchern steht. Der Vorteil von Filmen, dass sie auch Spannung erzeugen oder Sachverhalte klar darstellen können, wenn man keine sonderlich gute Vorstellungskraft hat, wird von Lehrfilmen oft außer Acht gelassen.
Und so passiert es, dass der gemeine Schüler aus einem 1,5 stündigen Lehrfilm über die altgrieschische Demokratie nicht mehr lernt, als dass er gerade 1,5 Stunden Lebenszeit verloren hat.
Selbst Arte, an sich ein sehr guter, aber doch sehr trockener Sender, schafft es hier, mehr die Menschen zu fesseln. Ja sogar bei den Börsennachrichten hören mehr Menschen mit Freude zu, als bei diesen Machwerken.
Doch ab und an denkt sich ein Produzent eben solcher Filme etwas ähnliches und will das Ganze schön verpacken. Zum Beispiel in Form eines Gesprächs zweier Freundinnen, die sich über ihre letzten Urlaube unterhalten. Dabei zeigt man Fotos dem jeweils anderen und erzählt was. Die Fotos bekommt der Zuschauer nur nie zu Gesicht und stattdessen erzählt wieder irgendwie gänzlich ohne Spannung, was hier früher einmal abging. Da verkommt es fast zur Nebensache, dass die Freundinnen von zwei so dermaßen talentierten Schauspielerinnen dargstellt werden, dass selbst unsere Creme de la Creme von GZSZ vor Neid erblasst.
Gut, so hat der Film wenigstens eine gewisse humoristische Komponente, aber gelernt hat trotzdem keiner was.
Der Hit ist natürlich, wenn man solche Cineastischen Meisterwerke gleich in der ersten Stunde zeigt. Da kommt Freude und Stimmung auf und die Schüler fragen sich berechtigterweise, warum sie für einen solchen Mist überhaupt aufgestanden sind.
Bitte versteht mich nicht falsch: Schon allein aus didaktischer Sicht macht es Sinn, das Medium häufig zu wechseln und dabei insbesondere ab und an das Medium Film zu verwenden. Dann aber bitte nicht so. Es kann schlicht nicht sein, dass man in Band of Brothers, The Pacific oder Rome (ja, die Serien sind super, aber haben geschichtlich so ihre Schwächen zum Teil. Auch wenn ich insbesondere die beiden erst genannten schon sehr authentisch fand) mehr über Geschichte lernt, als im Unterricht. Dort schaut man nämlich gerne zu und lässt sich auf die Informationen ein. In der Schule mit ihren seltsamen Auswüchsen der filmischen Unterhaltung leider so gut wie nie.
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