Es hat eine Weile gedauert, bis die Kernserie im Halo Universum eine Fortsetzung spendiert bekommen hatte. Zwischenzeitlich gab es Halo Wars, welches perfekt bewiesen hatte, dass Echtzeitstrategie auf der Konsole funktionieren kann, es gab Halo: ODST, welches zeigte, dass eine alte Engine sowie langweilige Missionen und das Nichtvorhandensein von Spartans in einem Halo eben nicht funktionieren und es gabe das viel umstrittene, meiner Meinung aber gute Halo: Reach.
Zusätzlich gibt es noch zig Romane sowie die grottenschlechte Kurzfilmreihe Halo: Legends.
Dann wurde aber endlich Halo 4 angekündigt und jeder fragte sich, wie kann die Story weitergehen, da doch mit den Covenant eigentlich Frieden geschlossen wurde. Kurz nach der Ankündigung wurde auch die neuen Gegner gezeigt. Prometheans wurden sie genannt und waren das ultimative Böse. Wie eigentlich alle Alienrassen in Shootern.
Man war skeptisch. Zumal ein neuer Entwickler ans Werk ging. Bungie hörte nach Reach auf und nun sollte 343 - Industries das Franchise fortsetzen. Konnte so ein Entwicklerwechsel gut gehen?
diese Frage wird nun geklärt. Doch zuerst die Fakten:
Fakten:
Originaltitel: Halo 4
Entwickler: 343-Industires
Erscheinungsjahr: 2012
Plattformen: Xbox360
Story:
Halo war schon immer für eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte bekannt. Nur bekam die nahezu niemand zu Gesicht. In den Spielen wurde immer nur das erzählt, was der MasterChief sah und wusste. Eventuell gab Cortana ein bisschen mehr Input, aber das war es auch schon. Alles andere erfuhr man nur über Wikis oder eben die Romane. Wer also keine Zeit hatte, sich stundenlang irgendwo einzulesen, erlebte zwar immer tolle Shooter, verstand aber nie, warum Halo-Fans so begeistert waren.
Auch ich lies die Serie nach dem ersten Teil erst einmal ruhen, da ich, den ersten Teil gab es ja auch für den PC, nur einen mittelmäßig umgesetzten Shooter gespielt hatte und nicht einsah, mir dafür eine Xbox zu kaufen.
Irgendwann tat ich es dann doch und spielte Halo 1 auf der Konsolte durch.
Noch immer verstand ich die Story nicht. Also machte ich mir die Mühe und las mich ein. Außerdem unterhielt ich mich mit Freunden und schwupps war es geschehen. Ich fand die story super und begriff endlich auch, was die kleinen, kurzen Sätze in Halo bedeuteten. Schnell waren Teil 2 und 3 auch gekauft und das Ganze ergab langsam Sinn.
Reach und ODST sowie Wars erweiterten das Universum in Spieleform, zeigte aber nichts, was man nicht ohnehin bereits wusste.
So kam es, dass ich mit Riesenerwartungen auf die Story von Teil 4 gespannt war. Der 90 Minütige Vorfilm, bzw die 5 teilige Miniserie, je nachdem, ob man sie im Internet oder als Gesamtwerk durch die CE von Halo 4 gesehen hatte, heizte die Freude weiter an.
Jetzt habe ich das Spiel durch und muss sagen: Ich bin, was die story anbelangt, ein klein wenig enttäuscht. Ja, das Spiel erzählt die Geschichte hundert mal besser, als die vorherigen Teile. Und ja, endlich merkt man auch, was Spartan John-117 (MasterChief) und Cortana für einander empfinden. Das Problem ist nur, dass man erneut nichts über die Hintergründe erfährt. Das wird man wahrscheinlich wieder einmal nachlesen müssen. Auch wird dem Spieler nicht klar, warum Lasky so salopp mit dem Chief reden kann, der Rest aber nicht. Dafür muss man den Film gesehen haben.
Es zeigt sich also, dass Storytechnisch alles beim alten ist.
Zwar wurden die Gegner ausgetauscht, aber eigentlich ist noch immer die Menscheit bedroht, weil die irgendwann einmal zu irgendwem böse waren. Auch dies weiß der typische Spieler nicht. Denn nirgends wurde in den Spielen erwähnt, dass es schon einmal eine Menschheit gab, die nur unter anderen durch die Flood vernichtet wurde.
Wie auch immer. Man wird seine Freude haben, wenn man viel über das Universum weiß. Alle anderen erleben nur den Shooter.
Inszenierung:
Hier ist man seit Halo 3 einiges gewöhnt und Halo 4 legt hier noch eine Schippe drauf. JEde Szene, jeder Level ist perfekt abgestimmt. Immer genau dann, wenn man gleich denken könnte, dass ein Wechsel sein muss, findet dieser statt.
Das hat natürlich auch zur Folge, dass die Levels sehr schlauchig sind und man eigentlich keine Alternativen hat, als den vorgebenen Pfad zu laufen. Da waren die bisherigen Teile weitläufiger. Das erste Auftreten des Oberschurken ist pompös und das Ende des Spiels Actionreich und Emotional. So soll das sein.
Grafik und Sound:
Soundtechnisch sprechen wir hier, abgesehen von Soundtrack, von einem Meisterwerk. Selbst Battlefield 3, meine bisherige Referenz, hat mir nicht so tollen Raumklang um die Ohren gehauen. Die Gespräche sind, sogar in der deutschen Fassung, super vertont. Die Waffensounds klingen satt und genau so, wie man sich denkt, dass sie klingen müssen.
Aber der Soundtrack. Das ist das große Sorgenkind. Bisher war Bungies Studiokomponist Martin O'Donnell hierfür verantwortlich. Jetzt ist es einer von 343-Industires und der ist, naja, gut, aber nicht super. Der Soundtrack klingt nun, wie jeder x-beliebige Gamesoundtrack. Die Magie ist dahin.
Dennoch, und das ist die große Leistung, stört der Score nicht.
Die Grafik hingegen gehört zu dem besten, was die Xbox360 zu leisten im Stande ist. Und auch eigefleischte PC'ler müssen in den Jungleszenen anerkennen, dass das Spiel wirklich hübsch ist. Sogar Texturen sehen einigermaßen scharf aus. Sonst ja ein Problem der Konsolen.
Gameplay:
Halo war schon immer ein Mischung aus schießen, Granaten werfen und in Deckung gehen, bis die Schilde wieder hoch gefahren waren.
So ist es auch hier. Der Unterschied ist nur, dass die Schilde nun schneller laden. Dadurch wird das Spiel aber nicht leichter. Man nutzt dies, um das Spiel schwerer zu machen, da die Gegner-KI zum Teil knüppelhart ist und zudem die Gegner auch noch in Massen auftauchen. Sebst auf leicht wird man oft sterben. Kein Vergleich also zu dem interaktiven Bildschirmschoner eines MW3s.
Die Fahrzeugsteuerung von Halo wurde ebenfalls eins-zu-eins übernommen. das mag der Eine toll finden, der andere wird es hassen.
Ich gehöre eher zu letzterer Truppe, da ich Sichtfeld und Fahrzeugrichtung gerne getrennt steuere. Dennoch funktioniert sie und ist sehr präzise.
Fazit:
Halo 4 ist der Hammer. Zwar mit knapp 5 Stunden etwas kurz, dennoch sind mir solche fünf Stunden tausend mal lieber, als zum Teil langweilige 20 Stunden eines FarCry 1 oder Doom3s.
Gerne würde ich dem Spiel eine 90 oder mehr geben. Doch das Versäumnis, die story dieses Mal endlich gescheit zu präsentieren, wiegt einfach zu schwer.
Daher bleibt nur eine 85 übrig. Doch selbst das ist noch super.
http://maggus-desire.de/index.p hp/reviewsnavi/videospiele-pc-k onsole-smartphone/788-halo-4-20 12