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Oneal Redux

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Filmkritik: The Muppets - Ab dem 19...

Dienstag, 17. Januar 2012 | 12:13
The Muppets The Muppets Walter, eine treue wie aufrichtige Puppe aus der kleinen Stadt Smalltown, ist ein riesiger Fan der berühmten Muppets rund um Kermit und Miss Piggy. Als dann eines Tages sein menschlicher Zwillingsbruder Gary (Jason Segel) zusammen mit seiner Freundin Mary (Amy Adams) in den Urlaub nach Los Angeles fährt, darf Walter mit, sodass er das legendäre Muppets-Studio einmal mit eigenen Augen sehen kann. Dort angekommen, macht sich jedoch schnell Ernüchterung breit: Der einstige Ruhm ist längst verblasst. Das Theater ist baufällig, die Gebäude Marode und die Muppets über alle Winde verstreut. Und zu allem Übel, will auch noch der skrupellose wie bösartige Geschäftsmann Tex Richman (Chris Cooper) das Studio abreißen, um so das darunterliegende Öl fördern zu können. Verhindern können dies nur noch 10 Millionen US-Dollar sowie eine Muppets-Show, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Zusammen machen sich Walter, Gary und Mary auf, Kermit den Frosch zu suchen, um mit ihm noch einmal die einstige Truppe zusammenzutrommeln. Doch die Zeit läuft…

Als Disney ankündigte die Muppets zurück auf die Leinwand bringen zu wollen, war anfangs die Skepsis immens groß. Immerhin lag das letzte Abenteuer “Muppets aus dem All” schon über zwölf Jahre zurück. Die einstigen berühmten Figuren drohten zu verblassen. Was danach allerdings folgte, hätte wohl niemand für möglich gehalten: Mit dem Fake-Trailer “Green with Envy”, der gekonnt mit Hollywood-Klischees spielte, startete eine der besten Werbekampagnen der letzen Jahre, die schnell die Erwartungen auf ein neues humorvolles wie grandioses Muppet-Spektakel schürten. Doch war die ganze Aufregung im Vorfeld, inklusive kleinerer Interviews mit Miss Piggy und Kermit, wirklich notwendig? Ja, denn während die Anarcho-Truppe bereits 1976–1981 ihren Höhepunkt feierte, hat sich die Welt mittlerweile gewandelt. Wo einst Handpuppen für gekonnte Unterhaltung sorgten, steht heute Animationskost sowie Action im Vordergrund. Die Frage stellt sich somit, ob denn die charmanten Puppen noch ihr Publikum finden. Gerade diese Thematik, dient Regisseur James Bobin hierbei als Auftakt für seine liebevolle Musical-Komödie. Eine die zeigt, dass der letzte Vorhang noch lange nicht gefallen ist und immer noch die Muppets zu den besten Figuren ihres Faches gehören. Somit offenbart James Bobin ein verrücktes, draufgängerisches wie humoristisches Werk voller Anspielungen, Eigenheiten sowie bekannten Motiven, welches nicht nur Fans vollends begeistern wird, sondern auch für Freunde schöner Feel-Good-Komödien deutlich ein Blick wert ist.

Zwar ist die Story im Kern alles andere als innovativ und kommt sehr gradlinig daher (immerhin versucht ein böser Öl-Magnat das Muppet-Erbe zu zerstören), doch darauf kommt es bei “Die Muppets” auch gar nicht an. Es geht eher um das Gefühl, seine einstigen Fernseh-Helden erneut in Action erleben zu können. Diese sind hierbei deutlich angestaubt, haben aber von ihrer Magie über die Jahre hinweg nichts eingebüßt. Doch gerade die reumütige Stimmung zum Anfang – das verfallende Studio, die verlorenen Muppets die mittlerweile teils ihr eigenes Leben führen sowie die Zurückweisung der großen Fernsehstudios – zeigt, dass sich wirklich die Welt etwas gewandelt hat. So fragt Teenie-Star Selena Gomez in einer Szene, wer den eigentlich die Muppets sind und Kermit wird gar für einen Ninja-Turtle gehalten. Jedoch begeht Regisseur James Bobin, basierend auf einem Drehbuch nach Jason Segel und Nicholas Stoller, nicht den Fehler, alles Neue zu verteufeln und alten Zeiten hinterherzujagen. So zeigen sich die Muppets durchaus selbstkritisch, teils ironisch und somit deutlich gereifter. Die Gags indes, sind immer noch dieselben, was heißt, dass hier gewohnt humoristische Gag-Feuerwerke gezündet werden, die für ordentliche Lacher sorgen. Es zählt der anarchistische Humor, der überrascht, explodiert (im wahrsten Sinne) und eben ab und an auch mal mit einem Song einhergeht. Seien es hierbei melancholische Lieder wie “Pictures In My Head” und “Man or Muppet” (der sogar die US-Charts stürmte und gute Chancen auf einen Oscar hat sowie ein eine große Überraschung parat hält) oder einfach grandios lockerleichte Songs wie “Life’s A Happy Song” und “Mahna Mahna” (insgesamt wurden drei Songs für den Oscar nominiert). Natürlich bleibt die Botschaft dahinter stets wichtig, wodurch nie der Kitsch die Überhand gewinnt. Unverständlich ist dagegen, dass die verschiedenen Lieder von Bret McKenzie und Komponist Christophe Beck ins Deutsche übersetzt wurden. Dies nimmt viel von der eigentlichen Originalität (auch da alle Darsteller selbst singen) und hätte auch mit Untertiteln bestens funktioniert. Wer als kann, sollte so lieber auf den O-Ton zurückgreifen.

Damit allerdings noch nicht genug, denn damit die Muppets ein gelungenes Comeback auf die Beine bekommen, kriegen sie noch von allen Seiten Promi-Unterstützung: Sei es der auf Aggressionsbewältigung angewiesene Jack Black, ein gekonnt verkleideter Zach Galifianakis oder ganz einfach viele kleine Cameos von Whoopi Goldberg, Alan Arkin, Ken Jeong, Sarah Silverman, Emily Blunt oder Neil Patrick Harris. An jeder Ecke gibt es was Neues zu entdecken und sei es ganz einfach Schleichwerbung für Pixars “Cars 2?. Überhaupt halten sich die Muppets in Sachen Popkultur keineswegs zurück (Miss Piggy gibt die Chefredakteurin der Pariser Vogue und die angesagte Serie “Schlag den Lehrer” stürmt die TV-Charts) und teilen gehörig aus. Was leicht hätte zur übertriebenen Show ausarten können, wird hierbei gekonnt von der hervorragenden Leistung von Jason Segel (“How I Met Your Mother”) geerdet. Tanzender wie unterstützender Weise, gibt er so den Muppets eine Bühne, die sie nur allzu gerne ausfüllen. Etwas blass dagegen bleibt die Leistung von Amy Adams, die als Mary zumeist nur den Subplot rund um die Liebe aufrecht erhält. Zwischen Gary und Mary, als auch zwischen Kermit und Miss Piggy. Große Gefühle sind bei beiden Liebesgeschichten jedoch garantiert. Den perfekten zynischen Part der Handlung übernimmt unterdessen gekonnt Chris Cooper als hinterlistiger Tex Richman. Unfähig richtig boshaft Lachen zu können, agiert er im Hintergrund, um so die Muppets zu vernichten. Letztlich bleibt er jedoch gegen die gemeinsame Kraft der Handpuppen chancenlos.

Fazit

Dank der hervorragenden Inszenierung sowie des selbstironischen wie liebevollen Drehbuches, können die Muppets noch einmal zeigen, was sie am besten können. Humorvolle Unterhaltung, die Jung wie Alt zu begeistern weiß. "Die Muppets" ist so eine gekonnte Hommage, eine vollkommen geglückte Renaissance sowie ein neues Abenteuer der beliebten Handpuppen, welches von Fans für Fans erschaffen wurde. Kermit, Miss Piggy und Co. waren nie besser in Form. 

Wertung: 84/100





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