Wöchentlich überschlagen sich neue Meldungen über einen Zerfall der Eurozone,
nationalistische Töne bestimmen Wahlkämpfe und Parlamentsdebatten, Generalstreiks
legen Südeuropa lahm und die Euro-Finanzminister können sich auf kein neues Budget einigen.
Wie ein Licht am Tunnel erscheint da die Vergabe des Friedensnobelpreises an die
Europäische Union. Ein Weckruf der uns daran erinnern soll, was die Gründungsidee der Union , inklusive ihrer Vororganisation, war und ihrer größten Errungenschaft in einem Europa der Kriege und Feindschaften. Errungenschaften wie ein Friede zwischen Deutschen und Franzosen, welcher vorher in Jahrhunderten nicht möglich war.
Seit Jahrhunderten schleppte sich ein Kontinent der Unterschiede und Gemeinsamkeiten, der Bündnisse und Feindschaften, der verschiedenen Kulturen und Religionen von Konflikt zu Konflikt. Kriege welche die Einwohner Europas oftmals an den Rand ihrer Existenz gebracht haben und Leid gesät haben, gehörten zu Erlebnissen jeder Generation. Unsere Vorväter haben sich auf die Gegensätze konzentriert, anstatt das Miteinander zu suchen und die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen.
Die Europäische Union schaffte in diesem schwierigen Umfeld uns die längste Zeit an ununterbrochenem Frieden zu schenken, sie ermöglichte uns zusammenzuwachsen, ein Europa der Gemeinsamkeiten zu erschaffen, anstatt eines der Gegensätze. Und es liegt an uns, diese Errungenschaft des Friedens und kulturellem Zusammenzuwachsen nicht am Altar des Patriotismus zu opfern. Europa und damit auch die Union haben uns diese in der Geschichte Europas einmalige Chance gegeben, ein starkes, vielfältiges und vor allem friedliches Europa zu werden, was sich nicht mehr in von übertriebenem Nationalismus zu Tage geförderten Kriegen selbst zerfleischt und damit auch seine kulturellen Schätze für immer vernichtet. Lasst uns nicht noch einmal auf populistische Nationalisten hereinfallen wie vor 75 Jahren!
Und auch im wirtschaftlichen Bereich kann nur ein mehr an Europa die Lösung sein, kein zurückkehren zu den Nationalstaaten. Europa kann so stark sein wenn es sich auf seine Gemeinsamkeiten besinnt und große Probleme gemeinsam löst. Es gilt gleiche Steuer- und Pensionssysteme zu schaffen um am Ende Idealerweise zu Vereinigten Staaten von Europa zu kommen.
Ich sehe mich als Europäer, nicht als Österreicher und darum bitte ich jeden:
Nutzt die Reisefreiheit, lebt den kulturellen Austausch, besinnt euch auf ein gemeinsames Europa und fallt auf keine nationalistischen Politiker herein. Lasst uns Europa zu einer Vorzeigeregion auf der Welt machen! Gemeinsam!