Richard S.

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User-Blogeintrag Nr. 19

Stereotypen... Multitypen... Monoty...

Dienstag, 12. März 2013 | 17:52
Wie vermutlich die meisten Spieler wünsche auch ich mir in Spielen Charaktere, mit denen man mitleiden kann. Und damit meine ich keineswegs Charaktere, die erinnerungslos irgendwo aufwachen und gleich Heldenqualitäten beweisen. Aber ganz sicher auch keine Charaktere, die zwar eine Hintergrundgeschichte und eine Vergangenheit haben... die aber wenig bis gar keine Auswirkungen auf die Handlung haben - oder gleich so schwammig gestaltet sind, dass es im Endeffekt kaum einen Unterschied macht, ob man da jetzt den jüngsten Spross der Couslands von Highever oder den erinnerungslosen Lord Revan spielt.

Mir wäre ein Charakter lieber, der von mir aus auch nicht allzu sympathisch ist und auf dessen Entscheidungen und Charaktereigenschaften man keinen Einfluss nehmen kann (auch in einem RPG), solange der Charakter selbst ein wirklich einzigartiger und vielseitiger Charakter ist.

Das Problem: Wenn solche Charaktere in einem Spiel auftauchen, dann selten bis nie als Protagonist, sondern bestenfalls als wichtiger Nebendarsteller (Lizenzumsetzungen mal ausgenommen, denn da sind die Vorbilder  in ihren Charakterzügen zum einen nur schwammig übertragen und zum anderen sind Lizenzspiele in ihrer Qualität allgemein eher bescheiden).

Aber es wäre mal Zeit, dass in einem Spiel ein Protagonist auftaucht, der wirklich eine Seele hat (oder eine überzeugende Illusion einer solchen vermittelt).
Wer mir nicht ganz folgen kann bzw. meint, dass es solche Protagonisten doch gibt, dem will ich einen kleinen Vergleich zeigen; man nehme die Charaktereigenschaften von gewissen Spielehelden:

Max Payne
Ein Cop, dessen Vergangenheit sich darauf beschränkt, dass er beim NYPD arbeitete, bis seine Familie ermordet wurde.
Alter: kA
Frühere Jobs: kA
Kindheit: kA
Alte Liebschaften: kA
Meinung zur Gleichberechtigung: kA
Sexuelle Orientierung: Vermutlich Hetero
Hobbys: Hechtrollen in Zeitlupe, unschuldig von der Polizei gejagt werden
Tanzen: kA
Meinung zu Pornographien: gewisse Hotlines werden allein zu seelenklempnerischen Zwecken benutzt
Sünden: tote Bösewichter, geringfügig rachsüchtig, Schmerzmittelabhängig (come on!)
Religion: kA
Glaube an Übernatürliches: vermutlich teilweise
Ausdrucksweise: ernst, melancholisch, Noir
Spitzname: Max

Würde ein Psychologe ein solches Persönlichkeitsprofil anfertigen, bekäme er die fristlose Kündigung. Wirkt wie ein stereotyper Selbstjustizler, nur durch die Noir-Erzählungsweise hervorgehoben (nicht falsch verstehen, ich habe Max Payne öfter gespielt als jeden anderen Shooter, weils so ein tolles Erlebnis war).

Lara Croft (die Alte... also... die Originale, mein ich)
Archäologin, ständig coole Sprüche auf den Lippen - oder, wie, ich glaube, Petra Schmitz einmal ausdrückte: "Ein cooler Kerl mit Brüsten." (Sry falls ich falsch zitiere!)
Alter: Je nach Serienteil zwischen 16 und unbekannt
Frühere Jobs: vermutlich keine
Kindheit: reich
Alte Liebschaften: eher nicht
Meinung zur Gleichberechtigung: kA
Sexuelle Orientierung: kA
Hobbys: Riesenhafte, mythologische Kreaturen aufspüren... und abknallen
-Böse Buben aufhalten... und abknallen
-auf Tiger, Spinnen und Vögel treffen... und abknallen
-Artefakte finden... und diese entweder in die Luft sprengen,verlieren,           oder,  in seltenen Fällen, bergen
-Sprünge durchführen, die jeden medizinisch gebildeten zum Schmunzeln oder zur Verzweiflung bringen
-in Zeitlupe an einem Abgrund mit einem Handstand hochklettern
Tanzen: kA
Meinung zu Pornographien: kA
Sünden: viele vermutete, bis auf der Ausrottung bedrohter Tierarten aber kaum nachgewiesene
Religion: kA
Glaube an Übernatürliches: ich wills mal hoffen
Ausdrucksweise: schlagfertig, humorig, selten ernst
Spitzname: Lara

Hm... das sagt... verdammt... wenig aus. Wirkt wie die 'harte Braut', stereotypisch.

Und zum Vergleich nun der Charakter eines realistischen (aber dennoch fiktiven) Menschen, nennen wir ihn Rick S.:
Rick S.
Krankenpfleger, Gamer, sozial 'einzigartig' (NICHT SO, WIE ES KLINGT)
Alter: 21
Frühere Jobs: Koch
Kindheit: teilweise glücklich, teilweise katastrophal und bleibende Schäden hinterlassend
Alte Liebschaften: paar Psychos; ein, zwei Ausnahmen
Meinung zur Gleichberechtigung: bin dafür
Sexuelle Orientierung: Munter von einem Ufer zum anderen springend
Hobbys: Gamen
-Comics lesen
-Bücher lesen (Fantasy)
- Magazine lesen (Games u. Kinofilme betreffend; Männermagazin)
-Klettern (Indoor) 
-Musik hören (Pop, bisschen Rap, Abba, Rock)
-Kochen
- Geschichten schreiben (Fantasy, Mystery/Horror, bisschen Sci-Fi)
- Zeichnen (Anfänger)
- in einfachen Editoren Levels bauen (HoMaM, AoE, AoM)
- Fernsehserien (verdammt viele)
Tanzen: einmal für YouTube den Harlem Shake; sonst nur wenn bei einem Date dazu genötigt
Meinung zu Pornographien: solange halbwegs geschmackvoll, nix dagegen
Sünden: Bwahaha... so einige... Muhahahaha <fieses Lachen>
Religion: Katholisch, glaub aber bei weitem nicht alles, was der Vatikan verzapft
Glaube an Übernatürliches: offen für vieles
Ausdrucksweise: verstörend, von den meisten als lustig empfunden,
Spitzname: Richie, 'der Wahnsinnge', Thermostat, Irrer
Darunter kann man sich doch ein bisschen was vorstellen (unter diesem völlig fiktiven, mich selbst in keinster Weise nicht darstellenden Charakterprofil). Zwar könnte man auch hier Stereotypen feststellen, aber zumindest schon mal mehrere: Nerd (Comics und Games), Kluger, offener Typ (Geschichten schreiben, ist für Gleichberechtigung und Übernatürliches), Clown vom Dienst (in echt bin ich... ich meine... ist dieser fiktive Charakter... kaum erträglich vor lauter Blödheit... manche klagen über akute Zwerchfellschmerzen), Perversling (ist nicht völlig gegen Pornos... BÖSE! BÖSE!) und so weiter. Aber ganz ehrlich, wer mehrere Stereotypen in sich vereint, ist schon nicht mehr so stereotyp.

Und ich will endlich mal ein Spiel spielen, wo es keinen Stereotypen als Held gibt (einen Helden, der durch multiple-Choice-Dialoge vom Spieler eine Seele verliehen bekommen soll, ist für mich auch nur ein Stereotyp). Sondern ein Spiel mit einem glaubhaften, vielseitigen Charakter. Wer den fiktiven Rick S. auch als flach empfindet: 1. ist das Ganze hier nicht völlig ernst zu nehmen 2. hätte ich mich noch wesentlich detaillierter über die einzelnen Punkte auslassen können, beispielsweise, welche Sünden ich... ich meine... er... so begangen hat.

Also, zum Abschluss: Ein Spiel mit einem Charakter, der dem fiktiven Profil hier entspricht, würde ich liebend gern spielen.
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Avatar Bastius
Bastius
#1 | 12. Mrz 2013, 19:58
Du musst auch immer bedenken, dass irgendwann der Spieler übernimmt und im schlechtesten Fall die gesamte Vergangenheit einfach ignoriert und Entscheidungen trifft, wie er sie für richtig hält. Denn entweder das Spiel erlaubt diese Qualität der Interaktivität oder der Spieler ist seinem Helden praktisch ausgeliefert.

Meiner Meinung nach hat The Witcher 2 hier eine sehr gute Gradwanderung geschafft.

Spiele bestehen auch nicht nur aus einer Handlung, sondern hauptsächlich aus ihren Spielmechaniken und oft können Entscheidungen auch getroffen werden, um den größten spielmechanischen Nutzen zu erhalten.

Und ganz wichtig und Kern deiner Anklage: Die Spiele werden für ein großes Publikum entworfen und die Entwickler wissen, was die Leute mögen und was nicht. Man findet eben den größten gemeinsamen Nenner. Das trifft nicht auf alle Spiele zu und manche erlauben es sich sogar mehrere Optionen anzubieten. Aber die Spieler sind auch ungeduldig: Bei der Charakterauswahl wählt man den Krieger nicht, weil man sich seine Lebensgeschichte angeguckt hat oder die aller anderen zur Verfügung Stehenden.

Viele Spiele haben unterschiedliche Schwerpunkte und ich bin mir sicher, dass mit der Zeit mehr künstlerisch wertvolle Spiele erscheinen, die nicht immer die bequemsten sind und trotzdem ein Publikum finden.
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Avatar Richard S.
Richard S.
#2 | 12. Mrz 2013, 22:03
Um Missverständnisse auszuräumen: ich wollte nicht sagen, dass man unsympathische oder nicht beeinflussbare Charaktere als Hauptcharaktere benutzen sollte, sondern nur, dass es vielseitigere Charaktere sein sollten.
Zum Beispiel, indem man bei der Charaktererstellung auch Sachen einstellen könnte wie Hobbys, persönliche Ansichten usw.
Einfach Charaktere, die aus mehr als nur 'ich Held' bzw. 'ich tragischer/missverstandener Held' bestehen. Denn meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, wenn ein Charakter ín Dialogen noch so viele Möglichkeiten hat... wenn im Endeffekt doch alle in ähnlichem Stil gefasst sind.

Okay, ich glaub ich habs damit nicht viel verständlicher gemacht, geschweigedenn das Kernthema meines Blogs entsprechend ausgedrückt. Kurz: Ich wünsche mir einfach Charaktere, die noch ein Leben vor oder ein Leben neben dem Spiel und dessen Handlung selbst haben; oder deren ganzes Leben (inkl. Auswirkungen der persönlichen Vergangenheit usw.) in einem Spiel gezeigt wird; und das habe ich im Blog wohl nicht richtig rübergebracht.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#3 | 12. Mrz 2013, 22:09
Zitat von Richard S.:
Um Missverständnisse auszuräumen: ich wollte nicht sagen, dass man unsympathische oder nicht beeinflussbare Charaktere als Hauptcharaktere benutzen sollte, sondern nur, dass es vielseitigere Charaktere sein sollten.
Zum Beispiel, indem man bei der Charaktererstellung auch Sachen einstellen könnte wie Hobbys, persönliche Ansichten usw.
Einfach Charaktere, die aus mehr als nur ich Held bzw. ich tragischer/missverstandener Held bestehen. Denn meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, wenn ein Charakter ín Dialogen noch so viele Möglichkeiten hat... wenn im Endeffekt doch alle in ähnlichem Stil gefasst sind.

Okay, ich glaub ich habs damit nicht viel verständlicher gemacht, geschweigedenn das Kernthema meines Blogs entsprechend ausgedrückt. Kurz: Ich wünsche mir einfach Charaktere, die noch ein Leben vor oder ein Leben neben dem Spiel und dessen Handlung selbst haben; oder deren ganzes Leben (inkl. Auswirkungen der persönlichen Vergangenheit usw.) in einem Spiel gezeigt wird; und das habe ich im Blog wohl nicht richtig rübergebracht.

Ist aber schwierig, da man ja auch eine Entwicklung innerhalb der Spielzeit darstellen möchte!
Und ein Mensch ändert sich halt in 24-48 Stunden nun nicht einmal komplett!
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Avatar TheVG
TheVG
#4 | 13. Mrz 2013, 08:30
Irgendwie kann ich deinen Wunsch schon nachvollziehen, aber in wirklich kaum einer Geschichte, egal ob Spiel, Film oder Buch, kriegst du ein Gesamtpaket angeboten.

Irgendwann kommen immer Fragen auf, und das Leben ist so komplex, dass ein Storyschreiber schnell an seine Grenzen stößt. Er gibt der Figur ja nur gewisse Zutaten bei, damit sich dessen Tun und Denken erklären lässt.

Bei deinen Beispielen ist gut zu erkennen, dass

1. bei Max Payne nur das Hier und Jetzt aufgegriffen wird und dann seine Entwicklung lediglich Sinn macht. Ansonsten, was war damals und so, das erfährt niemand, und ich denke, das will auch kaum einer wissen. Vielleicht hat er mal früher mit Boris Becker Tennis gespielt, weil er gerne so rumhüpft, was weiß ich.

2. Lara Croft hat ihre Geschichte auch erst später angeflanscht bekommen, soweit ich informiert bin. Die ersten Spiele hatten ja nichts mit Charakterzeichnung zu tun, aber die Spiele wurden erst später storyintensiver, weil es sich eben so eingespielt hat. Das ist auch bei vielen Spielen so, die lange überdauert haben und sich so ein bisschen den Gepflogenheiten der Entwicklungsveränderungen angepasst haben. Früher war Story eben noch Nebensache, du gut, der oder das Böse, Punkt.

3. Die Spiele werden heute zwar immer mit Hintergrund geschrieben, aber wenn die Entwickler mal ehrlich sind, dann haben sie doch keine Zeit, sich auf die Story zu konzentrieren. Wenn sie das Drehbuch umändern bzw. erweitern müssten, dann müsste ebenfalls die komplette Programmierung komplett geändert bzw. erweitert werden. Ist also eine reine Kosten- und Geduldsfrage, die wohl niemandem passt.
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Avatar Gra
Gra
#5 | 13. Mrz 2013, 13:22
(in echt bin ich... ich meine... ist dieser fiktive Charakter... kaum erträglich vor lauter Blödheit... manche klagen über akute Zwerchfellschmerzen)

Dachte du bist nicht der Charakter :O
Entweder Schreibfehler oder Freundscher Versprecher?

Nun zum Blog im Allgemeinen.
Schon nur 10 Jahre eines menschenlebens in nen Game zu bringen ist nen enormer Aufwand, man kann zwar nur die sagen wir mal wichtigsten Ereignisse zeigen aber eine Veränderung kommt schleichend und oft lange nach nem Prägenden ereignis, oftmals merkt man das Jahrzehnte später.
Ist nicht so einfach
Ausserdem bei den heutigen Storys die max. 5 Stunden dauer wird es schwer nur ansatzweise eine Vergangenheit zu Zeigen. Am besten eignen sich Flashbacks um die Vergangenheit im Spielfluss zu zeigen.
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Avatar nachtnebel
nachtnebel
#6 | 15. Mrz 2013, 00:40
Für mich muss ein Charackter primär zur Story des Spiels passen, bzw die Story des Spiels zum Charackter der Hauptfiguren.

Es kümmert mich kein Stück wie ein Max Payne zur Gleichberechtigung steht, welche sexuelle Orientierung er hat und ob er einen Gott oder ein Spaghettimonster anbetet. Nichts davon ist für die Geschichte der Spiele relevant, nichts dient als Motiv für seine Handlungen. Die Story ist so simple und nachvollziehbar wie der Charackter selbst, ihm wurde Schaden zugefügt und er will Rache. Wenn du meine Familie tötest, dann dreh ich dich durch den Fleischwolf. Das Konzept versteht jeder, es wird von jedem nachempfunden.
Hätte Max einen tieferen Hintergrund so würden wir ihn ignorieren oder gar als störend empfinden. Das beste Beispiel hier ist die Hitman Verfilmung in der man versucht hat 47 Emotionen anzudichten welche er entdeckt als er das Tattoo seiner Zielperson erblickt. Was für ein störender Unfug.

Tiefe Characktere sind da von Nöten, wo es auch Sinn macht. Jede Characktereigenschaft die mir ausführlich beschrieben, und deren Ursprung mir erklärt wird, muss für die Rolle wichtig sein. Ich will nicht wissen, dass mein Space Marine Nummer 32 ein erzkatholischer Gartenzwergehasser mit einer Fahrstuhlphobie ist, sein Charackter ist mit 45 Hitpoints, 0 Armor sowie 6 Damage zur Genüge beschrieben.
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Avatar Richard S.
Richard S.
#7 | 15. Mrz 2013, 21:13
Zitat von nachtnebel:
Für mich muss ein Charackter primär zur Story des Spiels passen, bzw die Story des Spiels zum Charackter der Hauptfiguren.

Es kümmert mich kein Stück wie ein Max Payne zur Gleichberechtigung steht, welche sexuelle Orientierung er hat und ob er einen Gott oder ein Spaghettimonster anbetet. Nichts davon ist für die Geschichte der Spiele relevant, nichts dient als Motiv für seine Handlungen. Die Story ist so simple und nachvollziehbar wie der Charackter selbst, ihm wurde Schaden zugefügt und er will Rache. Wenn du meine Familie tötest, dann dreh ich dich durch den Fleischwolf. Das Konzept versteht jeder, es wird von jedem nachempfunden.
Hätte Max einen tieferen Hintergrund so würden wir ihn ignorieren oder gar als störend empfinden. Das beste Beispiel hier ist die Hitman Verfilmung in der man versucht hat 47 Emotionen anzudichten welche er entdeckt als er das Tattoo seiner Zielperson erblickt. Was für ein störender Unfug.

Tiefe Characktere sind da von Nöten, wo es auch Sinn macht. Jede Characktereigenschaft die mir ausführlich beschrieben, und deren Ursprung mir erklärt wird, muss für die Rolle wichtig sein. Ich will nicht wissen, dass mein Space Marine Nummer 32 ein erzkatholischer Gartenzwergehasser mit einer Fahrstuhlphobie ist, sein Charackter ist mit 45 Hitpoints, 0 Armor sowie 6 Damage zur Genüge beschrieben.


Es geht ja auch nicht darum, dass jeder Statist ein hundertprzentig eigenes Leben führen soll; aber ein Hauptcharakter, mit dem man wirklich mitleiden soll, den man wirklich ins Herz schließen soll, sollte man auch etwas mehr Seele geben als "Rache". Es soll ja die Illusion erzeugt werden, einen Menschen zu spielen (wer nur stumpf auf irgendwelche Gegner schießen will, ist auch mit Moorhuhn zufrieden).
Und wie ich geschrieben habe: Der ganze Blog ist nicht völlig bitterernst zu nehmen. Natürlich ist es völlig schnuppe, ob Max Payne nun lieber Walzer, Salsa oder Ballett tanzt. Aber ein wenig mehr Seele für jeden Hauptcharakter wäre nett, einfach, damit man wirklich mitfühlen kann. Das Spielerlebnis wird intensiver und erinnerungswürdiger.
Und das wäre nun wirklich wünschenswert.
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