Ich wollte den Abschnitt mit diversen Zitaten gegen EA und Activision beginnen. Davon gibt es freilich viele aber die wenigen potenziellen Leser möchte ich ja nicht gleich schon zu Beginn vertreiben. Praktisch bei jedem Spiel, welches nicht den Erwartungen des Spielers entspricht, ist der Publisher schuld. Beispiele gibt’s es dafür genug. Dragon Age 2, SWTOR (Star Wars the old republic), Diablo 3, Bulletstorm (Multiplayer), usw. Da heisst es dann zum Beispiel, dass der Publisher dem Entwickler zu wenig Zeit gegeben hat. Neue Spieler, die die Marke des Publishers und Entwicklers noch nicht wirklich kennen, wettern zuerst meist gegen den Entwickler. Dann liest man aber in den Foren, dass der Publisher so geldgierig ist und der Entwickler erst „schlechtere“ Qualität abliefert seit er eben bei dem Publisher ist und schon wettern auch die Neuen gegen den Publisher.
Es gibt wenig Studios, die wirklich sagen können, dass ein Spiel erst veröffentlicht wird wenn es aus Sicht des Entwicklers fertig ist. Oder vielleicht muss man auch einfach schrieben, dass es wenig Studios sagen. Eines dieser unerschütterlichen Entwicklerstudios war Blizzard. Ich schreibe bewusst „war“ denn seit dem Releas von Diablo 3 gibt es lauter giftige Stimmen gegen Activision. Sie sollen Blizzard zum Release gedrängt haben und das Auktionshaus war natürlich auch nur ihre Idee. Bioware war bis Dragon Age 2 lange unantastbar und erst bei SWTOR wurden auch Stimmen gegen das Entwicklerstudio laut. Natürlich meist mit dem Beigemüse „seit sie bei EA sind“.
Machen wir einen Sprung ins Filmgeschäft. Auch hier haben wir mit Regisseur und Produzent das Pendant zu Entwickler und Publisher. Dazu nehm ich eine Filmreihe, die in diversen Bereichen Meinungsverschiedenheiten hervor gerufen hat: Transformers. Um es noch etwas kontroverser zu gestalten, nehmen wir gleich den zweiten Teil der Reihe. Michael Bay hätte in unserem Vergleich somit die Rolle des Entwicklers inne und Paramount wäre der Publisher. (Hier lässt sich nun streiten ob man Steven Spielberg als Produzent sehen will aber Vertreiber und Geldgeber war Paramount). Ich habe viele Stimmen zu diesem Film gelesen, negative wie positive, allerdings konnte ich nirgends lesen, dass Paramount an dem, aus Sicht der Kommentarschreiber, schlechten Film verantwortlich war. Den einzigen Namen, den man wirklich oft las, war der von Michael Bay. (Für die vielen Komas entschuldige ich mich).
Ob der Vergleich schlussendlich zulässig ist, darf und soll auch jeder für sich selbst entscheiden. Im Filmgeschäft fliessen meist etwas mehr Informationen nach aussen als in der Spieleindustrie. Das liegt sicher auch daran, dass noch Schauspieler involviert sind. Auch diese loben am Anfang den Film und alles aber später kommen von der Front teilweise kritische Stimmen hinzu. Bei Transformers 2 hat Michael Bay selbst betont, dass die Zeit nicht ausreichte und der Autorenstreik ein Problem gewesen sei. Die ersten Premierenaufführungen wurden allesamt mit immer wieder abgeänderten Versionen gezeigt. (Erfährt man auf der Special Disc). Hier müsste man sich dann wirklich fragen, warum keine kritischen Worte gegen Paramount hervor kamen.
Mit dem Blogeintrag möchte ich sicher nicht sagen: Lasst die Publisher in Ruhe und fangt damit an die Entwickler zu kritisieren. Vielleicht aber sollte man sich beim nächsten Publisherbashing die Frage stellen, ob man überhaupt weiss, dass es wirklich die Schuld vom Publisher ist und man nicht wilde Behauptungen in die Welt hinaus schreibt.