Mein erstes richtiges Computerspiel war Jazz Jackrabbit 2. Damals hatte ich die Shareware Level auf einer CD zum Geburtstag bekommen. Beinahe ein Jahr dauerte es danach bis ich an meinem Nächsten Geburtstag ein Weiteres Computerspiel bekommen habe. Meine ganze Kindheit hindurch, bis ich sechzehn wurde hatte ich vielleicht zehn verschiedene Computerspiele. Und da meine Eltern sich vehement weigerten mir so was zu kaufen, und ich auch nicht wirklich viel Taschengeld bekam wurde die Liste meiner Spiele auch nur sehr langsam größer. Dafür aber wurde ich ein Experte in jedem der Spiele, die ich besessen habe. Jazz Jackrabbit 2 habe ich so häufig durchgespielt, dass ich noch heute jedes Secret, ja sogar die Positionen der meisten Gegner auswendig kenne. Jetzt bin ich achtzehn, und gehe einer geregelten Arbeit nach. Ich habe genug Geld, um mir jedes Spiel zu kaufen, dass ich haben möchte. Und meine Steam-Bibliothek wächst und wächst. Das tut auch die liste der Spiele, die ich nicht durchgespielt habe. In meiner gesamten Steam-Bibliothek gibt es vielleicht 10 Titel die ich durchgespielt habe, und vielleicht 2, bei denen ich sogar den New-Game-Plus Modus gespielt habe. Das Problem ist die Überflutung an Titeln. Ich komme in Metro 2033 nicht weiter? Kein Problem, dann spiele ich halt Darksiders II weiter. Was mir verloren gegangen ist, ist die Fähigkeit sich über Monate hinweg in einem Spiel zu verbeißen. Das geht soweit, dass ich mir vorgenommen habe kein Spiel mehr zu kaufen, bis ich meine Gesamte Spielbibliothek durchgearbeitet habe, obwohl da noch Fallout 3 wie ein gewaltiges Schreckgespenst auf mich wartet. Ich frage mich ob die Zeiten früher nicht besser waren, als man nur wenig selber gespielt hat, mehr Let's Playern zugesehen hat und nicht wusste, welche großen unglaublich geilen Titel im nächsten Monat erscheinen werden.