OK, hier tat sich nicht mehr viel. Vermutlich auch, weil ich nichts mehr tat. Dennoch haben einige neue Mitglieder den Weg in diesen verwaisten Club gefunden. Welcome allerseits und sorry, dass es mit der Annahme in den Club etwas länger dauerte.
Neuer Award
Dienstag, 17.08.2010 | 12:54
Ja hey, hier geht noch was! Unser Lautstärkepegelverein genannt Hard 'n' Heavy hat einen neuen Award, nämlich das Goldene Gästebuch (diesmal tatsächlich auch in Gold) bekommen. Ich glaub, erstlinig ist wohl Deathreaktor dafür verantwortlich. Danke dafür! :D
Resurrection
Freitag, 16.07.2010 | 18:07
Moin Leute!
Lange hat sich hier nichts mehr getan, außer dass unser Gästebuch um einige Seiten erweitert wurde. Nun ja, da ich momentan - auch dank meines derzeitigen Jobs - wieder sehr viel mit Musik bzw. Metal am Hut habe (mehr noch als mit PC Spielen), keimt auch die Lust auf, euch mal wieder mit dem ein oder anderen Blog zu versorgen.
Für alle die sich fragen, wieso ich mich wieder hier herumtreibe, obwohl ich vor nem halben Jahr oder so gesagt habe: Ich bin weg! - Na ja, es ist halt so. :)
Djent hört einfach nicht auf, mich zu beschäftigen. Zum einen, weil es doch recht viele Überschneidungen mit meinem Genrebegriff "Modern Metal" aufweist, andererseits, weil es so wunderbar unklar ist, was nun eigentlich "djent" genau ist. Zwar weist der Seitengründer von got-djent.com, benanne, jede Diskussion darüber von sich und verweist auf den common sense. Doch wo soll der common sense herkommen, frage ich mich? Klar, solche Begriffe entwickeln sich auch organisch aber wenn man vermeiden will, dass ein solcher Begriff zu einem Kampfbegriff wird, der für jeden das ist was er gerade braucht, gehört zu einer solchen Entwicklung auch, dass Menschen dazu klare Stellung beziehen und Definitionen vorschlagen. Wunderbar ist all dies, weil man, viel mehr als im sehr diversen Modern Metal, bei djent live nachverfolgen kann, wie sich aus ein paar Künstlerprojekten eine größer werdende Gruppe von Künstlern und Fans entwickelt, die bewusst und aktiv so etwas wie eine eigene abgrenzbare kulturelle Subidentität konstruieren, die ganz wesentlich mit dem Bewusstsein verknüpft ist, an etwas neuem Teil zu haben. Und zwar ganz ohne massive Medienpräsenz.
Aber dazu im nächsten Blog mehr. Das eigentliche heutige Thema soll ein anderes sein. Und ich warne an dieser Stelle schon mal: Gestandenen Metalern könnten sich unter Umständen mächtig die Fußnägel aufrollen. Da gibt es irgendwo am definitorischen Rand meines Modern Metal ein winziges Subgenre oder besser: eine stilistische Richtung, von der mir immer noch nicht so ganz klar ist, ob sie nun zum Modern Metal gehören soll. Am ehesten kann man sie als "Heavy Pop" beschreiben. Eine Art Pop mit Metal-Einflüssen, die, so scheint mir, wesentlich vom Trance-lastigen neueren Post Hardcore beeinflusst ist. Wer jetzt denkt, das hätten wir mit Raunchy schon mal gehabt… nope. Aber seht selbst:
Selbst ich als erklärt Pop-affiner Mensch weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Zur Verteidigung der Band muss man allerdings sagen, dass es nicht ihr bester Song ist. Aufgrund offensichtlicher Knappheiten im Bekleidungsbudget des Videos kann man es aber auch ganz gut auf mute schauen. Und da wird mir auch ein Problem bewusster, aktiver Genre-Definitionen, wie ich sie versuche, klar: Wie grenze ich ab? Nach welchen Maßstäben genau? Besteht nicht die Gefahr, am Ende Grenzen zu Stilarten zu ziehen, die zwar zu meinem Genrebegriff gehören, die ich aber schlicht nicht mag? Wie grenzt man überhaupt objektiv ab? Vermutlich muss man sich von den Differenzen entfernen und die Ähnlichkeiten betrachten. Prüfen, wo und ob die Musik eines Künstlers Stilelemente aufweist, die zur Definition eines Genres gehören.
Dann müsste ich wohl mit teilweisem Zähneknirschen anerkennen, dass auch Bands wie Escape The Day und Dead By April letztlich Modern Metal sind. Aber zum Glück hat der "Heavy Pop" durchaus eine gewisse Tradition, die sich auch deutlicher im Begriffsteil "Metal" verankern lässt, um diese Ausformung ein Stück weit plausibler in meiner Genredefinition einzuschließen.
Der primäre Anker für das Einbringen von Pop-Elementen ist natürlich einerseits Fear Factory aber auch, zwar etwas unbekannter aber nicht weniger einflussreich: Devin Townsend. Auf seinen Einfluss berufen sich diverse bisher vorgestellte Bands in etwa ebenso häufig wie auf den seiner Band Strapping Young Lad. Zwar ist SYL nicht von Townsend trennbar, doch seine Solo-Werke offenbaren einen anderen stilistischen, deutlich positiveren Ansatz, der sich damit entschieden popiger präsentiert als sein bereits vorgestelltes extrem-Projekt. Das druckvollste seiner Solo-Aben stellt damit den heutigen Tipp dar.
Devin Townsend - Physicist (HevyDevy Records 2000)
Es ist fast ein wenig müßig, den Werdegang des kanadischen Workaholics detailliert nachzuzeichnen. Seine musikalische Karriere ist gepflastert mit mal mehr mal weniger großartigem Schaffen. Eine Konzentration auf ein paar Eckdaten muss diesmal also reichen. Devin Garrett Townsend war, anders als so manch ein anderer Musiker, bereits 19, als er im musikalischen Geschäft aktiv wurde. Mit seiner Band Noisescapes heuerte er auf Steve Vais Label Relativity an. Letzterer war von Townsends Stimme so beeindruckt, dass er ihn prompt als Sänger einstellte.
Die beiden zerstritten sich jedoch nach gerademal einer Tour und auch Noisescapes überlebte nicht lange auf Relativity, so dass Townsend wieder auf sein eigenes Schaffen zurückgeworfen war. Aus seiner Enttäuschung und Wut entstand 1995 sein erstes Album "Heavy As A Really Heavy Thing" unter dem Pseudonym "Strapping Young Lad". Während SYL in den Folgejahren allmählich vom Solo-Projekt zur Band wurde, kanalisierte Townsend seine übrigen weniger wütenden Gefühlsregungen in seine Soloprojekte. Das erste daraus hervorgehende Album war "Ocean Machine", welches 1997 erschien. Passend dazu eröffnete er sein Label HevyDevy Records.
Dies legte rein stilistisch den grundlegenden Weg fest, den seine Werke in den folgenden Jahren verfolgen würden. Progressive Metal mit Schicht um Schicht Melodien und Ambients, Pop Einsprengseln und mal mehr mal weniger metallisch, mal auch rein elektronisch. Das alles verhinderte jedoch nicht, dass Townsend sich zunehmend in seinen Perfektionismus hineinsteigerte, abhängig von verschiedenen Drogen wurde und schließlich um 2000 zusammenbrach. Nachdem mit der Diagnose einer bipolaren Störung ein wesentlicher Faktor seiner mentalen Belastung gefunden war, wurde seine Musik zunehmend weniger aggressiv, sowohl im Kontext von SYL als auch seiner Solo-Arbeit. Dennoch schaffte er es erst nach der Auflösung von SYL, von seinen diversen Abhängigkeiten loszukommen. Aktuell arbeitet er an seinem vierteiligen Projekt "The Devin Townsend Project", welches alle Facetten seines bisherigen Schaffens abdeckt.
Kurz nach seiner Diagnose und somit zu Beginn seiner Medikation entstanden die Alben "Infinity" und "Physicist", die die Wut und Depression von SYL mit den hoffnungsvollen Klängen von "Ocean Machine" verbinden sollten. Eingespielt wurde mithilfe der gesamten SYL-Besetzung, also Gene Hoglan, Jed Simon und Byron Stroud.
Und der Plan gelingt hörbar. Townsend hat es mit "Physicist" so gut wie davor und danach kein weiteres Mal geschafft, SYL und sein Solo-Portfolio zu verbinden und ausgewogen zu inszenieren. Das Album pendelt permanent zwischen massiven Riffattacken und raumgreifenden eingängigen Melodien, ohne jemals die Balance zu verlieren. Bereits der Opener "Namaste" erschlägt den Hörer mit einer einzigen Wand aus meilenbreiten Riffflächen, kilometerhoch aufgepumpten Ambients, Synthspuren und Chören, getrieben von Hoglans Highspeed Double Bass. Ähnlich dicht, tief und umfangend wie "City" und doch mit einem gewichtigen Unterschied. Die Synths sind hell, der Chor ist fröhlich, die Riffs beschwingt. Das alles findet seinen Höhepunkt in einem positiven, hymnenhaften Refrain. Sowohl lyrics als auch Townsends markanter Schreigesang präsentieren sich beschwingt, in Aufbruchsstimmung.
Beschwor "City" noch das beklemmende, erschlagende Chaos der modernen Großstadt, lassen die offenen, treibenden Arrangements von "Physicist" eher den blauen, mit weißen Wolken durchzogenen Himmel darüber mit dem Blick auf den bewaldeten Horizont vor den Augen vorbeiziehen. Selbst das tiefste Riff, selbst der heftigste Blastbeat bleibt stets hinterlegt mit Chören, skurrilem Singsang, oder harmonischen Ambients. Diese Stimmung wird immer wieder von Momenten bestärkt, in denen Townsend die Gitarren zurücknimmt und seine Stimme aufklart und zum Heulen schöne Hooklines auspackt. Meisterlich dabei ist, dass aufgrund der permanenten Präsenz aller Instrumente und Spuren keiner dieser Momente fehl am Platz oder überraschend wirkt. Alles fügt sich ineinander, ein ganzer Komsos aus kontrastierenden Klängen wird aufgespannt, aus dem sich immer wieder verschiedene Elemente erheben, jedoch nie verschwinden oder gänzlich neu entstehen.
So wirken auch die teils harten Kontraste zwischen balladesken Aufbauten wie "Kingdom" oder "Jupiter" und recht heftigen Brechern wie "Victim" und "Death" seltsam folgerichtig. Damit zeigt "Physicist", vielleicht sogar besser als die meisten Alben von SYL, wie effektiv maschinelle Grooves, brutale Riffattacken, epische Ambients und hocheingängige süßliche Melodien zusammenwirken können. Wie extrem Pop sein kann.
04.08.2009
Inhaltsverzeichnis
Da sich dieser Club allmählich zu einem Selbstläufer entwickelt und das Bloggen einen hohen Anklang bei den Headbangern erreicht - worüber ich mich natürlich sehr freue!!! - ist es für mich äußerst wichtig, ...
16.07.2009
True Metal
Heutzutage gibt es im Bereich Metal Subgenres noch und nöcher. Manche sind sinnvoll, manche klingen eher nach von Bands selbst aufgewungener Eigenständigkeit wie "Epic Symphonic Hollywood Speed Metal" ...
26.06.2009
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Extremste Brutalität war schon immer ein eindeutiges Markenzeichen des Metal. Nicht nur in der Musik, sondern auch in den Texten. Der Death Metal treibt dieses geradewegs auf die Spitze, ist aber mitunter ...