Gamestar 03/2018

Erscheinungsdatum: 21. Februar 2018  |  Seitenumfang: 130 Seiten

Editorial

Nein, es kommt wirklich nicht oft vor, dass wir Wertungen jenseits der 90 zücken. Denn in diesen Regionen wird die Luft dünn, nur absolute Ausnahmetitel bekommen unser begehrtes Platin-Siegel. Umso überraschter waren wir vor rund drei Jahren, als im März 2015 mit Pillars of Eternity aus dem damals riesigen Pool der Kickstarter-Projekte ein solcher Spitzenkandidat auftauchte. Das Irre daran: Pillars war kein schickes 3D-Spektakel mit fantastischer Technik und der mittlerweile offenbar verpflichtend notwendigen offenen Spielwelt. Nein, Pillars of Eternity erinnerte vielmehr an alte Haudegen wie Baldur’s Gate, komplett mit eher zweckmäßiger Grafik. Aber eben auch mit den Tugenden der früheren Bioware-Perlen: Story, Charaktere, Entscheidungsfreiheit. Nicht umsonst staubte das Spiel also damals 92 Punkte ab, bis heute eine der höchsten GameStar-Wertungen. Und jetzt also Pillars of Eternity 2. Ziemlich genau drei Jahre später versucht Obsidian erneut, Rollenspiel-Veteranen in wohlig-warme Nostalgiegefühle zu hüllen. Nur: In der Zwischenzeit sind Oldschool-RPGs nichts Besonderes mehr. Da waren etwa die beiden Teile von Divinity: Original Sin, Tyranny, Torment: Tides of Numenera und etliche kleinere Titel. Pillars 2 wird es also schwerer haben als sein Vorgänger. Allerdings weiß das auch das Team um Game Director Josh Sawyer und haben sich deshalb ein paar coole Neuerungen einfallen lassen. Welche das genau sind, lest ihr in unserer großen Titelstory ab Seite 20.

Die Star-Wars-isierung von Total War

Vielleicht ein Zufall, doch just als mir der Text zu Total War Saga: Thrones ob Britannia (Seite 30) auf den Tisch flatterte, ging der Trailer zu »Solo: A Star Wars Story« durchs Internet. Beide - das Spiel wie der Film - sind Spin-offs von erfolgreichen Serien. Beide geben ihr Bestes, das Flair der Muttermarke zu erhalten und so noch mehr Geld einzuspielen. Und beide werden es deshalb bei eingefleischten Fans schwer haben, sie von ihren Qualitäten zu überzeugen. Sowohl Creative Assembly/Sega als auch Disney betreiben hier als Inhaber der sogenannten IP (Intellectual Property) ein gefährliches Spiel. Natürlich will man die mühsam aufgebaute bzw. teuer gekaufte Lizenz so viel wie möglich nutzen. Die Qualität darf dabei aber nicht leiden. Denn nichts brennt im Internet so heiß wie die Wut enttäuschter Fans! Wollen wir den Machern beider Serien wünschen, dass sie diese schwierige Gratwanderung schaffen. Bei Thrones of Britannia zumindest sieht es schon mal gut aus.

Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen und Spielen!
Markus Schwerdtel

 
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