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»Schießen Sie bitte in den Kopf!« | Seite 4

Interview mit dem USK-Cheftester

»Das Klapp-Ding mit dem Kopf«

»Schießen Sie bitte in den Kopf!« : Gehirnjogging mit Dr. Kawashima ist "das Spiel mit dem Kopf". Gehirnjogging mit Dr. Kawashima ist "das Spiel mit dem Kopf". Man hört, dass hin und wieder auch verzweifelte Kinder oder Eltern Sie anrufen, was Ihnen bereits ein paar witzige Erlebnisse beschert hat. Plaudern Sie doch bitte ein bisschen aus dem Nähkästchen!

Marek Brunner: Sehr beliebt bei E-Mails ist die Handschellenfrage: Mache ich mich als Mutter strafbar, wenn mein 15-Jähriger ein Spiel ab 16 spielt? [Anm. d. Red.: Nein] Auch Fragen, wo man denn Unterhaltssoftware bestellen könne, kamen schon. Ebenso die Frage eines US-Amerikaners, welche US-Cars die »USKar« denn so habe. Wir haben viele Fragen besorgter Eltern und Kinder, denen man schon allein durch den Hinweis auf Kommunikation viel ersparen und erklären kann. Am Schönsten sind aber immer noch die Rechtschreibfehler: Spiele wie Morehuhn, Baldur's Skate und »Das Klapp-Ding mit dem Kopf« -- gemeint ist der DS mit Dr. Kawashima -- kennen wir alle.

Mütter nehmen auch mal den DSL-Router mit ins Bett, weil der online spielende Sohn alle Sicherheitsblockierungen knackt. Andere fragen, ob wir hier nur Filme prüfen. Das »U« in USK wird generell mit »unabhängig« übersetzt, und ich bin sowieso der, »der die Spiele einstuft«. So etwas ist schwer rauszubekommen aus den Menschen. Übrigens fallen Ungeübte schon rückwärts um, wenn man von zehn Stunden Spielzeit redet, 100 Stunden werden als Konzept gar nicht verstanden oder führen zur Überlastung.

»Schießen Sie bitte in den Kopf!« : Die Spielzeit von Online-Spielen wie World of Warcraft kann zu Konflikten zwischen Eltern und Kindern führen. Die Spielzeit von Online-Spielen wie World of Warcraft kann zu Konflikten zwischen Eltern und Kindern führen. Wir haben auch Anbieter, die den Koffer mit dem wichtigsten Rechner der Welt am Flughafen vergessen, und zwar bei Hin- und Rückflug von und nach Amerika!

Es gab zwei Partner-Unternehmen, von denen eines die Spieldateien und eines die Filmsequenzen aus dem Lizenzfilm bringen sollte, um sie dann vor Ort bei uns zusammenzufügen – nur lag bei uns bereits seit zwei Wochen die vollständige Version vor, ein deutscher Praktikant des Filmkonzerns hatte einfach alles zusammengestellt und schon mal zur USK geschickt.

Und: Jede Woche wieder gibt es Beteuerungen, dass das Spiel wirklich nächste Woche genau so erscheine, aber schriftlich will man uns das dann doch nicht geben. Und auf einmal wird es vier Monate nach hinten verschoben. Das alles klingt lustig, kostet aber die USK aber natürlich auch viele Nerven.

Mit welchen Tücken des Alltags hat denn ein USK-Tester noch zu kämpfen?

Marek Brunner: Wir werden oft als Betatetester missbraucht. Engländer schicken die Anleitung, der Japaner das Spiel, die Packung kommt aus Schweden und die Cheats aus Thailand. Und der deutsche Vertrieb fragt, ob alles schön angekommen ist. Die meisten Probleme bereiten Menschen und Technik, in dieser Reihenfolge. Sätze wie »Bei uns lief's aber!« helfen uns bei 50 Spielen pro Tag nicht mehr weiter. Und natürlich schmeißen Pressetermine, Entwicklergespräche und Interviewanfragen [Herr Brunner zwinkert uns zu] alles um …

Die USK wird eigentlich von allen Seiten angegriffen. Macht die Arbeit vor diesem Hintergrund noch Spaß?

Marek Brunner: Die Arbeit macht vor, aber auch ohne diesen Hintergrund sehr viel Spaß. Ich habe selbst drei Kinder und möchte, dass diese Arbeit ordentlich gemacht wird. Natürlich ist es stressig, und trotzdem der spannendste Job der Welt. Auf die 80 Pferdespiele, Securoms und Onlinecode-Aktivierungen würde ich aber gern verzichten.

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Avatar Oxix
Oxix
#1 | 24. Jul 2009, 16:43
Guter Bericht!
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Avatar Rollora
Rollora
#2 | 24. Jul 2009, 16:55
Zitat von Oxix:
Guter Bericht!

nennt sich Interview ;-)
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Avatar Damian_Walker
Damian_Walker
#3 | 24. Jul 2009, 16:59
Spannendes Interview. Das sollten auch einmal die Politiker zu Gesicht bekommen ;).
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Avatar TheRauner
TheRauner
#4 | 24. Jul 2009, 17:00
sehr sympathisch der herr brunner :)
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Avatar Raging Bull
Raging Bull
#5 | 24. Jul 2009, 17:03
"Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Arbeit mit derartigen Aktionen lächerlich gemacht wird?"
Das ist schon eine ziemlich suggestive Fragestellung (weiß der Fragesteller schon vorher die einstellung des befragten zum Thema?) die sich zum Glück nicht wiederholt. Ein einfaches "Wie fühlen Sie sich dabei?" wäre besser gewesen.
Ansonsten guter Artikel.
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Avatar Spyhunt
Spyhunt
#6 | 24. Jul 2009, 17:08
Wirklich super Interview! So ein "Blick hinter die Kulissen" kann viele Missverständnisse ausräumen.
Aber mein absolutes Lieblingszitat ist:

"Natürlich ist es für Hersteller von Erotikspielchen alles andere als marketingtauglich, wenn die Obersten Landesjugendbehörden in Zusammenarbeit mit der USK ein »ab 12« vergeben. Dann stehen schon mal verdutzte Vertreter in der Tür."

LOL Den Blick würde ich gerne mal live sehen :-D
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Avatar DUDI1969
DUDI1969
#7 | 24. Jul 2009, 17:09
gutes Interview... :)

Das sollten mal einige der politiker lesen, die ständig gegen "Killerspiele" sind... :D
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Avatar Xardo
Xardo
#8 | 24. Jul 2009, 17:18
Ich frage mich immer was es mit dem "in den Kopf schießen" auf sich hat. Ist es brutaler/bedenklicher virtuell jemanden in den Kopf anstatt an eine andere meist tödliche Stelle zu schießen?
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Avatar Oxix
Oxix
#9 | 24. Jul 2009, 17:19
Zitat von Rollora:
Zitat von Oxix:
G uter Bericht!

nennt sich Interview ;-)


Ich war am zocken. :P
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Avatar SethSteiner
SethSteiner
#10 | 24. Jul 2009, 17:19
Die USK betreibt keine Zensur? Anscheinend geht hier die Definition von Zensur auseinander, nur weil hier eine nicht staatliche Institution Freigaben erteilt. Es IST aber eine Zensur, wenn man die Entwickler oder Künstler zwingt ihre Produkte zu verändern oder sogar den Markt durch ihre Entscheidungen einschränkt.

Die USK bewertet zu streng, obwohl es zuwenig wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, wodurch weniger Spiele auf den deutschen Markt kommen oder zerschnippelt werden müssen.

Die USK kann eine Freigabe einfach nicht erteilen, was auf den Konsolen den sofortigen Tod bedeutet, denn Microsoft, Sony und Nintendo erlauben soetwas hier nicht.

Diese Beschneidung des Marktes, führt nicht nur dazu das weniger Spiele erhältlich sind, sondern das der Konsument eine kleinere Auswahl erhält, sowohl was Alte als auch was Jüngere Konsumenten angeht. Es beeinflußt die Wesensbildung der Jugendlichen, es schädigt die deutsche Marktwirtschaft und am schlimmsten: Es ist einfach eine Einschränkung der Freiheit ohne wissenschaftlichen Rückhalt.

Ergo: ZENSUR
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