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Mission: Impossible - Regisseur Brad Bird im Interview

»Es ist Tom Cruises Filmserie«

Brad Bird hinterließ Pixar mit Die Unglaublichen und Ratatouille zwei Meisterwerke. Jetzt traut er sich mit Mission Impossible: Phantom Protokoll zu neuen Ufern. Von den neuen Herausforderungen berichtet er im Interview.

Von Christian Merkel |

Datum: 14.12.2011


Zum Thema » Mission: Impossible - Phantom Protokoll Filmkritik lesen » 1. Interview zu Mission: Impossible Simon Pegg im Gespräch » Trailer zu Mission: Impossible 4 Szenen aus der deutschen Version Samsung Galaxy S3 Mini ab 119,99 € bei Amazon.de Drei Filme, zwei Oscars: Das ist eine Ausbeute, die nur wenige Regisseure vorweisen können. Brad Bird hat dieses Kunststück geschafft. Sowohl Die Unglaublichen als auch Ratatouille bekamen eine Auszeichnung als bester animierter Film. Für Mission Impossible: Phantom Protokoll, seinem ersten Streifen mit echten Schauspielern, wird Bird wohl kaum einen Regie-Oscar gewinnen. Trotzdem ist ihm ein wunderbar selbstironisches Werk gelungen, das der Mission-Impossible-Serie eine komplett neue Seite abgewinnt. Wir sprachen mit Brad Bird im Interview

Frage: Wann haben Sie Tom Cruise das erste Mal gesehen?
Brad Bird: Direkt nach Die Ungalublichen. Er hatte sowohl Iron Giant als auch Die Unglaublichen gesehen und hatte mich dann zu sich nach Hause eingeladen. So kam es zu einem sehr langen Gespräch, in dem wir darüber geredet hatten, was wir an Filmen lieben und wen wir im Kinobusiness bewundern. Es war also ein guter Start. J.J. Abrams kenne ich schon seit Jahren und wir haben immer nach einer Möglichkeit gesucht, miteinander zu arbeiten. Aber irgendwie hat es vom Timing her nie so richtig hingehauen. Bis jetzt: Und dann hatte ich auch noch die Möglichkeit, sowohl mit Tom als auch Abrams während eines Drehs zusammenzuarbeiten. Da musste ich einfach zugreifen.

Frage: Haben Sie jemals darüber nachgedacht, Mission: Impossible - Phantom Protokoll in 3D zu drehen.
Bird: Ich gebe zu, dass wir tatsächlich einige Zeit mit dem Gedanken gespielt haben, Mission: Impossible - Phantom Protokoll in 3D zu drehen. Ich mag Avatar in 3D sehr gerne und ich bin gespannt, was Peter Jackson bei Der Hobbit machen wird. Ich persönlich bin der Meinung, dass nach wie vor nichts über ein großes, scharfes und helles Bild geht. Das ist für mich deutlich effektiver als 3D. Wegen der Multiplex-Kinos werden die Säle immer kleiner, so dass diese Qualitäten leider so langsam in Vergessenheit geraten.

Mission: Impossible - Regisseur Brad Bird im Interview : Brad Bird spricht über seinen neuen Film Mission: Impossible - Phantom Protokoll. Brad Bird spricht über seinen neuen Film Mission: Impossible - Phantom Protokoll. Frage: Welche Filme haben Sie für Mission: Impossible Phantom Protokoll inspiriert.
Bird: Ich liebe Filme und es gibt eine Menge Filme, die mich inspiriert haben. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie in Phantom Protokoll immer wieder kleine Referenzen erkennen. Genau das ist es, was die Arbeit mit Tom Cruise und J.J. Abrams so angenehm macht. Die lieben Filme genauso wie ich. Ich muss zu Tom in der Gefängnis-Szene nur das Wort "The Cooler King" zuwerfen und er weiß sofort, dass es sich um "The Great Escape" handelt. Bei einer anderen Szene habe ich mich von Hitchcock inspirieren lassen: Hitchcock wusste in Der unsichtbare Dritte in der Kornfeld-Szene genau, wie man bei Helligkeit und sehr weiter Sicht Spannung erzeugen kann. Spannung kommt ja in Filmen traditionell eher in Verbindung mit Dunkelheit und Klaustrophobie auf. Das Ergebnis bei mir war eine Verfolgungsjagd mitten am Tag, während der die Protagonisten nichts sehen können.

Frage: Wie groß ist der kreative Einfluss von Tom Cruise auf den Film gewesen?
Bird: Es ist Toms Filmserie. Er hat für keinen anderen Film eine Fortsetzung gedreht. Da ist es klar, dass er sich großes Mitspracherecht einräumt. Er ist ja nicht nur ein toller Schauspieler. Er hat auch von den vielen Regisseuren, mit denen er bislang gearbeitet hat, viel gelernt. Er hat von Kubrik über Spielberg bis Scorsese schon die besten Regisseure kennenlernen dürfen. Er möchte aber nicht mit Regisseuren arbeiten, die nur klein beigeben. Er respektiert die Meinungen der Regisseure.

Frage: Der Film hat so viele schwierig zu drehende Szenen. Dachten Sie sich nie, es wäre so viel einfacher, alles zu animieren.
Bird: Versehen Sie sich da nicht: Es ist gar nicht so einfach, eine Szene zu animieren. Das ist richtig schwierig. Es ist nur auf eine andere Art schwierig. Für mich der Unterschied die Arbeit spannend. Trotzdem muss man aber im Hinterkopf behalten, dass die Bildsprache sowohl bei animierten als auch Live-Action-Filmen immer dieselbe bleiben muss. Es sind ja keine grundverschiedenen Medien.

Frage: Woher hatten Sie die Idee für die Ausgestaltung der Szene des Autounfalls im Wasser?
Bird: Waren Sie schon einmal in einem schweren Autounfall verwickelt? Ich schon. Das erstaunliche an einem Unfall ist, dass die Zeit um einen herum tatsächlich langsamer wird. Durch das Adrenalin, das einem in den Kopf steigt, nimmt man die Welt deutlich intensiver wahr, damit man mehr Informationen verarbeiten kann. Der Effekt ist diese subjektive Verlangsamung der Zeit. Dieses Erlebnis wollte ich auf die Leinwand transportieren. Dabei wollte ich aber keine unbeteiligte Aufnahme von außen machen. Es sollte vielmehr das Geschehen im Auto vermittelt werden, wie desorientiert eine Person solch einen Unfall erlebt.

Mission: Impossible - Regisseur Brad Bird im Interview : Brad Bird arbeitet bei Mission: Impossible - Phantom Protokoll das erste Mal mit Simon Pegg zusammen. Brad Bird arbeitet bei Mission: Impossible - Phantom Protokoll das erste Mal mit Simon Pegg zusammen. Frage: Ein großer Teil der Dubai-Szene am Hochhaus wurde real und ohne Special Effects gedreht. War Ihnen das wichtig?
Bird: Als ich mit der Regie des Filmes beauftragt wurde, war die Idee des Hochhaus-Stunts schon im Skript gewesen. Damals dachten wir allerdings, wir würden mehr Special Effects verwenden müssen. Als wir mit den Leuten in Dubai gesprochen hatten, wurde so langsam klar, dass es tatsächlich möglich ist, für den Dreh Fenster aus dem Burj-Khalifa-Hochhaus nehmen zu können und Kameras auf dem Gebäude zu installieren. So gut visuelle Effekte heutzutage sind, real gedrehte Szenen am Gebäude wirken doch deutlich lebensechter. Gerade Tom war begeistert davon, am Burj Khalifa rumzuklettern.

Frage: Hatte die Versicherung nichts dagegen?
Bird: Wenn die Versicherung nicht mitgemacht hätte, wäre Tom auf die Suche nach einer neuen gegangen. Tom ist sich bei solchen Sachen immer sicher, dass er gewinnen kann.

Frage: Als Regisseur ist man bei einer solch gefährlichen Szene sicherlich einem hohen Druck ausgesetzt, dass nichts schief läuft?
Bird: Das letzte Wort hatte Tom. Er ist schließlich auch der Produzent des Films. Deswegen war es meine Aufgabe, meinen Job so gut zu erledigen, wie es nur geht, und hinterher nicht als der Blödmann da zu stehen, der es versaut hat.

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