Interview mit Liam Neeson : Hollywood-Star Liam Neeson und unsere Kino-Autorin Anne Facompre. Hollywood-Star Liam Neeson und unsere Kino-Autorin Anne Facompre. Zum Thema » 96 Hours - Taken 2 Kinokritik zum Film Am 11. Oktober läuft der Actionfilm 96 Hours - Taken 2 in den deutschen Kinos an. Unsere Kino-Autorin Anne Facompre traf den Hauptdarsteller Liam Neeson aus diesem Anlass und sprach mit ihm über den Film, seine Rolle als Actionheld und weitere Themen.

GameStar: Wie war es, nach einigen Jahren wieder in die Rolle des Bryan Mills zu schlüpfen?

Liam Neeson: Es hat mir gut gefallen. Es war ungefähr so, als würde ich mir einen alten, ganz bequemen Mantel anziehen.

GameStar: Auch im zweiten Teil gibt es wieder eine Menge Kampfszenen. Ist das eine Herausforderung?

Liam Neeson: Ja, sicherlich. Körperlich ist das auf jeden Fall immer wieder eine Herausforderung. Aber mir macht das Spaß. Ich kriege ja nun nicht so oft die Chance, so etwas zu machen, also genieße ich es. Ich hatte eine Menge Kampftraining und war sieben Tage die Woche im Fitnessstudio. Das ist für mich aber eigentlich sowieso normal, ich trainiere gerne. Bei den choreographierten Kämpfen ist es allerdings eher so, als würde man einen Tanz einstudieren.

GameStar: Machen Sie die meisten Stunts selber?

Liam Neeson: Das kommt drauf an. Ich mache meistens schon meine eigenen Kampfszenen. Aber manchmal gibt es einen bestimmten Move, den ich nicht so ausführen kann, wie es der Regisseur gerne hätte. Dann springt mein Stunt Double ein. Aber zu 90 Prozent mache ich die Dinge schon selber.

96 Hours - Taken 2
Liam Neeson kehrt als Actionheld auf die Leinwand zurück. Auch, wenn er sich selber nie als solcher beschreiben würde.

GameStar: Ihr Gegenspieler im Film wird von Rache geleitet. Können Sie das nachvollziehen?

Liam Neeson: Ja, das kann ich schon verstehen. Ich bin in Nordirland aufgewachsen und da war 30 Jahre lang Krieg. Jedes Jahr wurde man aufs neue an Rache erinnert. Ich kann mich in beide Figuren reinversetzen. Er ist ein trauernder Vater und nicht einfach ein Film-Bösewicht, der die Welt regieren will. Sein Sohn kam auf grauenvolle Art und Weise ums Leben und meine Figur ist dafür verantwortlich.

GameStar: Wie viel Bryan Mills steckt in Ihnen?

Liam Neeson: Na ja, ich bin nicht ganz so schlimm. Aber wenn ich eine Tochter hätte, würde ich sie wahrscheinlich genauso beschützen wollen. Mal abgesehen von der Gewalt.

GameStar: Und wie fühlt man sich mit einem Ruf als Actionheld?

Liam Neeson: (Lacht). Ach, so sehe ich mich wirklich nicht. Ich hab 56 Filme gedreht, davon waren nur ein kleiner Teil Actionrollen.

GameStar: Sie könnten ja bei einem dritten Teil von The Expendables mitspielen?

Liam Neeson: (Lacht). Ich glaube, die haben da keinen Platz für mich!

Exodus - Götter und Könige (25. Dezember 2014)
Regisseur Ridley Scott erzählt die Geschichte von Moses (gespielt von Christian Bale) neu. Er wächst in der Pharaonenfamilie von Ägypten auf. Obwohl sie nicht blutsverwandt sind, stehen er und sein Bruder Ramses sich sehr nahe. Doch während Ramses Pharao wird, hat Moses Visionen von Gott und führt schließlich das versklavte Volk von Israel in die Wüste. Mit Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley.

GameStar: Sie sagen, Sie haben 56 Filme gedreht. Davon waren zig in den letzten paar Jahren. Wie geht das?

Liam Neeson: Ich arbeite viel. Aber manchmal bin ich auch nur sehr kurz am Set. Bei Battleship waren es zum Beispiel nur vier Tage. Und ich glaube bei Batman hat es sich nur um Stunden gehandelt.

GameStar: Appropos Batman. Sind Sie zufrieden mit dem Ende der Trilogie?

Liam Neeson: Wissen Sie was? Ich habe The Dark Knight Rises noch gar nicht gesehen (lacht). Mir wurde gesagt, dass ich in einigen Szenen auftauche und ich freue mich drauf. Aber bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen. Ist der nicht 3, 5 Stunden lang oder so (lacht)? Das mag ich an den Taken Filmen. 90 Minuten und gut ist!

GameStar: Wie stehen Sie denn zu der Gewalt in den Taken-Filmen? Machen Sie sich Sorgen darüber, wie das auf junge Menschen wirken könnte?

Liam Neeson: Ach, ich weiß nicht. Heutzutage sind die jungen Leute gegen so was doch fast schon immun. Es ist fast Cartoon-artig, man soll es nicht ernst nehmen. Das ist leider so. Es ist eben Film-Gewalt.

GameStar: Ihre Söhne sind 16 und 17. Gucken die ihre Filme auch? Und was halten sie von ihrem Action-Dad?

Liam Neeson: (Lacht). Die nehmen das leider nicht wirklich ernst. Aber sie gucken die Filme schon gerne. Ich frag dann auch öfters mal nach, wie es bei ihren Freunden so aussieht und inwiefern die Jugend über meine Filme spricht. Manchmal ist es ganz gutes Feedback. Und Taken 2 scheint bei den jungen Leuten gut anzukommen. Meine Söhne sind eben genau in dem Alter. Wir spielen oft Basketball zusammen oder die Jungs spielen Videospiele. Damit kann ich leider nicht viel anfangen, aber ich bin doch immer wieder über die gute Grafik erstaunt.

GameStar: Was für Spiele spielen sie denn?

Liam Neeson: Ach, die Fußballspiele. Oder welche, bei denen geboxt wird. Da mach ich dann auch manchmal mit. Aber mir ist echter Sport lieber. Ich bin großer Anhänger vom Liverpool FC und Manchester United. Beide Vereine zu unterstützen, ist manchmal ein bisschen schwierig (lacht).