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Interview mit Christoph Waltz zum Film Django Unchained

Ungewollt das Drehbuch von Django Unchained beeinflusst

Eigentlich will Christoph Waltz nie Quentin Tarantinos Drehbücher beeinflussen. Hat er aber! Wie das passierte und wie ihm sein aktuelles Leben gefällt, verrät er uns im Interview.

Von Christian Merkel |

Datum: 11.01.2013


Zum Thema » Interview: Quentin Tarantino »Ich musste die Gewalt reduzieren« » Filmkritik: Django Unchained Western von gestern Sie waren aber dabei, als das Drehbuch entstand. Da haben Sie sogar bei Quentin Tarantino gewohnt. Konnten Sie trotzdem nicht das Drehbuch beeinflussen?
Christoph Waltz: Ich habe es gelesen. Ich habe es allerdings gelesen, als es im Entstehen war. Da liegt der feine Unterschied. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mich in irgendeiner Form eingemischt hätte. Ich wäre ja auch blöd, wenn ich es täte. Ich will ja die Tarantino-Geschichte und nicht meinen alten Käse. Den kenne ich schon.

Aber wenn Sie bei der Entwicklung dabei sind. Da kann man doch nicht still halten. Da sagt man doch mal was?
Christoph Waltz: Nicht unbedingt in der Entwicklung. Man kann sich ja auch mal zurückhalten, zu allem seinen Senf dazu zu geben. Ich mache das aus reinem Egoismus. Es hat zwar auch etwas mit dem Respekt vor der Kunst und dem Künstler zu tun, aber in erster Linie aus Egoismus. Ich will Quentins Geschichte. Ich finde es tausend Mal interessanter, mich zu bemühen zu verstehen, was ein anderer sagt, als ihm unbedingt meine Meinung aufs Auge zu drücken.

Interview mit Christoph Waltz zum Film Django Unchained : Christoph Waltz hat in Berlin seinen Film Django Unchained vorgestellt. Christoph Waltz hat in Berlin seinen Film Django Unchained vorgestellt. Aber fragt Quentin nicht mal etwas?
Christoph Waltz: Wenn er fragt, sage ich ihm, was ich denke. Aber er fragt nicht so oft.

Sie haben mal gesagt, dass es gerade in Ihrem Leben nicht besser werden kann. Haben Sie nicht Angst, dass es ab jetzt nur noch bergab geht?
Christoph Waltz: Es kann immer schlechter werden, egal ob man jetzt mit Tarantino oder Bully Herbig arbeitet. Ich habe es ja lange genug gesehen. Nur weil es mir jetzt gerade so gut geht, kann ich ja nicht behaupten, es würde ewig so weitergehen. Ich würde jedem jungen Teenager abraten, irgendwelche Hoffnungen auf Beständigkeit in irgendeiner Richtung zu hegen.

Kann man sich an das Glücksgefühl so gewöhnen, dass man doch Angst davor bekommt, wenn es mal nicht mehr so gut läuft?
Christoph Waltz: Na ja, Angst. Es kommt immer darauf an. Die Norm ist mein Leben gerade jedenfalls nicht. Zum einen habe ich nicht vergessen, wie es mir früher ging. Zum anderen sehe ich, wie es um mich herum gleichwertigen und auch besseren Schauspielern geht. Das vergesse ich nicht, keine Sorge.

Aber das Elend der Kollegen beziehen Sie vor allem auf Deutschland und die Deutschen?
Christoph Waltz: Wir haben in Deutschland so viele herausragende Kollegen und so viele finanzielle Möglichkeiten, von denen der Rest der Welt träumt. Und es gelingt uns nicht, die PS auf die Straße zu bringen. Ich kann mich erinnern, wie Kanzler Schröder plötzlich der Meinung war, man müsse Eliteuniversitäten haben, und sich dann beschloss, einen diesbezüglich lächerlichen Geldbetrag an ein paar Institutionen hinzuschmeißen - in der Hoffnung, dass daraus Elite-Universitäten entstehen würden. Und wenn Sie sich die anderen Elite-Universitäten in Europa so ansehen: Cambridge gibt es etwa seit Ende des 13. Jahrhunderts. Das sind 700, 800 Jahre, die eine Stadt nur zum Zweck der Forschung und Bildung existiert. Das ist das, was Elite ausmacht, und nicht paar Euro. Dasselbe ist, denke ich, auch anwendbar für den Kultursektor.

Interview mit Christoph Waltz zum Film Django Unchained : Bei der Deutschland-Premiere von Django Unchained haben einige Fans Autogramme bekommen. Bei der Deutschland-Premiere von Django Unchained haben einige Fans Autogramme bekommen. Weil wir gerade bei Bildung sind, wie haben Sie denn Ihren Kollegen die Nibelungen beigebracht? (Anmerkung: Die Sage der Nibelungen und Richard Wagners Opern-Zyklus Der Ring der Nibelungen spielen eine Rolle in Django Unchained. Der Name der Hauptfigur des Films Broomhilda ist beispielsweise der Ring-Walküre Brünhild entlehnt und es wird auch die Sage in groben Zügen erklärt.)
Christoph Waltz: Ich habe Quentin einmal in die Oper mitgenommen. In Los Angeles hatte man gerade den ganzen Ring von Wagner als einen Zyklus gespielt, und das kommt ja nicht so oft vor. Ich hatte die einzelnen Opern schon häufig einzeln gesehen, aber nicht im Zusammenhang, wie es eigentlich gedacht war. Und bei der ersten konnte er nicht, Walküre wollte er nicht. Und beim Siegfried ist er dann mitgekommen. Ihm fehlte dann aber die Geschichte vom Rheingold und der Walküre. Vor dem Opernabend habe ich ihm die Handlung zusammengefasst. Erst war er schon bedächtig. Schließlich sind wir Richtung Oper gegangen. Wir waren fast zu spät dran, waren dann aber trotzdem rechtzeitig zum Vorspiel dringesessen. Während des Abends wurde er immer stiller und rückte immer weiter in seinem Sitz vor. Nachher hat er mir erzählt, dass er plötzlich die Analogie zu Django Unchained gesehen hat. Mir war das vorher auch gar nicht bewusst.

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clown
#1 | 11. Jan 2013, 12:06
Schönes Interview!
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Avatar Veto
Veto
#2 | 11. Jan 2013, 12:32
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Soebe
Soebe
#3 | 11. Jan 2013, 12:45
Eigentlich ist das Raub von geistigem Eigentum, da keine Quelle genannt ist...
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Avatar Raybeez
Raybeez
#4 | 11. Jan 2013, 13:04
Zitat von Veto:

1:1 kopiert.

Nein nicht 1:1

Gamestar
Zitat von :
Und bei der ersten konnte er nicht, Walküre wollte er nicht. Und beim Siegfried ist er dann mitgekommen. Ihm fehlte dann aber die Geschichte vom Rheingold und der Walküre.


Morgenpost
Zitat von :
Aber bei der "Götterdämmerung" konnte er nicht, bei "Rheingold" wollte er nicht. Bei "Walküre" kam er dann mit, da fehlte ihm aber die Vorgeschichte.
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Avatar rickyfitts
rickyfitts
#5 | 11. Jan 2013, 13:20
Ja toll, GameStar schafft es sogar noch sinnentstellend zu plagiieren.

Hätte ich ja gerne mal eine Stellungnahme von GameStar zu. Ist das ein eingekaufter und dann "redaktionell" abgeänderter (sprich: mit Fehlern gespickter) Text oder ist es deren Verständnis von Zitatrecht, dass man mehr als die Hälfte des Interviews leicht umformuliert und ohne Quellenangabe veröffentlicht und als eigenes ausgibt?
"...verrät er uns im Interview" ist einfach nur dreist.
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Avatar brother_from_another_mother
brother_from_another_mother
#6 | 11. Jan 2013, 13:45
Wieselberger ick hör dir trapsen...
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Avatar Donnie Darko
Donnie Darko
#7 | 11. Jan 2013, 13:57
Es ist wahrscheinlicher, dass das Interview schlichtweg von einer Presseagentur eingekauft oder als Pressematerial von Sony freigegeben wurde. Möglicherweise in englischer Sprache, was die unterschiedlichen Übersetzungen erklären würde.

Also erstmal Ball flach halten, bevor man hier irgendwelche Plagiatsvorwürfe auspackt.
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Avatar PonySlaystation
PonySlaystation
#8 | 11. Jan 2013, 14:00
Zitat von rickyfitts:
Ja toll, GameStar schafft es sogar noch sinnentstellend zu plagiieren.

Hätte ich ja gerne mal eine Stellungnahme von GameStar zu. [...]
"...verrät er uns im Interview" ist einfach nur dreist.


"verrät er uns im Interview" klingt schon eindeutig nach eigenem Interview, sollte das tatsächlich einfach nach einem sehr, sehr merkwürdigen Verständnis von Zitatrecht übernommen worden sein (ohne Quellen oder sonstige Markierung), wär das nicht nur ne Unverschämtheit sondern m.E. auch ein Fall für den Anwalt.

Edit:
Zitat von Donnie Darko:
Es ist wahrscheinlicher, dass das Interview schlichtweg von einer Presseagentur eingekauft oder als Pressematerial von Sony freigegeben wurde. [...]


Ich hoffe da hast du Recht, im Falle einer Pressemeldung von einer Agentur wäre eine Nennung der Quelle aber trotzdem angebracht (bin aber im Moment nicht sicher, ob es Pflicht ist, gängig ist es bei seriösen Zeitungen jedenfalls).
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Avatar Christian Merkel
Christian Merkel
#9 | 11. Jan 2013, 14:10
Zitat von Veto:
Herr Waltz hat kein Interview mit der Gamestar geführt.

Das komplette Interview, welches Gamestar mal wieder als eigenes auszugeben versucht, stammt von der Berliner Morgenpost.

http://www.morgenpost.de/kultur/berlin-kul tur/article112633237/Fuer-Christoph-Waltz-kann -es-nicht-mehr-besser-werden.html

1:1 kopiert.

Hat schon seinen Grund weshalb Gamestar den eigenen Interviewer nicht beim Namen nennen will oder kann. ;-)


Nein, das Interview ist nicht kopiert, da muss ich heftig widersprechen. Es ist vielmehr die übliche Interviewsituation bei Filmen, dass man in einer Kleingruppe (zusammen mit Kollegen) interviewt, bei der auch ich dabei war. Da die Interviewzeit wegen des Promifaktors zu kurz und das komplette Interview zu interessant war, findet ihr hier ca. 90 Prozent des Interviews. Der Kollege aus Berlin hat Sachen von mir übernommen, so wie ich Sachen von ihm übernommen habe. Normaler Vorgang und definitiv nicht kopiert. Darüber hinaus ist mein Text deutlich näher an dem dran, was Waltz gesagt hat als der Text des Berliner Kollegen.
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Avatar Bereannis
Bereannis
#10 | 11. Jan 2013, 14:20
Waltz ist ein toller Kerl.
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